"Anstrengend wird es auf jeden Fall"

Florian Eigler beim Training. Foto: kb

Pfronten – In einer Woche beginnen die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Mit dabei sein wird auch ein Pfrontener: Florian Eigler tritt im Skicross an. Im Interview erklärt er, auf was es beim Olympiakurs ankommt, was er sich für das Rennen vornimmt und wie er die Konkurrenz einschätzt.

Skicross ist eine Randdisziplin, die den meisten unserer Lesern kaum vertraut sein dürfte. Was ist für Dich Skicross? 

Florian Eigler: „Beim Skicross fährt man zu viert gegeneinander über Wellen und Sprünge. Vier Leute sind gleichzeitig auf der Piste und die schnellsten Zwei kommen in die nächste Runde. Für mich persönlich ist Skicross der direkte Vergleich, Unvorhergesehenes passiert und es ist spannend zum Zuschauen.“ 

Wie bist Du zum Skicross gekommen? 

Eigler: „Ich bin zuerst alpin gefahren und war da in der Juniorennationalmannschaft. Irgendwann hat mich der Skicrosstrainer angesprochen, ob ich das mal ausprobieren will. Ich fand das interessant und nach dem ersten Training hab ich gewusst, das will ich weiter machen. Ich bin die Saison noch fertig gefahren und dann mit 18 zum Skicross gewechselt.“ 

Du hast Dir bereits im zweiten Weltcuprennen der Saison ein Ticket für Sotschi gesichert. Kam für Dich die Qualifikation überraschend? 

Eigler: „Also überrascht hat es mich nicht. Es war auf jeden Fall mein Ziel. Aber das Feld ist mittlerweile relativ stark und wir haben auch eine starke Nationalmannschaft. Ich habe zwar die Quali im zweiten Rennen geschafft, aber da war noch nicht sicher, ob ich nach Sotschi fliege. Wenn vier andere in der Summe bessere Ergebnisse geliefert hätten als ich, dann wären sie mitgenommen worden. Aber ich bin noch solide Rennen danach gefahren. Leider habe ich zwei Rennen auslassen müssen, weil ich Rückenprobleme hatte. Aber ich bin froh, dass es so hingehauen hat.“ 

Wie hast du Dich auf Olympia vorbereitet? 

Eigler: „Eigentlich nicht anders als sonst. Diese Woche haben wir noch Athletiktraining, also Kraft, Ausdauer und solche Sachen. Nächste Woche fahren wir dann für vier bis fünf Tage nach Südtirol und trainieren auf dem Kurs, den unsere Trainer gerade bauen. Dabei versuchen sie, den Start ähnlich nachzubauen, damit wir uns möglichst gut vorbereiten können. Am 10. Februar fliegen wir dann nach Sotschi.“ 

Olympia ist für jeden Sportler etwas ganz besonderes. Wie fühlst Du dich? 

Eigler: „Es ist natürlich ein super Gefühl. Man checkt wirklich erst, dass man mit darf, wenn man die olympische Kleidung hat. Dann weiß man, jetzt ist es fix. Vom Rennen her ist es aber nichts anderes. Ich fahr da gegen die gleichen Leute wie im Weltcup. Nur das Drumherum ist viel größer und zieht einfach mehr Aufmerksamkeit auf sich. Da kann man vielleicht auch unseren Sport mehr in den Mittelpunkt rücken.“ 

Bei der Generalprobe am Kreischberg lief es nicht so gut für Dich. Du bist in der Qualifikationsrunde gescheitert. Was traust Du dir bei Olympia zu? 

Eigler: „Ich will einfach technisch und taktisch gut Skifahren und dann schauen, was dabei rauskommt. Wenn ich jetzt sage, dass ich eine Medaille gewinnen will, dann mach ich mir zu viel Druck. Die Leistungsdichte im Skicross ist so groß, dass ich jedem unter den 32 Sportlern zutrauen würde, zu gewinnen.“ 

Hast Du dir eine bestimmte Strategie zurechtgelegt? 

Eigler: „Eine Strategie speziell nicht. Wir haben vier Tage Training auf dem Olympiakurs. Dann wer- den wir die Skiertesten und ausprobieren, welche Linie wir nehmen werden. Ich will das Rennen möglichst locker nehmen. Wenn man sich zu viel Druck macht, wird’s schwierig.“ 

Welche Chancen siehst Du für deine Teamkollegen? 

Eigler: „Der Favorit unter uns ist Daniel Bohnacker. Er ist zur Zeit Vierter im Gesamtweltcup. Aber im Skicross kann so viel passieren. Wenn es blöd läuft, scheidet man in der ersten Runde aus.“ 

Wer sind deiner Meinung nach die Favoriten auf die olympischen Medaillen? 

Eigler: „Da will ich niemanden nennen. Aber wahrscheinlich sind es die Fahrer, die auch im Gesamtweltcup vorne liegen. Ich glaube es wird einer gewinnen, der in der Saison einigermaßen gute Ergebnisse geliefert, aber noch kein Rennen gewonnen hat. In diesem Jahr gibt es keinen, der alles abgeräumt hat.“ 

Bei dem olympischen Kurs soll es ich um eine „High-Speed-Strecke“ handeln. Welche Herausforderungen bringt sie sonst noch mit sich? 

Eigler: „Die Elemente sind ziemlich mächtig. Man muss technisch gut fahren, weil das Tempo hoch ist. Außerdem muss man konzentriert sein, sonst verliert man zu viel Zeit. Die Strecke ist zudem eine Minute und 20 Sekunden lang, also anstrengend wird es auf jeden Fall. Es kommen viele Elemente nacheinander, man hat keine Zeit sich auszuruhen. Außerdem gehört er zu den anspruchsvolleren Kursen, bei denen man viel überholen kann. Je größer alles ist, desto mehr Spaß macht es mir. Ich mag es, wenn viele technische Passagen drin sind.“ 

Vielen Dank für das Gespräch. kk

Meistgelesene Artikel

Neue Ideen

Pfronten – Für frischen Wind beim diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde Pfronten im Pfarrheim St. Nikolaus sorgten jetzt die Geistlichen Andreas …
Neue Ideen

"Es geht uns ums Prinzip"

Füssen/Landkreis – Der Tierschutzverein Füssen und Umgebung kommt nicht zur Ruhe.
"Es geht uns ums Prinzip"

Eine vorsichtige Kalkulation

Nesselwang – Weniger Einnaben, geringere Schlüsselzuweisungen und gestiegene Kosten: 2017 wird wohl ein nicht so gutes Wirtschaftsjahr für die …
Eine vorsichtige Kalkulation

Kommentare