Heute wurden die Module für zwei OP-Säle am Füssener Krankenhaus aufgebaut

Im Januar soll wieder operiert werden

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Gefühlvoll hebt der Kranführer eines der Module über ein anliegendes Gebäude.

Füssen – Sieben Schwerlasttransporter sind in der Nacht von Donnerstag auf Freitag durch Füssen gerollt. Ihr Ziel: das Krankenhaus. Dort wurde am Freitagmorgen damit begonnen, mit einem schweren Kran die Module für zwei OP-Säle aufzustellen.

Damit sollen nach Auskunft des Klinikums im Januar in Füssen wieder Operationen möglich sein. Derzeit müssen Füssener Patienten wegen eines Brandes im Füssener Klinikum Ende Oktober in Kaufbeuren operiert werden. 

Die Module für zwei OP-Säle mussten mit sieben Schwertransportern vom KMG-Klinikum Kyritz (Brandenburg) nach Füssen zum Krankenhaus transportiert werden, teilte Krankenhaussprecherin Roswitha Martin-Wiedemann mit. Am Freitagmorgen wurde dann damit begonnen, sie mit einem schweren Kran im Hof der Liegendeinfahrt aufzustellen. 

Die Arbeiten sollten bis Freitagabend nach Redaktionsschluss abgeschlossen sein. Da die Schäden des Brandes im OP-Trakt Ende Oktober doch weitreichender sind, als zunächst angenommen und die Sanierung voraussichtlich bis zu einem Jahr dauern werde, sei diese Lösung notwendig geworden, erklärte Klinikenvorstand Dr. Philipp Ostwald. 

Seit Montag bereiteten die Verantwortlichen in Füssen alles vor, um die beiden Interims-OP-Säle in Modulbauweise aufstellen und schnellstmöglich in Betrieb nehmen zu können. „Wir mussten dazu die bestehende Liegendzufahrt umverlegen, eine neue Straße zur Abfahrt der Krankentransporte bauen, Beton-Fundamente für die OP- Module legen und Tragekonstruktionen aus Stahlträgern vorbereiten“, erläuterte Wolfgang Unger, der Technische Leiter der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren. 

Darüber hinaus habe man alles für eine zügige Erschließung und Inbetriebnahme vorbereitet. Hierfür seien Leerrohre für die Strom-, Wasser-, Abwasser-, Heizungs- und medizinische Gasversorgung gelegt worden. 

Kaum Unterschiede 

„Natürlich ist es uns ein großes Anliegen, die Füssener Patienten so schnell wie möglich wieder hier vor Ort operieren zu können. Seit dem Brand geschieht dies im Klinikum Kaufbeuren“, so Ostwald. Bereits wenige Tage nach dem Brand sei eine eigene Füssener Station in Kaufbeuren eingerichtet worden (der Kreisbote berichtete). 

Dort seien die Füssener Patienten von ihren Füssener Ärzten operiert und auch von Füssener Pflegepersonal gepflegt worden. „Diese Lösung ist von Mitarbeitern wie Patienten sehr gut angenommen worden“, versichert Ostwald. Dennoch sei man bestrebt, die volle Versorgung der Füssener auch wieder in Füssen zu gewährleisten – vor allem im Hinblick auf schlechte Straßenverhältnisse bei einem Wintereinbruch. 

„Nachdem wir zunächst auf Hilfe durch die Bundeswehr gehofft hatten, sind wir nun sehr froh, dass die Firma ADK aus Neresheim so schnell zwei OPs samt Ausstattung zur Vermietung bereitstellen konnte“, freut sich Ostwald. „Wenn die Module aufgestellt und angeschlossen sind, werden sich die beiden OP-Säle in nichts von einem herkömmlichen OP unterscheiden“, erläutert Rainer Jordan von der Firma ADK. 

Zunächst musste allerdings eine beeindruckende Aktion gemeistert werden: Sieben Schwertransporter transportierten die Module insgesamt 725 Kilometer über die A9, um Donnerstagnacht durch Füssen zu rollen und auf dem Klinikgelände die Module zum Aufbau bereitzustellen. Glücklicherweise war es dafür nicht nötig, in der Stadt Schilder, Ampeln oder sonstiges zu demontieren. Auf dem Klinikgelände hingegen mussten nach Angaben von Sprecherin Martin-Wiedemann Lampen, Schilder und auch Pflanzkübel für die spektakuläre OP-Anlieferung entfernt werden. 

Auch sogenannte Baggermatten aus Stahl mussten für die Schwertransporte ausgelegt werden. Weil der ursprünglich geplante Kranstandort aufgrund eines fehlenden statischen Nachweises nicht möglich war, musste die Liegendanfahrt in der Zeit vom Donnerstag bis einschließlich den ganzen Freitag über den Haupteingang erfolgen. Klinikvorstand Ostwald geht davon aus, dass bis spätestens Ende Januar die beiden OP-Säle in Betrieb gehen können und der gewohnte OP-Ablauf in wieder stattfinden kann.

Matthias Matz

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