Montessori startet ins erste Schuljahr

Montessori in Halblech ist Geschichte, Füssen schlägt ein neues und eigenes Kapitel auf. 19 Kinder besuchen seit Dienstag die neue Schule in Füssen. Foto: Friedrich

Füssen - Im Unterrichtsraum herrschte am Dienstag beim Start der neuen Schule in Füssen eine fröhliche Stimmung. „Guten Morgen, guten Tag, Montessori Füssen, wir fangen an", so sangen 19 Kinder und 40 Erwachsene zur Gitarre von Ina Tiedtke bei der Eröffnung der neuen Bildungsstätte.

Nachdem viele Steine aus dem Weg geräumt sind, beginnt jetzt das behördlich genehmigte erste Jahr der Montessori Schule in Füssen. Sie stellt für Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse eine Alternative dar. Es gibt staatliche Zuschüsse, die Eltern zahlen zudem ein Schulgeld: das sind 150 Euro im Monat. Die Außenstelle der Berufsschule Ostallgäu hat die Tür für die Füssener Pioniere geöffnet, bis die alte Freyberg-Villa umgebaut ist, dem eigentlichen Sitz der Montessori Schule. Bis dahin hilft nicht zuletzt das Gymnasium Füssen mit Räumen aus, damit die Mädchen und Buben auch in Kunst und Sport unterrichtet werden können. 

Nach der Eröffnungsfeier mit sich anschließendem Frühstück begann auch schon die erste Schulstunde. „Viele Kinder kennen sich schon aus dem Montessori Kindergarten in Schwangau”, erzählte Jenny Grosse, Mutter von Joline. Weil nicht nur Erstklässler aufgenommen wurden, begrüßte die Füssener Montessori Schule auch Grundschüler aus der Region, deren Eltern diesen Wechsel wollten. „Ein Platz bei uns ist noch offen geblieben”, erklärte Lehrerin Andrea Schuchardt. Lehrerinnen und die Eltern - es feierten auch einige Väter mit - gehen aber davon aus, dass der freie Stuhl noch besetzt werden kann „Wir sorgen dafür, dass unsere hier im Ostallgäu einmalige Schule und ihr Konzept noch bekannter wird”, verspricht nicht allein Lucia Hornstein. Manfred Burghardt vom bayerischen Montessori-Landesverband verteilte dafür Info-Broschüre mit dem Titel „Montessori - die Kunst mit Freude zu lernen”. 

Zuvor hatte Burghardt auf dem Boden mit Bausteinen gezeigt, wie Lernen spielerisch funktionieren kann. Das Motto an den fast 80 Montessori-Schulen in Bayern mit insgesamt 15.000 Kindern heißt: „Hilf mir, es selbst zu tun!”. Darauf nahmen die Redebeiträge vor den Ehrengästen und Eltern Bezug. William Cohn aus dem Elternkreis hielt die Eröffnungsrede: „Wir wollen die Montessori Schule nicht aus Besserwisserei einrichten“, betonte er. „Sondern weil es uns unglaublich wichtig ist, dass es künftig für Füssen und die umliegenden Gemeinden eine alternative Bildungseinrichtung als Ergänzung zur bestehenden Schullandschaft gibt.” Denn nur ein vielfältiges Schulangebot könne auch vielfältige Ideen hervor bringen, „deren Innovationskraft gesellschaftlich gebraucht wird“. 

Diesen pädagogischen Pluralismus unterstrich auch Thomas Gehring, bildungspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag. Er hat wie Kreisrat Hubert Endhardt (Grüne) der neuen Schule schon in ihrer - bei der Eröffnungsfeier immer wieder erwähnten - schwierigen Gründungsphase geholfen. Insbesondere Claudia Gerle, Vorsitzende des Trägervereins, und Petra Unseld ernteten viel Lob und Anerkennung für ihr „vorbildliches Montessori-Engagement”. 

Kreisrätin Ursula Lax (CSU) und Bürgermeister Paul Iacob (SPD) nannten in ihren Grußworten diese beiden Namen, verbunden mit Hartnäckigkeit und Fairness auf dem steinigen Weg zum Ziel. Jean-Christof Nadon, Pastor der christlichen Glaubensgemein-de, hielt eine Andacht und segnete zum Schluss den proppevollen Unterrichtsraum. cf

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