Die Stadt Vils startet ihre Veranstaltungsreihe zum Jubiläum

Seit 200 Jahren ein Teil Tirols

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Bürgermeister Günter Keller (2.v.r.) mit dem Obmann des Obst- und Gartenbauvereins Burghard Gschwend (3.v.r.) und seinen Stadträten am Vilser Untertor, wo sie zum 200-jährigen Jubiläum eine Linde pflanzen.

Vils – 600 Jahre bei Österreich, aber gerade einmal 200 Jahre bei Tirol. Vils wechselte seine Zugehörigkeit im Lauf der Geschichte des Öfteren, die Bevölkerung fühlte sich aber immer mehr tirolerisch als bayerisch oder schwäbisch. In diesem Jahr feiert die kleine Stadt im Grenzgebiet also ein besonderes Jubiläum.

„Hoffen wir, dass es heuer nicht wie damals ein Jahr ohne Sommer wird“, meinte Bürgermeister Günter Keller am vergangenen Sonntag bei strömendem Regen am Untertor bei der Pflanzung einer Linde durch den Obst- und Gartenbauverein. Er spielte dabei auf das Jahr 1816 an, wo auf den Tag genau vor 200 Jahren Vils zu Tirol kam. Die Baumpflanzung war der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, die sich rund um dieses Datum mit der Historie der einzigen Stadt des Außerferns beschäftigen.

Am 14. April 1816 wurde in einem Nachfolgevertrag des Wiener Kongresses festgelegt, dass einige deutsche Städte, darunter die Vilser Partnerstadt Marktredwitz, dem heutigen Bayern zugeschlagen wurden. Das Herzogtum Salzburg, das Inn- und Hausruckviertel sowie das „Amt Vils“ fielen an Österreich und Vils wurde somit wieder mit Tirol vereint. Im gleichen Jahr begann die Witwe Maura Stadlmayr mit dem Neubau des Gasthauses „Schwarzer Adler“, in dem Reinhold Schrettl, als Sprecher einer Gruppe, die sich intensiv mit der Geschichte von Vils befasste und eine Festschrift erstellte, jetzt die Öffentlichkeit über den wechselvollen Werdegang der Stadt informierte.

Schon 1327 zur Stadt erhoben, kam nach dem Aussterben der Hohenegger 1671 Vils zu Österreich, aber nicht zu Tirol. Während der Napoleonischen Zeit und danach war Vils den Bayern bis zum 1. Mai 1816 untergeordnet, während das übrige Land schon zwei Jahre wieder bei Österreich war. Die Bewohner des „Grenzstädtchens“ fühlten sich aber immer als Tiroler und waren erfreut, als im Mai die Bayern den Ort verließen. Am 12. Juni dieses denkwürdigen Jahres fand in Vils die Huldigung und Eidesleistung der Bevölkerung für den Kaiser von Österreich statt, nachdem schon zuvor die Verantwortlichen zur Eidesleistung nach Innsbruck beordert worden waren.

 „Man sollte wissen, woher man kommt und wohin man will“, formulierte Bürgermeister Keller für seine Vilser Mitbürger, die allesamt aufrechte Tiroler seien und somit genau wüssten was sie wollen.

Gutes Verhältnis

 Wohnen, Wirtschaft und Freizeit seien in seiner Gemeinde durchaus unter einen Hut gebracht, meinte er, obwohl die Situation im Nahbereich der drei „Metropolen“ Pfronten, Füssen und Reutte keine einfache sei. Das Verhältnis zu Bayern sei ein ungetrübtes.

Der weitverbreitete Spruch im Außerfern, es gebe „Männlein, Weiblein und Vilser“, störe ihn in keiner Weise, beweise sie doch den großen Zusammenhalt in der Stadtgemeinde, meint der Gemeindechef in seiner bekannt launigen Weise.

Der weitere Plan für die Jubiläumsveranstaltungen: 20. Mai: Buchpräsentation „Vilser Mundart“, Ausstellung der NMS-Vils, 3. Juli: Geistliche Musik von Mozart bis Jazz in der Pfarrkirche, 5. bis 7. August: Jubiläumswochenende im Festzelt, Freitag: Stadtrock, Samstag: großer österreichischer Zapfenstreich, Festakt und Nacht der Blasmusik, Sonntag: Regimentsschützenfest mit Festumzug, 26. Oktober „Nationalfeiertag“: Jubiläumskonzert in der Pfarrkirche mit dem Kirchenchor, dem Liederkranz Vils, Vils-stimmig und dem Spontanchor.

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