Rea Garvey und Cro begeistern ihre Fans bei den Königswinkel Open Airs in Füssen

Eine Party mit Botschaft

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Rea Garvey unterhält das Publikum mit Liedern aus seinen Alben „Prisma“, „Pride“ und „Can´t stand the silence“.

Füssen – Rock, Pop und Rap waren am Wochenende in Füssen zu hören. Während am Sonntagabend Cro das sehr junge Publikum mit seinen Liedern aus Pop und Rap begeisterte und zum Tanzen brachte, hatte am Abend zuvor Rea Garvey nicht nur emotionale Lieder im Gepäck, sondern auch eine Botschaft: „Das Leben ist schön“, trotz aller harten Momente.

Irisches Wetter begrüßte am Samstagabend irische Musiker: Während die Band „The Coronas“ aus Dublin mit Rock und Pop unterhielten, regnete es in Strömen. Doch pünktlich zu Rea Garvey zogen die Wolken davon. „Ich freue mich wahnsinnig, dass ihr alle hier seid und den Regen durchgehalten habt“, begrüßte Rea Garvey das Publikum. „Ich habe gehört, ihr seid das hier gewöhnt.“

Mit Sonnenbrille, Lederjacke und schwarzer Jeans und T-Shirt wirbelte er über die Bühne und präsentierte zunächst Lieder seines jüngsten Albums „Prisma“, das bisher erfolgreichste seiner 16-jährigen Musikerkarriere. Während der Ire bisher vor allem mit emotionalen Liedern die Herzen seiner Fans erobert hat, widmet er sich in „Prisma“ einem anderem Thema: dem Leben mit all seinen persönlichen Kämpfen und Ungerechtigkeiten. So forderte Rea Garvey sein Publikum in Füssen mit „Amour“, „Echo me“, „War“ und „Run for the Border“ zum Hinsehen, Wachwerden und Aufstehen auf.

Cro und Rea Garvey in Füssen

Gerade auch mit Blick auf den Amoklauf in München. „Wenn so ein Idiot denkt, er will sein Leben beenden und nimmt andere mit, dann müssen wir alle traurig sein. Aber wir dürfen nicht Angst haben. Das Leben ist schön“, so Garvey, was ihm kräftiger Applaus des Publikums bescherte. Und auch sein zweiter Appell kam gut an: Sich in den Sozialen Medien gerade bei so einem Vorfall wie in München zu mäßigen. „Wir müssen so wahnsinnig aufpassen, wenn ein Erwachsener Aufmerksamkeit haben will wie ein 13-Jähriger. Wir dürfen nicht diesem medialen Hype nachgehen.“

Dass man keine Angst haben braucht, stellte Garvey gleich selbst unter Beweis. Beim Song „Catch me when I fall“ mischte sich unters Publikum. Und machte dabei gleich ein Podest kaputt. Er entschuldigte sich und fügte selbstkritisch hinzu, dass ein paar Kilos weniger auf den Rippen nicht schaden könnten, was ihm einige Lacher beschwerte. Mit seiner spontanen und ehrlichen Art nahm er das Publikum für sich ein. Nach den eher politischen Liedern gab es etwas fürs Herz: Bei der Liebeserklärung „I´m all about you“, an seine Ehefrau, hielten sich auch so manche Pärchen im Publikum im Arm.

Für Gänsehaut sorgte das traditionelle Volkslied „Black is the colour“, das Garvey auf der Akkustikgitarre und nur begleitet von Backroundgesang anstimmte. Ein Dankeschön sprach der Ire zudem seinen Fans aus. Für ihre 16-jährige Treue spielte er „Supergirl“, mit dem Garvey im Jahr 2000 mit seiner Band Reamonn der Durchbruch gelang. Mit „It´s a good life“ wiederholte Garvey zum Schluss noch einmal seine Botschaft. „Es ist so wichtig schöne Momente zu schaffen und zu erleben. Heute war so ein schöner Moment.“ Was auch das Publikum mit kräftigem Applaus bestätigte.

Textsichere Fans

Gute Stimmung herrschte auch am Sonntag im Barockgarten am Forggensee. Der deutsche Rapper Cro begeisterte sein hauptsächlich sehr junges Publikum von der ersten Minute an. „Ich freu mich, dass ihr alle da seid Leute, obwohl es ein bisschen regnet“, begrüßte Cro seine Fans und stimmte passend dazu „Hi Kids“ an.

Bei seiner MTV Unplugged Tour wird der 26-Jährige von einem 17-köpfigen Orchester und drei stimmgewaltigen Backroundsängerinnen begleitet, die einen mitreißenden Sound nach Füssen brachten. In den folgenden zwei Stunden blickte der Rapper mit der Pandamaske in „Erinnerungen“ auf seine Vergangenheit. Auch Freundschaft, Liebe, Abschied, Liebeskummer, Träume und das Erwachsenwerden thematisierte der Künstler in seinen Liedern, in denen er Rap und Pop mischt. Unter anderem bei „Meine Gang“ bekam der Musiker Unterstützung von Dajuan, mit dem Cro bereits seit seiner Jugend zusammen Musik macht.

Mehr als nur rappen

Während „Du“ stellte Cro außerdem unter Beweis, dass er mehr als nur rappen kann: Das Orchester spielte Frank Sinatras „New York, New York“ ein. Und auch die Fans stellten klar, dass sie textsicher sind. Sie wippten nicht nur rhythmisch mit den Händen. Den Song „Bad Chick“ spielte das Orchester gleich zwei Mal. Doch bei der Wiederholung sang nur das Publikum. „Die wollen nicht aufhören“, stellte Cro fest. Einen Gänsehautmoment beschert dem Künstler das Lied „Bye Bye“, zu dem das Publikum ihre Handys mit eingeschalteter Taschenlampe schwenken. „Das war krass schön“, so Cro, bevor er das Publikum mit „Traum“ zum Tanzen brachte.

Und auch bei „Einmal um die Welt“ konnten selbst die Erwachsenen, die nur ihre Kinder zum Konzert begleiteten, nicht mehr still stehen. „Bis jetzt wars affengeil“, erklärte Cro, bevor das Orchester allein zeigen konnte, was es kann. Wie gut Cros Fans die Lieder des deutschen Künstlers kennen, wurde aber erst beim Höhe- und Schlusspunkt deutlich: Beim Megahit „Easy“, mit dem Cro der Durchbruch gelang. „Macht mal nochmal Lärm für das Orchester hier.

 Jetzt macht mal Lärm für euch. Ihr wart ziemlich geil. Es hat krass Bock gemacht. Danke dafür“, verabschiedete sich Cro, bevor er die Bühne verließ und es richtig zu regnen begann.

Katharina Knoll

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