Selbsthilfe für Senioren

Über Möglichkeiten der Selbsthilfe für Senioren haben sich ostallgäuer Bürgermeister und Seniorenbeauftragte auf Einladung von Alexander Zoller, Seniorenbeauftragter des Landkreises Ostallgäu, informiert. In diesem Rahmen präsentierte der erste Vorsitzende der Seniorengenossenschaft Riedlingen, Josef Martin, sein Modell. Das bietet eine Fülle an Dienstleistungen an und findet großen Zuspruch bei der örtlichen Bevölkerung.

Nicht nur reden, sondern handeln, wollten Martin und weitere Mitbürger, als sie vor 20 Jahren eine Selbsthilfevereinigung von und für Senioren gründeten. Die Skepsis sei am Anfang groß gewesen, gab er an, aber das Engagement und die breite berufliche Kompetenz der ehrenamtlichen Mitarbeiter hätten bald schon den letzten Zweifler überzeugt. Aus den kleinen Anfängen ist mittlerweile eine große Organisation geworden, die über 600 Mitglieder fasst und die das Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung 2004 mit dem Zukunftspreis geehrt hat. Inhaltlich konzentrieren sich die Aktivitäten der Genossenschaft einerseits auf das Betreuen und Versorgen älterer Menschen und andererseits auf das seniorengerechte Wohnen. Einen großen Teil der Dienstleistungen übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiter, so Martin. Vom Menü-Service über Garten- und Schneeräumarbeiten bis hin zu Besuchs- und Beratungsdiensten beim Betreuten Wohnen reicht das Leistungsspektrum. Besonders stolz ist Martin darauf, dass die Genossenschaft eine eigene Tagespflege betreibt. Ganz umsonst gibt es diese Leistungen aber nicht. Bewusst hätten sie sich für einen Stundensatz von 8,20 Euro entschieden. Damit kann die Genossenschaft eine Aufwands- entschädigung von 6,80 Euro an die ehrenamtlichen Helfer auszahlen und mit dem Rest die laufenden Vereinsausgaben decken. Am Betreibermodell für das Betreute Wohnen war Alfons Haf, Seniorenbeauftragter der Gemeinde Pfronten, interessiert. Sie hätten das Investorenmodell für sich gewählt, erklärt Martin daraufhin. Allerdings hat die Genossenschaft damals beim Verkauf der Wohnungen mitgewirkt und dafür eine Provision erhalten, mit der sie unter anderem die notwendigen Investitionen für die Tagespflege getätigt haben. Vor allem sei Teamgeist wichtig, erläutert Martin, als Herbert Heisler, zweiter Bürgermeister der Gemeinde Obergünzburg, ihn nach dem Erfolgsgeheimnis gefragt habe. Sie achten stets auf eine gute Zusammenarbeit und haben keine hierarchischen Strukturen innerhalb ihrer Seniorengenossenschaft. Angesteckt vom Riedlinger Erfolg wollen sich die Teilnehmer im neuen Jahr zu einer offenen Arbeitsgruppe im Landratsamt Ostallgäu treffen.

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