Minister Markus Söder eröffnet restaurierte Brücke

Marienbrücke ist wieder offen

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Die Marienbrücke ist seit Donnerstag für die Besucher aus aller Welt wieder begehbar.

Schwangau - Die Restaurierung der Marienbrücke ist abgeschlossen. „Die rund 1,5 Millionen Besucher pro Jahr können wieder den Blick von der Marienbrücke über die Pöllatschlucht auf das Schloss Neuschwanstein genießen“, sagte Finanzminister Dr. Markus Söder bei der Wiedereröffnung der historischen Brücke am Donnerstag.

Nach mehr als 35 Jahren Betrieb und zig-Millionen Besuchern waren umfangreiche Instandhaltungsarbeiten an der Marienbrücke erforderlich. Die Touristenattraktion blieb während der Arbeiten für etwa ein Jahr geschlossen (der Kreisbote berichtete mehrfach). Die Instandhaltungsarbeiten durch die Bayerische Schlösserverwaltung und das Staatliche Bauamt Kempten kosteten rund 650.000 Euro. Die Brücke ist jetzt wieder für die Besucher begehbar.

Im Zuge der Baumaßnahmen erhielt die Brücke einen neuen Holzbelag. Ferner wurde die Stahlkonstruktion ausgebessert und neu beschichtet. Die Marienbrücke und deren Rückverankerungen im Fels werden im Übrigen zur Sicherheit der zahlreichen Besucher in dreijährigem Turnus durch Sachverständige für Bauwerksprüfungen untersucht.

Neues Angebot für Familien

Für Familien bietet der Besuch des Märchenschlosses ab Samstag, 6. August, besondere neue Familienführungen. „Wir wollen insbesondere Familien und Kindern die Möglichkeit geben, auf den Spuren des Märchenkönigs zu wandeln. Deshalb bieten wir spezielle Familienführungen mit einer kindgerechten Sprache in kleineren Besuchergruppen an“, kündigte Söder an.

Besonders interessant für die Eltern: die Mitnahme von Kinderkraxen ist ausnahmsweise bei diesen Sonderführungen erlaubt. Angeregt wurden die neuen Familienführungen von Herrn Landtagsabgeordneten Thorsten Schwab. Während der Ferienzeit erfolgt eine Familienführung täglich (Beginn ca. 14 Uhr), ansonsten ein Mal pro Tag an Wochenenden und Feiertagen. Die Anmeldung erfolgt grundsätzlich über das Ticketcenter in Hohenschwangau.

König Maximilian II. hatte in der Umgebung von Hohenschwangau Wege und Aussichtspunkte anlegen lassen, um die Landschaft genießen zu können. Als Geburtstagsgeschenk für seine bergsteigende Gemahlin Marie ließ er in den 1850er einen Reitersteg hoch über der Pöllatschlucht errichten. Diesen Steg ließ Maximilians Sohn König Ludwig II. durch eine Brücke in einer eleganten Eisenkonstruktion in 90 Metern Höhe ersetzen.

Technisches Novum

Die Konstruktionsweise der Brücke war seinerzeit ein Novum: Ohne weitere stützende Rüstung von den auf beiden Seiten im Felsen befestigten Verankerungen aus aufgestellt. Ludwig II. hatte stets ein Faible für technische Neuerungen. 1978 musste die Brücke durch einen Neubau ersetzt werden. Nur die historischen Geländer konnten wiederverwendet werden.

Schloss Neuschwanstein gehört heute zu den meistbesuchten Schlössern und Burgen Europas. Nach dem Tod von König Ludwig II. wurde das Schloss im Jahr 1886 für Besucher geöffnet. Mehr als 65 Millionen Menschen besuchten seitdem das Refugium des Märchenkönigs Ludwig II. Im Sommer drängen sich im Durchschnitt täglich mehr als 6.000 Besucher durch Räume, die ursprünglich nur für einen einzigen Bewohner bestimmt waren.

Weltweiter Besuchermagnet

Errichtet in mittelalterlichen Formen, aber mit damals modernster Technik, ist es das berühmteste Bauwerk des Historismus und ein Hauptsymbol des deutschen Idealismus. Sieben Wochen nach dem Tod König Ludwigs II. wurde Neuschwanstein im Jahr 1886 öffentlich zugänglich gemacht.

Die idyllische Lage von Neuschwanstein ist einmalig. Allerdings müssen Bewegungen im Fundamentbereich ständig überwacht und die steilen Felswände immer wieder gesichert werden. Ebenso greift das raue Klima die Kalkstein-Fassaden stark an, was immer wieder Sanierungsmaßnahmen erfordert.

Zum 1. Februar 2015 wurde der Vorschlagstitel „Gebaute Träume - Die Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee des Bayerischen Königs Ludwig II.“ in die deutsche Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe eingetragen. Dies wurde auf der 39. UNESCO-Konferenz in Bonn am 3. Juli 2015 bestätigt. Nach derzeitigem Stand soll die Nominierung der Königsschlösser zum UNESCO-Weltkulturerbe zum 1. Februar 2022 erfolgen.

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