Stadträtin Deckwerth fordert wegen hoher Schulden ein Parkraumkonzept

Spirale dreht sich weiter

+
Für die Bilanz des Parkplatzes Achmühle ist die Zukunft des Festspielhauses entscheidend. Doch die ist derzeit ungewisser denn je.

Füssen – Das Defizit bei den städtischen Parkplätzen ist ist im Geschäftsjahr 2015 deutlich niedriger ausgefallen als zunächst befürchtet.

So beträgt der Verlust nach Angaben von Stadtwerke-Leiter Helmut Schauer 110.000 Euro. Prognostiziert waren über 170.000 Euro. Trotzdem drängte SPD-Stadträtin Ilona Deckwerth vergangene Woche im Werkausschuss einmal mehr darauf, endlich ein Parkraumkonzept für die Stadt zu entwickeln. „Die Spirale der ständigen Weiterverschuldung besteht weiter“, sagte sie. „Das müssen wir endlich anpacken!“

Tatsächlich beläuft sich das Gesamtdefizit für die drei Parkplätze Morisse, Achmühle mit insgesamt etwa 1000 Parkplätzen und Sparkassen-Tiefgarage auf mittlerweile rund 3,8 Millionen Euro, was auch den städtischen Kernhaushalt belastet, aus dem jedes Jahr Geld zugeschossen werden muss. „Das ist ein Damoklesschwert, das über uns schwebt“, kommentierte Deckwerth diese Bilanz und erneuerte ihre Forderung nach einem Parkraumkonzept für Füssen. „Wir müssen uns die Zeit nehmen“, mahnte sie, „denn was machen wir, wenn es wirtschaftlich nicht mehr so läuft?“

Zweiter Bürgermeister Niko Schulte (CSU) gab Deckwerth zwar grundsätzlich Recht. Allerdings müssten für ein Parkraumkonzept auch alle anderen Parkplätze in Füssen und die kommunale Verkehrsüberwachung und deren Einnahmen miteinbezogen werden. Bis dahin bleiben die drei genannten Parkplätze aber weiterhin das Sorgenkind.

Zwar fielen die Einnahmen für die Parkplätze Morisse (172.000 Euro) und Achmühle (50.500 Euro) im vergangenen Jahr höher aus als erwartet. Mit der Sparkassen-Tiefgarage wurde aber deutlich weniger eingenommen (98.000 Euro) als prognostiziert (117.000 Euro). „Dies ist im Wesentlichen auf die fehlenden bzw. geringeren Einnahmen während der Spindelsanierung zurückzuführen“, erklärte Werkleiter Schauer. Im laufenden Geschäftsjahr liegt das Minus derzeit bei rund 31.000 Euro (Vorjahr: 75.500 Euro), teilte Schauer mit.

Vor allem bei Materialaufwand und Zinsen konnten bislang Einsparungen erzielt werden. Für das kommende Jahr geht der Werkleiter von einem Ertrag von knapp 370.000 Euro und Defizit in Höhe von 62.000 Euro aus.

Ob es dabei bleibt, ist allerdings fraglich. Denn wie Schauer auf Nachfrage aus dem Gremium erklärte, gehe er beim Parkplatz Achmühle zunächst von den gleichen Erträgen aus wie in diesem Jahr. Allerdings ist bekanntlich nach wie vor völlig unklar, ob und wann der Betrieb im Festspielhaus wieder aufgenommen wird. Dazu kommt, dass der Stellplatznutzungsvertrag (17.500 Euro/Jahr) mit dem Festspielhaus aufgelöst wurde (der Kreisbote berichtete am Samstag) und noch kein neuer Besitzer und Vertragspartner in Sicht ist. „Ich habe das sehr sehr optimistisch eingeplant“, gab Schauer zu. „Ich bin Optimist.“

Für Investitionen im kommenden Jahr sind 40.000 Euro für den Aufzug in der Sparkassen-Tiefgarage vorgesehen. Weitere 51.500 Euro sind für den Unterhalt von Bauten und Technik eingeplant.

Matthias Matz

Meistgelesene Artikel

"Tage wie diese" im Kaisersaal

Füssen – Sie haben es tatsächlich getan: Unterstützt von zahlreichen Kindern des AWO-Kinderhorts und Füssenern hat der Stadtrat am Dienstagabend im …
"Tage wie diese" im Kaisersaal

Sündenbock für Missernten

Füssen – Über Hexenglaube, Verfolgung und Hexenprozesse im Allgäu und Außerfern informierte jetzt Historikerin Birgit Kata im Kolpinghaus Füssen.
Sündenbock für Missernten

Neues Programm für Silvester

Füssen – Anders als in den Jahren zuvor wird die Silvesterparty 2016 auf dem Gelände des Festspielhauses Füssen gefeiert. Wie Hartmut Heinz, Direktor …
Neues Programm für Silvester

Kommentare