Bürgermeisterwahl in Reutte: Absolute Mehrheit für "Liste Luis"

Triumph für Oberer

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Wahlsieg auf der ganzen Linie: Füssens Bürgermeister Paul Iacob gratuliert seinem Amtskollegen Luis Oberer nach dessen historischem Wahlergebnis.

Reutte – Einen Paukenschlag, der im Außerferner Hauptort noch einige Zeit nachhallen wird, gab es am Sonntag bei den Kommunalwahlen in Reutte: Der „Liste Luis“ mit Amtsinhaber Luis Oberer gelang ein fulminanter Wahlsieg.

Sozusagen aus dem Stand mit praktisch nur „Neuen“ schaffte die Gruppierungen die „Absolute“ und zieht mit zehn von 19 Mandaten in das neue Gemeindeparlament ein. Die getrennte Wahl zum Bürgermeister war für Oberer der nächste Grund zum Jubeln.

Mit 70 Prozent der Stimmen ließ er seine beiden Konkurrentinnen Elisabeth Schuster (25 Prozent) und Barbara Brejla (fünf Prozent) mehr als deutlich hinter sich. Seit der Einführung der Direktwahl für den Bürgermeister ist Oberers Abschneiden vom Sonntag das höchste Ergebnis für einen Kandidaten.

„Das Wahlergebnis hat mich in dieser Höhe dann doch überrascht“, sagte Oberer nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses. „Ich darf es aber dahin interpretieren, dass die Arbeit der letzten Periode doch von einer deutlichen Mehrheit der Bevölkerung anerkannt wurde. Das freut mich natürlich ganz besonders und bestärkt mich den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.“

Erdrutschsieg

Der Triumph vom Sonntag gleicht einem Erdrutschsieg der Liste um den alten und neuen Gemeindechef, der von niemand vorausgesehen werden konnte. Die Überraschung in allen Lagern, auch im eigenen, war dementsprechend groß. Betretene Gesichter waren hingegen bei der ÖVP-nahen Liste Schuster zu beobachten. Angetreten, um wieder stimmenstärkste Fraktion im Gemeinderat zu werden, sah man sich einer großen Enttäuschung gegenüber.

Mit nur sechs Vertretern ist man trotz Erhöhung der Gemeinderatssitze auf 19 deutlich geschrumpft und leckt sich nun die Wunden, die sicher sehr schmerzen. Trotz der Niederlage will Elisabeth Schuster aber weitermachen. ÖVP-Geschäftsführer und Listenzweiter Klaus Schimana zum Desaster: „Ich hab‘ sicher schon mehr gelacht. Das ist eine herbe Niederlage.“

Ein Sitz für die SPÖ

 Die Grünen konnten bei der Wahl leicht zulegen und ihre zwei Mandate halten. Mit einem Mandat werden auch die Sozialdemokraten (SPÖ) künftig im Gemeindeparlament vertreten sein. Der neue und alte Bürgermeister Luis Oberer wird mit seiner Mehrheit im Gemeinderat künftig wesentlich befreiter agieren können. Trotzdem signalisiert er bereits jetzt, wieder den Minderheitenfraktionen freiwillig Zugang zu den Ausschüssen zu gewähren.

Wie sich der neue Reuttener Gemeindevorstand in Zukunft zusammensetzen wird, wird sich allerdings erst in absehbarer Zeit herausstellen. Von insgesamt 4734 Walberechtigten waren 3161 zu den Urnen gegangen. Die Wahlbeteiligung lag also mit 67 Prozent relativ hoch. Das mehr als eindeutige Ergebnis für den Amtsinhaber war mehr als eine Überraschung und sorgte in der Bevölkerung weitum für Verwunderung.

niko

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