Künstlerin Anna Ottmann beschreitet in Füssen ungewöhnliche Wege

"Bla, bla, bla... bäb, bäb, bäb"

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Ganz schön ungewöhnlich: Anna Ottmanns Vorführung zum Thema Dadaismus im Refektorium des ehemaligen Klosters St. Mang.

Füssen – Mit ihrer Performance „suchen wissen + dada“ bot die Schauspielerin Anna Ottmann jetzt etwas sehr Ungewöhnliches im Refektorium des ehemaligen Klosters St. Mang.

Dort wird noch bis zum 16. Mai die Ausstellung „Aktuelle Kunst im Museum“ des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK) Schwaben Süd gezeigt, bei der Ottmann selbst mit 22 Werken unter dem Titel „Beschriebene Blätter“ vertreten ist.

Die knapp einstündige Vorführung Ottmanns mit zahlreichen Gedichten von Ernst Jandl und anderen unterstrich dann auch das, was sich die etwa 20 Besucher laut dem Titel der Performance versprechen durften: Eine vollkommen unkonventionelle Darbietung ebenso außergewöhnlicher Texte. Zuvor informierte der Vorsitzende des BBK Schwaben Süd, Gerhard Menger, das Publikum im Refektorium in seiner Rede nicht nur darüber, dass der Dadaismus sich heuer zum 100. Mal jährt, sondern er bezeichnete dessen Ausdrucksform auch als teilweises „Gestammel“.

 Damit deutete er bereits ein bisschen an, worauf sich die Zuschauer in Ottmanns Vorstellung gefasst machen durften. Infolgedessen zog die Schaupielerin, die auch als Malerin, Zeichnerin sowie Installationskünstlerin tätig ist, eine zumindest phasenweise unsinnig erscheinende Show ab, mit der sie zum großen Teil dem österreichischen Schrifsteller Ernst Jandl ihre Reverenz erwies.

Mal mit dem Rücken zum Auditorium sitzend, mal stehend, mal im Raum umhergehend und auch mal liegend, ließ Anna Ottmann aber auch Kurt Schwitters, Hugo Ball, Emmy Hemmings, Raoul Hausmann und Philipe Soupault als Jandls Brüder beziehungsweise Schwester im Geiste zu Wort kommen. Demnach beinhaltete die Performance teils eine reine Abfolge gestotterter Wortmalerei wie zum Beispiel in Jandls Texten „talk“, „tohuwabohu“ und „schtzgrmm“, in denen es etwa heißt: „Bla, bla, bla,...bäb, bäb, bäb,...bla, bla, bla,...“, „To...hu, to...ba, to...hu...wa...ba, tohuwabohu“ sowie „Scht...scht...grmm...scht...grmm...“

Ein andermal wieder klang es dagegen wie gebrochenes Deutsch: „Ich was suchen...ich nicht wissen, was suchen...ich was wissen.“

Sonderschau zum Abschluss

 In den Gesichtern der zum Teil auf quer im Refektorium aufgestellten Stühlen sitzenden Besucher war schließlich immer wieder ein Schmunzeln zu sehen. Das war auch gegen Ende der Vorstellung so, als die Künstlerin noch einmal Jandl zitierte.

Zum Abschluss nahm sie die Zuschauer noch auf einen Rundgang durch ihre Sonderschau von Druckfahnen mit. Auf diese hatte Ottmann zuvor unbekannte und von ihr mit Zeichnungen versehene Texte aufgeklebt: „Manche meinen, man könne lechts und rinks nicht velwechsern, werch ein Illtum.“

kb

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