Schlösserverwaltung sucht nach einem Nachfolger für Schmidt

Wer wird neuer Schlossherr?

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Der Torbau des Schlosses soll saniert werden.

Schwangau/München – Mit dem Einrüsten der Fassade haben am Dienstag die angekündigten Instandsetzungsarbeiten am Torbau von Schloss Neuschwanstein begonnen. Gleichzeitig läuft die Suche nach einer Nachfolge für die scheidende Schlossverwalterin Katharina Schmidt auf Hochtouren.

Schmidt hat, wie berichtet, nach zahlreichen Querelen auf dem Schloss angekündigt, zum 1. November ihr Amt niederzulegen und sich versetzen zu lassen. Seitdem wird eifrig darüber spekuliert, wer ihr nachfolgt.

Mit den Vorgängen Vertraute wollen in Erfahrung gebracht haben, dass offenbar drei Namen konkret gehandelt werden. Dabei soll es sich einmal um den Leiter einer oberbayerischen Seenschifffahrt, die Leiterin eines Schlosses in Oberbayern sowie einen hochrangigen oberbayerischen Betriebsrat handeln. Vor allem Erstgenannten sollen gute Chancen auf den Posten eingeräumt werden.

Keine Namen

Die Bayerische Schlösserverwaltung (BSV) in München wollte sich auf Anfrage zu Namen nicht äußern. Man hoffe aber, dass der oder die Neue ihr Amt auf dem Märchenschloss Mitte November antreten wird. Das Besetzungsverfahren soll jedenfalls noch diesen Monat abgeschlossen werden. „Der Schwerpunkt des Anforderungsprofils liegt auf betrieblich-administrativen Aufgaben. Zudem ist Führungserfahrung unerlässlich“, so BSV-Sprecherin Dr. Cordula Mauß gegenüber dem Kreisbote.

Unterdessen haben die Arbeiten am Torbau begonnen. „Ab dem kommenden Frühjahr beginnen die eigentlichen Arbeiten“, so Cordula Mauß.

Ende November sollen die aufwendigen Gerüstbauarbeiten abgeschlossen sein. Den Winter über werden dann von dem Gerüst aus die Schäden an den Fassaden und Dachflächen lokalisiert, dokumentiert und das notwendige restauratorische Vorgehen beschlossen.

Beginn der Arbeiten im Frühjahr

Ab dem kommenden Frühjahr beginnen die eigentlichen Arbeiten, die die Sanierung der Fassadenflächen des Torbaus, die statische Sanierung von Teilen der Decken- und Dachkonstruktionen und eine Erneuerung der Blecheindeckung der Pultdächer beinhalten.

Es ist demnach geplant, diese Maßnahme bis Herbst des kommenden Jahres abzuschließen. Im Anschluss wird dann die Stützmauer der Neuschwansteinstraße im Bereich zwischen dem Schlossvorplatz und dem Torbau eingerüstet. Auch hier ist eine Natursteinsanierung sowie der Austausch der bestehenden Mauerabdecksteine notwendig.

Diese Maßnahme werde laut BSV bis voraussichtlich Herbst 2018 abgeschlossen sein. Die Sanierungsarbeiten am Torbau und der Stützmauer sind mit insgesamt 900.000 Euro veranschlagt.

Die ab 1869 errichtete „Neue Burg“ war für König Ludwig II. Denkmal der Kultur und des Königtums des Mittelalters, die er verehrte und nachvollziehen wollte. Errichtet in mittelalterlichen Formen, aber mit damals modernster Technik, ist es das berühmteste Bauwerk des Historismus und ein Hauptsymbol des deutschen Idealismus.

6000 Besucher

Sieben Wochen nach dem Tod König Ludwigs II. wurde Neuschwanstein im Jahr 1886 öffentlich zugänglich gemacht. Das Schloss gehört heute mit ca. 1,5 Mio. Besuchern zu den meistbesuchten Schlössern und Burgen Europas. Im Sommer drängen sich im Durchschnitt täglich mehr als 6000 Besucher durch Räume, die für einen einzigen Bewohner bestimmt waren. Das führt – in Verbindung mit dem alpinen Klima und Licht – zu erheblichen Belastungen für die wertvollen originalerhaltenen Möbel und Textilien.

Die idyllische Lage von Neuschwanstein ist einmalig. Allerdings müssen Bewegungen im Fundamentbereich ständig überwacht und die steilen Felswände immer wieder gesichert werden. Ebenso greift das raue Klima die Kalkstein-Fassaden stark an, was immer wieder Sanierungsmaßnahmen erfordert.

Zum 1. Februar 2015 wurde der Vorschlagstitel „Gebaute Träume – Die Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee des Bayerischen Königs Ludwig II.“ in die deutsche Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe eingetragen. Dies wurde auf der 39. UNESCO-Konferenz in Bonn am 3. Juli 2015 bestätigt. Nach derzeitigem Stand soll die Nominierung der Königsschlösser zum UNESCO-Weltkulturerbe zum 1. Februar 2022 erfolgen.

mm/kb

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