Tina Weeber eröffnet ihre Ausstellung

Müll wird zu Kunst

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Tina Weeber in ihrer Kunstwelt „Trashback“. Die Künstlerin aus Steingaden arbeitet gern direkt am Fluss.

Füssen – Der im vergangenen Jahr gegründete Kulturverein „Kunst Halle“ stellt in seinem ersten Flyer das Programm für die kommenden Monaten vor. Ganz aktuell ist derzeit im Magnuspark am Lech Tina Weebers Einzelausstellung „Trashback“ zu sehen. Zur Vernissage musizierten jetzt zwei Kanadier live.

Weebers Schau „Trashback“ löst bei den Kunstfreunden aus der Region aus zwei Gründen Interesse aus: Es handelt sich hier um eine Premiere in der Szene und der geheimnisvolle Titel „Trashback“ verspricht eine künstlerische Haltung mit viel Fantasie und abseits von Mainstream-Malerei. Mittwoch, 16 Uhr: Die doch ungewöhnliche Uhrzeit für eine Vernissage wurde von der in Steingaden lebende Künstlerin damit erklärt, dass sie mit ihren Arbeiten „vor allem auch Kinder ansprechen“ möchte. 

Im Gespräch mit dem Kreisboten erklärte die künstlerische Autodidaktin: „Ich muss meine Aversion gegen das achtlose Wegwerfen von meiner Oma geerbt haben.“ Weeber, 1981 in München geboren, wohnt in Steingaden und lässt sich hauptsächlich auf ihren Reisen in ferne Länder dazu inspirieren, „Trash“ – auf deutsch „Müll“ – umzugestalten. Ihr gelingt es, unscheinbaren und vermeintlich wertlos gewordenen Dingen ein ganz neues Gesicht zu geben. „Die Dinge, so das Ziel meiner Arbeit, sollten für eine ganz andere Funktion als die ursprüngliche nützlich sein.“ 

Tina Weeber nennt diesen Prozess „Umbasteln“. Im Hauptberuf ist Weeber Apothekerin. Ihr großes Faible für die Dekor-Gestaltung von Räumen fiel Peter Jente auf, der Weeber im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung die Chance bot, sich als Mitglied der Kunstszene rund um Füssen vorzustellen. Dieser Schritt wurde zum Erfolg. So ist es nur konsequent, dass jetzt das Solo folgt. Später am Eröffnungstag sitzt Tina Weeber in der Zuhörerschar, als David Sinclair an der Gitarre und – ebenfalls aus Kanada – Keith Bennentt als virtuoser Harmonikaspieler zu den Bildern, Objekten und Skulpturen ihren musikalischen Beitrag leisteten. 

Peter Jente hatte zuvor die Weeber-Schau vorgestellt und er präsentierte auch die beiden Musiker, die in Füssen auf ihrer europäischen „Hungry Cat Tour“ Station machten. 

Technische Perfektion 

Die Brücke zur eher kleinen Publikumsschar war schnell gebaut, denn die beiden Instrumentalisten sind nicht nur technisch perfekte Musiker, die im Folk, Blues und auch Gipsy Jazz zuhause sind. Es gelingt ihnen eine besondere Atmosphäre zu schaffen, die auch den distanzierten Zuhörer schon nach wenigen Takten mitreißen wird. 

Eigene Songs Keith Bennett, der 2010 das Finale der „World Harmonica Championships“ erreichen konnte, bildet gemeinsam mit David Sinclair ein Duo, das eigene Songs gefühlvoll interpretiert. Dazu kommt Fremdmaterial wie der Song „One Day I Walk" von Bruce Cockburn, der harmonischen Chorgesang verlangt – kein Problem für die beiden Vollblutmusiker auf der kleinen Bühne. 

In den Füssener Kunsthallen am Lech gelang hier einmal mehr der Beweis, dass – etwas Fantasie vorausgesetzt – aus Müll Kunstwerke entstehen können und für eine musikalische Sternstunde in den verschiedensten traditionellen Stilrichtungen eigentlich keine aufwändige Show gebraucht wird.

cf

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