Anwohner äußern Kritik an geplantem Bauvorhaben in der Borhochstraße

Konkrete Bedenken

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Auf der jetzt noch grünen Wiese in der Borhochstraße wollen Siedlungswerk und BSG Allgäu vier Gebäude mit insgesamt 45 Wohnungen bauen.

Füssen – Mit solch einem Echo hatte Bauamtsleiter Armin Angeringer nach eigener Aussage „nicht unbedingt gerechnet“. Bei einer Info-Veranstaltung bezüglich des Bauvorhabens an der Borhochstraße äußerten einige der ungefähr 25 Besucher im Feuerwehrhaus Kritik an dem Vorentwurf des Bebauungsplanes.

Wie bereits mehrfach berichtet, will auf dem Gelände im Füssener Westen, das im Besitz der Suiter-Stiftung ist, das Siedlungswerk Füssen mit der Bau- und Siedlungsgenossenschaft (BSG) Allgäu in Kempten zusammen insgesamt 45 Wohnungen bauen.

Im Zuge des grundsätzlichen Einverständnisses des Stadtrates zur Errichtung von vier Gebäuden mit 33 Eigentumswohungen sowie zwölf Mietwohnungen mit sozialverträglichen Mietpreisen habe man Anwohner und interessierte Bürger kürzlich im Rahmen einer „freiwilligen Übung“ darüber informieren wollen, „was wir machen“, betonte Bürgermeister Paul Iacob (SPD).

Während Angeringer die Besucher ermutigte, hinsichtlich des Vorentwurfs „mögliche Änderungen anzuregen“, stellte Architekt Norbert Pracht von der BSG Allgäu die bisherigen Planungen vor, die den Bau von vier Geschosswohnungen vorsehen. Damit solle nach Prachts Auskunft „vielleicht im Frühjahr 2017“ begonnen werden.

Den Versammelten präsentierte denn auch Architekt und Städteplaner Martin Hofmann die „bereits sehr detaillierten Planungen“ bezüglich der „vier Baukörper“, von denen drei identisch über je vier und das vierte über fünf Geschosse verfügen sollen.

Infolgedessen machte er unter anderem deutlich, dass auf dem Gelände weder Läden noch Schank- beziehungsweise Speisewirtschaften zugelassen seien. Auf den Freiflächen um die vier Häuser dürfen aber „kleine Gartenhäuschen“ errichtet werden.

Hofmann unterstrich außerdem, dass „wegen der Sicherung der Tourismusfunktion der Stadt Füssen“ keine der Wohnungen als Zweitwohnsitz geführt werden dürfe.

Zu geringer Abstand

Dagegen hatte auch niemand unter den Anwohnern etwas.

Kritik von verschiedenen Seiten wurde jedoch daran laut, dass das am östlichsten sowie das am westlichsten gelegene Gebäude der vorgesehenen Häuserzeile freistehender Baukörper zu nahe an zwei Häuser in der Maria-Hilfer-Straße heranreichten.

Demzufolge bemängelte ein Bewohner einer Anlage an der Maria-Hilfer-Straße 19 generell den geringen Abstand zu dem Haus, in dem er wohnt. Noch konkretere Bedenken gegen die vorgestellten Planungen äußerte Jens-Peter Stoll. So finde er die Höhe des am westlichen Rand des Baugrundstücks geplanten Hauses angesichts der geringen Nähe zu seinem Wohnhaus an der Maria-Hilfer-Straße 31 schlicht und einfach „zu groß“.

Weniger Sonne? 

Im Zuge dessen brachte er seine Befürchtungen um „eine zunehmende Beschattung“ seiner im Erdgeschoss liegenden Wohnung zum Ausdruck. „Weniger Sonneneinstrahlung“ für seine Wohnung ziehe dabei nicht nur die Höhe des viergeschossigen Hauses auf dem Baugrundstück gegenüber, sondern auch die zur Pflanzung vorgesehenen Bäume an der Borhochstraße-Nordost nach sich, gab Stoll zu bedenken.

Darüber hinaus kritisierte er „die Zufahrt zur Tiefgarage“, die im Rahmen des Wohnbauprojekts ebenfalls geplant ist. Deshalb dürfte er sich schließlich gefreut haben, als ihm Norbert Pracht zusicherte, „das mit der Sonne“ zu prüfen und „in der weiteren Planung zu berücksichtigen“.

Immerhin versuche man, „die Planung so wenig schädlich wie möglich zu gestalten“, fügte Bürgermeister Iacob hinzu. Angeringer wies darauf hin, dass betroffene Bürger weiterhin ihre Bedenken gegen den Vorentwurf des Bebauungsplanes formulieren könnten, der bis Ende August öffentlich im Rathaus ausgelegt wird.

lex

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