Zum Schutz der Fußgänger dürfen Autos am Bahnhof auch künftig höchstens zehn km/h fahren

Tempolimit soll bleiben

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Um die Begegnung zwischen Autos, Radfahrern und Fußgängern so gefahrlos wie möglich zu machen, soll auch nach dem Abschluss der Arbeiten am neuen Gebäude rund um den Bahnhof ein Tempolimit von zehn km/h gelten. Eine „Aufmerksamkeitsfläche“ zwischen Post und Bahnhof soll das Überqueren der Straße für Fußgänger zusätzlich sicherer machen.

Füssen – Rund um den Bahnhof soll auch nach Abschluss der Bauarbeiten wegen der zahlreichen Fußgänger eine Geschwindigkeitsbegrenzung von zehn km/h gelten.

Darauf einigte sich am Dienstagabend der Stadtrat einstimmig. Damit folgte das Gremium einem entsprechenden Antrag der Stadtverwaltung. Aus deren Sicht hat sich das Tempolimit während der Bauphase bewährt. Außerdem soll der Bereich zwischen Bahnhof und Post mit einer sogenannten Aufmerksamkeitsfläche für Fußgänger sicherer gemacht werden.

Die Arbeiten am neuen Bahnhofsgebäude stehen kurz vor dem Abschluss, die ersten Mieter sind bereits am Einziehen oder haben ihren Laden sogar schon eröffnet. Damit stellte sich jetzt für die Stadtverwaltung die Frage, wie die öffentlichen Verkehrsflächen nach der Eröffnung gestaltet werden sollen. 

Dem Beschluss vom Dienstagabend zufolge wird auch künftig rund um das neue Bahnhofsgebäude der Autoverkehr weiterhin auf zehn km/h gedrosselt bleiben. Diese Regelung soll laut Bauamtsleiter Armin Angeringer für die Straße „Am Ziegelstadel“ auf der gesamten Länge, den südlichen Abschnitt der „Rupprechtstraße“ ab der Einmündung „Am Ziegelstadel“ bis zur „Bahnhofstraße“ sowie für die „Bahnhofstraße“ zwischen Busbahnhof und Prinzregentenplatz gelten. 

Allerdings, so die Warnung von Bürgermeister Paul Iacob (SPD), sei nicht ganz klar, ob ein Tempolimit von zehn km/h rechtlich tatsächlich machbar sei. „Es gibt Hinweise, dass zehn km/h rechtlich nicht möglich ist. Es wird aber von vielen Kommunen gemacht“, sagte er. „Da es kein klares Verbot gibt“, warb er für Zustimmung zu dem Vorschlag der Stadtverwaltung. Alternativ könnte ein Tempolimit von 20 km/h eingeführt werden. 

Um den Bereich zwischen Bahnhof und Post zusätzlich sicherer für Fußgänger zu machen, soll außerdem zwischen beiden Gebäuden eine sogenannte, etwa 50 Quadratmeter große Aufmerksamkeitsfläche aufgemalt werden. Diese sei deutlich günstiger und einfacher zu installieren als ein Zebrastreifen, argumentierte Bauamtsleiter Angeringer. Dagegen spreche, dass man damit in Füssen noch keinerlei Erfahrungen gesammelt habe. Durch gezielte Informationen der Öffentlichkeit könnte hier aber schnell Abhilfe geschaffen werden.

 Zwei Gegenstimmen

 Dennoch sprach sich das Gremium mit großer Mehrheit für eine solche Fläche aus. Nur Dr. Martin Metzger (BfF) und Andreas Ullrich (FWF) stimmten dagegen. Metzger plädierte in der Diskussion für einen Zebrastreifen. Dieser sei günstiger und könne die Fußgängerströme besser bündeln, argumentierte er. Außerdem könnten die Fußgänger so einfacher entlang des Haus Gabriel und des Hotels Schlosskrone zum Kaiser-Max-Platz geführt werden, wie es der Beschluss zum Ausbau des Luitpoldkreisels vorsieht (der Kreisbote berichtete ausführlich). 

Vor allem SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Schaffrath und Herbert Dopfer (Füssen-Land) warben für eine „Aufmerksamkeitsfläche“. „Das funktioniert in Kempten einwandfrei“, erklärte Schaffrath. 

Dopfer wies darauf hin, dass im Falle eines Zebrastreifens auch Laternen und Hinweisschilder aufgestellt werden müssten. „Wir stellen da drei bis vier Masten rein, obwohl wir einen schönen und offenen Platz haben wollen“, sagte er. Das mache keinen Sinn.

 Im Gegensatz zum Vorschlag der Stadtverwaltung sprach sich die Ratsmitglieder aber für eine Fläche in Art eines Schachbretts aus. Diese würde mehr Aufmerksamkeit erregen als die von der Verwaltung favorisierten roten Flächen, hieß es. 

Darüber hinaus stimmte der Stadtrat dafür, die am Dienstagabend beschlossenen Regelungen in etwa einem Jahr auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit hin zu überprüfen und dem Stadtrat bzw. Verkehrsausschuss zur erneuten Entscheidung vorzulegen.

Matthias Matz

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