Soziale Kompetenz gezeigt

Nach rund 44 Jahren im Vorstand des Siedlungswerks Füssen, davon die letzten 15 Jahre als Vorsitzender trat Karl Brandner Ende zum 31. März in den "Ruhestand" und beendete damit seine ehrenamtliche Tätigkeit in dieser Genossenschaft. Bei der Verabschiedungsfeier im "Haus Hopfensee" würdigte unter anderen Aufsichtsratsvorsitzender Martin Haf Brandners außerordentliche Verdienste im Rahmen dieser langjährigen Arbeit.

In seiner Laudatio bezeichnete Haf die Leistungen von Karl Brandner als segensreich für die Stadt Füssen und die Entscheidung im Jahre 1979/80, als das Siedlungswerk die Hanfwerke-Siedlung kaufte und damit die Veräußerung an ein Münchner Immobilienunternehmen verhinderte als historisch und den späteren Verkauf an heimische Firmen als gelungene Aktion. Er betonte Brandners maßgeblichen Anteil an dieser Transaktion. Eine "strategische Meisterleistung" nannte er den Verzicht auf eigene Bauträgermaßnahmen des Siedlungswerks und die Zusammenarbeit mit der Bau- und Siedlungsgenossenschaft (BSG) aus Kempten. Aus dieser "Symbiose" sei vorbildliche Wohnqualität mitten in der Stadt entstanden. "Sie haben in ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit an vorderster Stelle des Siedlungswerks unternehmerische, aber auch soziale Kompetenz gezeigt und haben sich um die Genossenschaft verdient gemacht" bedankte sich Haf. Landtagsabgeordneter Dr. Paul Wengert, 12 Jahre Bürgermeister der Stadt und damit auch unmittelbarer Wegbegleiter des ausscheidenden Vorstands, erinnerte ebenfalls an die „wichtigen" Entscheidungen in Brandners Amtszeit für die Stadtentwicklung. "Du hast dich mit der Genossenschaft identifiziert und in deren Sinn gehandelt" stellte Wengert fest. Bürgermeister Paul Iacob gratulierte Brandner zum Gelingen des städtebaulichen Mammutwerks "Hanfwerke-Siedlung" und betonte, dass gerade der soziale Wohnungsbau zukünftig wieder eine größere Rolle spielen werde . Der geschäftsführende Vorstand der BSG Kempten, Mario Dalla Torre, sprach von einer funktionierenden Kooperation. "Die handelnden Personen haben sich verstanden und konnten etwas bewegen" betonte er. Als Geschäftsführer des Füssener Siedlungswerks sprach Bernhard Dopfer den Dank im Namen der Belegschaft aus. Er schilderte in Versform das gute Verhältnis mit dem Vorstandsvorsitzenden und betonte dessen „ menschliche Art“ im Umgang mit den Beschäftigten. Mit kurzen Worten hatte sich Brandner bei den Verantwortlichen für die persönliche Wertschätzung sowie für Lob und Anerkennung gedankt und erinnerte an die ersten großen Bauten im Füssener Westen, an den ehemaligen Bürgermeister Otto Wanner und die 1980 geknüpften Kontakte zu den hessischen Ministerpräsidenten Oswald und Börner, durch die die erste Finanzierung der Hanfwerke-Siedlung über die Hessische Landesbank abgewickelt wurde. Letzter Meilenstein seiner Tätigkeit seien die Neubauten zusammen mit der BSG und die Sanierung der Häuser in der Theresienstraße gewesen. Für ihn ein „Erfolgserlebnis“, das erst nach "langen Kämpfen" verwirklicht werden konnte. ed

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