Schwangau gibt Standesamt ab

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OLIVER SOMMER, Schwangau – Wer künftig in Schwangau heiraten will, muss dazu erst einmal nach Füssen. Das haben die Gemeinderäte beschlossen, der Standesamtsbezirk Schwangau wird dem Füssener eingegliedert. Mit 12 zu drei Stimmen entschieden sich die Gemeinderäte, den vorgeschlagenen Sparmaßnahmen zu folgen. Geboren und gestorben wird schon in Füssen, jedenfalls was den Verwaltungsakt angeht, nun kommt auch noch der schönste Moment im Leben eines Paares dazu. Grund dafür sind die steigenden Kosten, vor allem durch die Digitalisierung des Personenstandswesens. Um Hard- und Software zu beschaffen, müssen die Kommunen tief in die Tasche greifen, deshalb hat man beim Kommunalen Prüfungsverband empfohlen, solche Tätigkeiten wie die Eheschließung auszulagern und Kosten durch die Kooperation mit anderen Kommunen zu sparen. Außerdem, so vertraten einige Gemeinderäte die Meinung, müsse man zumindest den Standort Füssen stärken, sei doch nicht auszuschließen, dass irgendwann durch Kostendruck dieser Verwaltungsakt auch nach Marktoberdorf oder Kaufbeuren abwandern könnte. Rund 60 Mal pro Jahr sind die zuständigen Mitarbeiter in Schwangau gefordert, dafür müssen sie sich weiterbilden und auf dem Laufenden bleiben. Demgegenüber meinten aber einige Räte, dass man doch gerade hierbei die Eigenständigkeit einer Kommune wie Schwangau erhalten sollte. Es sei doch etwas besonderes, hier im Ort heiraten zu können und mit der Vergabe nach Füssen nur eine Frage der Zeit, wann man diese „Location“ entdecke und vielleicht entsprechend beworben, vermarkte. Doch in der Frage der Eigenständigkeit siegte letztlich der Faktor Kosten, es könne nicht angehen, dass manche Gemeindemitarbeiter tausende von Überstunden vor sich herschöben, es ändere sich aber für den Bürger an sich nichts, so das Argument, lediglich die Verwaltung würde entlastet, auch wird der Vertrag vorerst nur auf fünf Jahre mit Füssen geschlossen, man kann diesen auch kündigen, wenn sich die Lage verändert. Dafür, dass das Füssener Rathaus jetzt die Arbeit übernimmt, muss im Übrigen die Gemeinde an die Stadt Geld überweisen.

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