Wer ist der richtige Mann für Reutte?

Die Bevölkerung des Außerferner Bezirkshauptortes will den Wechsel im Rathaus. Das hat der erste Wahlgang der Bürgermeisterwahl gezeigt. Nach der Abwahl von Helmut Wiesenegg stellen sich mit Dietmar Koler und Luis Oberer am kommenden Sonntag nun zwei neue Kandidaten zu Wahl. Der KREISBOTE hat beiden Kandidaten im Vorfeld einige Fragen gestellt.

Gesetzt den Fall, Sie werden zum Bürgermeister gewählt – welche Aufgaben wollen Sie innerhalb Ihres ersten Jahres im Amt erledigt wissen? Koler: „Ich bin kein Einzelkämpfer sondern ein Teamplayer. Würde ich hier vorgreifen, wäre das genau der Stil, den ich in den letzten Jahren kritisiert habe. Die Erschließung neuer Einnahmequellen durch Erhöhung gemeindeeigener Steuern ist nicht zielführend. Die Finanzlage ist nicht besorgniserregend, daher kann sich der neue Gemeinderat in Ruhe mit neuen Projekten auseinandersetzen.“ Oberer: „Nach den Querelen und Streitereien der letzten sechs Jahre geht es in erster Linie darum, wieder Ruhe und Sachlichkeit in die Gemeindearbeit zu bringen. Dazu braucht es eine totale Änderung des Führungsstils und eine breite Zusammenarbeit aller 17 Gemeinderäte. Das seit zehn Jahren diskutierte neue Schwimmbad muss so wie geplant rasch fertiggestellt werden. Wichtig ist mir auch die Durchführung einer ‘Zukunftsdiskussion’ für Reutte. Dabei ist die Frage zu klären, in welche Richtung soll sich Reutte künftig entwickeln und welche Voraussetzungen sind dafür notwendig.“ Was muss sich Ihrer Ansicht nach nachhaltig und dauerhaft in Reutte ändern? Koler: „Besonders am Herzen liegen mir ein besseres Miteinander, die gegenseitige Achtung und der Stil auch gegenüber den Bediensteten der Gemeinde. Das Auftreten nach außen, der Kontakt zu den Bürgermeistern der Nachbargemeinden und gegenüber dem Land Tirol ist zu verbessern.“ Oberer: „Neben den bereits vorhin genannten Themen geht es um die Umsetzung eines neuen Verkehrskonzeptes, einer Belebung des Marktzentrums, weitere Verbesserungen der sozialen Einrichtungen und Stabilisierung der angespannten Budgetsituation. Wichtig ist mir auch die konstruktive Auseinandersetzung mit der Integrationsproblematik, die Entpolitisierung der gemeindeeigenen Betriebe und die Einbeziehung der Bevölkerung in die wichtigsten Entscheidungsprozesse.“ Über 700 Wähler haben im ersten Wahlgang für Helmut Wiesenegg gestimmt. Wie wollen Sie diese Menschen davon überzeugen, dass Sie der richtige Nachfolger sind? Koler: „Genauso wie ich das bisher getan habe. Alle Wähler wollen Kontinuität, denn vieles war gut in den letzten Jahren. Ich habe das auch in den vergangenen Wochen immer wieder betont. Die soziale Verantwortung ist wichtig, mit Elisabeth Schuster habe ich jemanden in meinem Team, der diese Verantwortung in den letzten Jahren tagtäglich gelebt hat. Gemeinsam wollen wir Reutte in eine gute Zukunft führen.“ Oberer: „Durch meine 25 jährige Tätigkeit als Betriebsratsvorsitzender und Aufsichtsrat im größter Außerferner Unternehmen bringe ich die soziale und wirtschaftliche Kompetenz mit, die ein Bürgermeister von Reutte braucht. Diese Erfahrung werde ich in die Gemeindearbeit einbringen. Die ehemaligen Wiesenegg-Wähler haben damit die Möglichkeit einen Kandidaten zu wählen der sich mehrere Jahrzehnte für die Arbeiter, Angestellten, Pensionisten und Jugendliche eingesetzt hat und der dies als neuer Bürgermeister auch für die gesamte Reuttener Bevölkerung tun wird. Ein Wort zu Ihrem Kontrahenten? Koler: „Meinem Gegenkandidaten fehlt die gemeindepolitische Erfahrung, der Kontakt zu den Nachbargemeinden und vor allem nach Innsbruck. Luis Oberer meint es sicher gut, ich hoffe nur, dass er nicht nur aufgestellt wurde, um Helmut Wiesenegg zu Fall zu bringen.“ Oberer: „Er bewirbt sich auch um das Bürgermeisteramt.“ ps

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