"Seniorenwelt bereichern"

Ferdinand und Evi Griesmann wollten in das Heilig-Geist-Bürgerspital investieren. kk

Als „großen Meilenstein“ hat Bürgermeister Paul Iacob (SPD) am Dienstag auf einer Pressekonferenz die Übernahme des Füssener Heilig-Geist-Bürgerspitals durch die Inhaber des ambulanten Pflegedienst „Pflege mit Herz“ und der Bürgerspital Vermietungs GmbH, bezeichnet. Hier sollen zwei Hausgemeinschaften mit je 12 Zimmern, Apartments mit betreutem Wohnen, einer sogenannten Begegnungsstätte und eine neutrale Beratungsstelle entstehen.

Um die seit über 500 Jahre alte Stiftung zu erhalten, musste die Stadtverwaltung einen Investor finden, der das Bürgerspital der Satzung entsprechend nutzt. Einen 15-jährigen Pachtvertrag mit der Option auf Verlängerung haben die Inhaber der „Pflege mit Herz“ und der eigens gegründeten Bürgerspital Vermietungs GmbH Evi und Ferdinand Griesmann unterzeichnet, erklärte nun der Rathauschef. Laut Ferdinand Griesmann ist die Einrichtung nutzergesteuert, was bedeutet, dass jeder Bewohner ein Stimmrecht hat und bei Mehrheitsbeschluss der Pflegedienst gewechselt werden kann. Die zwei Hausgemeinschaften bieten jeweils zwölf Bewohnern Platz, die rund um die Uhr betreut werden. Allerdings stellte Evi Griesmann klar, dass sie diese Hilfe nicht in Anspruch nehmen müssen, sondern dass sie „ihr Leben mit unserer Hilfe leben“. Großen Wert lege sie darauf, dass immer das selbe Personal die jeweilige Hausgemeinschaft betreue. Dass diese Betreuungsform funktioniert und Zuspruch bei der Bevölkerung findet, zeige laut Evi Griesmann die Hausgemeinschaft, die sie seit fünf Jahren in Schwangau betreiben. Während eher demente Menschen in der Hausgemeinschaft wohnen, ziehen rüstige Rentner, die soziale Kontakte suchen, das betreute Wohnen vor. Jeder Bewerber, der der Stiftungssatzung entspreche, habe, nachdem er einen Mietvertrag abgeschlossen hat, ein Wohn- recht auf Lebenszeit. Allerdings müssen die Verträge zudem von der Stiftung abgesegnet werden. Nach Ferdinand Griesmanns Angaben werden die Mieten „bezahlbar und nicht exklusiv sein“. Im Notfall könne sogar die Sozialhilfe einspringen. Um das zu gewährleisten, müssten allerdings die Nebenkosten gesenkt werden. Deshalb wird das Gebäude energetisch saniert, nachdem das Pflegeheim bis spätestens März ausgezogen ist. Außerdem muss das Spital in Sachen Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht und ein zweiter Fluchtweg angelegt werden. 500.000 Euro wird das kosten, was laut Iacob zu einem Viertel die Stiftung übernimmt. Während des vierwöchigen Umbaus könnte der ambulante Pflegedienst die Betreuung der Bewohner, die auch während der Umbaumaßnahmen im Spital wohnen wollen, gewährleisten, so Ferdinand Griesmann. Allerdings müsse das Landratsamt das noch genehmigen. Im Bezug auf die Tagespflege sei man mit der Arbeiterwohlfahrt im Gespräch und die neutrale Beratung soll zudem ein gemeinnütziger Verein übernehmen. Das neue Konzept soll nach Iacob zu einem Treffpunkt für alle ältere Menschen werden und somit die Seniorenwelt in Füssen bereichern. Zudem könne sich der Rathauschef vorstellen, dass die vhs hier Vorträge halte. Durch das gemeinsame Außengelände mit dem Familiencafé können sich zudem „die Kleinsten und Ältesten begegnen“. kk

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