Erfahrene Kripo-Beamte geben interessierten Bürgern wichtige Tipps

Einbrüche lassen sich verhindern

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Sicherheitstechnik und wachsame Nachbarn können Einbrüche verhindern: Spezialist Ralph Müller (Mitte) und Kollege Anton Peter aus der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen zeigen Anschauungsmaterial und geben Tipps.

Füssen – Annegret Viebig-Sandler vom Haus- und Grundbesitzer-Verein Füssen hat auf die aktuellen Entwicklungen reagiert und zwei Spezialisten zum Thema „Einbruchschutz und richtiges Verhalten“ ins Luitpoldpark Hotel eingeladen.

„Angesichts leider immer mehr zunehmender Haus- und Wohnungseinbrüche ist diese Veranstaltung sehr wichtig“, erklärte die Rechtsanwältin im Gespräch mit dem Kreisbote. Zuletzt waren in Halblech aus einem Wohnhaus Wertsachen und Bargeld entwendet worden. Der Schaden wird auf insgesamt 30.000 Euro geschätzt. 

Wie sich Einbrecher ihrer möglichen Beute aus Privatvermögen nähern, ist bekannt. So lässt sich Diebstählen, die von der dunklen Jahreszeit noch begünstigt werden, durchaus ein schützender Riegel vorschieben. Das war die zentrale Botschaft des von rund 70 Zuhörern besuchten Info-Abends, zu dem der Haus und Grundbesitzer-Verein Füssen eingeladen hatte. 

Nicht nur zur Wachsamkeit in der Nachbarschaft riefen die Referenten bei ihrem Workshop im Luitpoldpark Hotel auf. Während sich Polizeihauptkommissar Anton Peter im Dialog mit den Teilnehmern auf die sozialen Aspekte des Bürgerschutzes konzentrierte, beleuchtete sein Kollege, Kriminalhauptkommissar Ralph Müller, die technischen Möglichkeiten, das Eigenheim vom Keller bis in die einzelnen Stockwerke abzusichern.

Müller, der seine detaillierten Ausführungen zum technischen Schutz auch durch einige Filmszenen mit nachgestellten Einbrüchen illustrierte, sprach Klartext: Ein gekipptes Hausfenster sei immer ein offenes Fenster, „da können sie gleich Ihre Haustüre offen stehen lassen, wenn Sie kurz weggehen oder länger verreisen.“ 

Sichere Technik

Es sollten keine Einstiegshilfen – Mülltonen zum Beispiel – auf dem Privatgelände frei stehen, die der kriminellen Tat dienlich werden könnten. „Der Einbruchschutz für Haustüren kann im Nachhinein immer noch deutlich verbessert werden“, betonte Müller. „Dies gilt auch für Fenster“, ergänzt er mit Hinweis auf zertifizierte einbruchhemmende „Fensterelemente in ganz unterschiedlichen Widerstandsklassen“. 

Dass Einbrüche vorwiegend nachts über die Bühne gehen, sei ein Irrtum. In Häuser, die den Eindruck machen, dass ihre Bewohner weg sind, machen sich Diebe auch tagsüber und in früher Dämmerung blitzschnell ans Werk. Spezialist Peter – er gehört wie Müller zur Mannschaft der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen – ergänzte die Demonstration einer Pilzkopfverriegelung sowie anderer Schutzmechanismen mit einem Appell zur gemeinsamen Wachsamkeit. „Nachbarschaft bringt Sicherheit“, betonte er. 

Niemals kämpfen

Über ein Drittel der geplanten Einbrüche, so die beiden Spezialisten, bleibe im Versuch stecken. Nicht zuletzt, weil das ausgespähte Objekt sicherheitstechnische Einrichtungen neuesten Standes hat, wie es in einer im Saal ausliegenden Broschüre heißt. „Aber auch durch richtiges persönliches Verhalten sind Einbrüche zu verhindern“, betonte Müller. 

Dazu gehöre allerdings nicht, dass sich der Besitzer auf einen Kampf mit ungebetenen Gästen einlasse. „Wird Verdächtiges bemerkt, ruft man die Notfallnummer 110 an. Von hier bekommt man Hilfe. Dem Anrufern entstehen keine Kosten“, stellte Müller ein Missverständnis klar. Abrundendes Thema des Vortrags war das Verhalten als Zeuge. 

Vorgestellt wurde ein so genannter Beobachtungsbogen, der ausgefüllt werden sollte. „Für die Polizei sind drei Details, die man sicher erkannt hat und exakt beschreibt, besser als acht wahrscheinliche Angaben in Bezug auf den mutmaßlichen Täter“, so Müller.

Chris Friedrich

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