" ... mit Ruhe und Gemütlichkeit"

Die Jugendkapelle der Harmoniemusik Pfronten (im Hintergrund) sorgte für den musikalischen Rahmen beim Neujahrsempfang der politischen und der beiden christlichen Gemeinden Pfronten, zu der Pfarrer Andreas Waßmer (v.l.), Pfarrer Bernd Leumann und Bürgermeister Josef Zeislmeier geladen hatten. Foto: Schuster

„Mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu Dir“, heißt es in dem Lied, das Balu der Bär in Disneys Zeichentrick-Klassiker „Das Dschungelbuch“ schwungvoll zum Besten gibt. „Darin steckt eine gehörige Portion Weisheit“, attestierten Pfrontens katholischer Pfarrer Bernd Leumann und sein evangelischer Kollege Andreas Waßmer am Sonntag beim Neujahrsempfang im Pfarrheim St. Nikolaus, nachdem sie selbst an Klavier und Geige den Song „Probier's Mal mit Gemütlichkeit“ dargeboten hatten. In einer humorvollen gemeinsamen Ansprache stimmten sie die Gemeinde auf das neue Jahr ein. Bürgermeister Josef Zeislmeier (SPD), der zusammen mit den beiden Geistlichen Gastgeber war, beschwor das Gemein- schaftsgefühl der Pfrontener.

Die Brücke von Balu dem Bären zur Bergpredigt zu schlagen, ist ein Versuch, den wohl nicht viele Pfarrer unternehmen, schon gar nicht auf ökumenischer Basis. Die beiden Pfrontener Pfarrer waren sich jedoch einig, das die Gemütlichkeit eine tolle Sache ist, „es sei denn, die Faulheit kommt im Gewande der Gemütlichkeit daher“. Sie bedeute vielmehr, überlegt zu handeln und nicht aus jeder sprichwörtlichen Mücke einen Elefanten zu machen – wenn es im Januar in Pfronten schneit, ist sicher nicht der Klimawandel schuld, so das Beispiel der Geistlichen. Ob Frauen wirklich besser „multitasken“ können als Männer, konnte das Duo nicht beantworten, war sich aber einig: „Das Wort 'multitasken' finden wir ziemlich ungemütlich.“ „Glücklich die, die Gelassenheit besitzen“, erklärten sie in Anlehnung an die Bergpredigt, deren Kern Jesus Seligsprechungen bilden. Und selig bedeute nichts anderes als glücklich. Glücklich ist nach Ansicht von Leumann und Waßmer auch der, der sich für andere einsetzt, der den Mut hat, einmal etwas zu verpassen und glücklich der, der es schafft, den Bildschirm einmal auzuschalten. Und das Glück komme eben mit der Gemütlichkeit. „Herausforderungen lassen sich am besten gemeinsam meistern, wenn alle zusammenwirken“, schwor Bürgermeister Josef Zeislmeier auf das neue Jahr ein. Er beklagte, dass in der modernen Gesellschaft zunehmend der Kompass für das Wesentliche verloren gehe. Man mache Bewertungen allzu oft an Äußerlichkeiten und Quantitäten fest. Die Menschen verlernen zusehends, „nach den Dingen hinter den Dingen zu schauen und zu fragen“. Er plädierte für eine Rückkehr zum Wesentlichen und versprach, sich auch 2012 zusammen mit dem Gemeinderat für das Wohl Pfrontens einzusetzen. Der Neujahrsempfang stand aber auch im Zeichen der Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Thoiry, die heuer ihr zehnjähriges Bestehen feiert. In der Vorwoche war Zeislmeier mit einer Delegation zu Gast beim Neujahrsempfang der französischen Kommune und begrüßte am Sonntag auch die Gäste aus Thoiry. Französischlehrerin Monika Saling dankte mit Schülerin Anika Blocksdorf dem Bürgermeister, Helfern und Sponsoren für die Unterstützung des P-Seminars „Bon appétit, Thoiry“ am Gymnasium Füssen. Dabei hatten Schülerinnen den Freunden in Thoiry ein Allgäuer Menü gezaubert und das ganze in einer französischsprachigen Broschüre beschrieben.

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