Neues Naturerlebniszentrum in Pfronten soll Kinder mit Tier- und Pflanzenwelt vertraut machen

"Eine Kuh ist nicht lila"

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Gerhard Schempp, Erster Vorsitzender der Bürgerstiftung Ostallgäu, (v.l.), Pfrontens Bürgermeisterin Michaela Waldmann, Landrätin Maria Rita Zinnecker und Initiator, Altbürgermeister Josef Zeiselmeier, übergeben den Wiesenstadl an die Grund-und Mittelschule Pfronten.

Pfronten – Kinder mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt vertraut machen: Das ist das Ziel des Wiesenstadls „Lange oib“ („Lange Alpe“). Dieser wurde jetzt an die Grund- und Mittelschule Pfronten übergeben.

Das Projekt geht auf Altbürgermeister Josef Zeiselmeier zurück, der sein Geburtstagsgeld dafür zur Verfügung stellte. Zur offiziellen Übergabe kamen Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), Michaela Waldmann (CSU), Altbürgermeister Josef Zeiselmeier und weitere Vertreter aus Politik und Verbänden. „Da sind wirklich alle gekommen, die wir eingeladen haben“, freute sich Waldmann.

Zur Vorgeschichte: Altbürgermeister Zeiselmeier feierte während seiner Amtszeit einen runden Geburtstag, wofür er zahlreiche Geldgeschenke bekam. Statt das Geld jedoch für sich selbst zu verwenden, wollte er es der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. So stellte er die Summe der Bürgerstiftung Ostallgäu zur Verfügung und gemeinsam überlegte man, was man nützliches damit anfangen könnte.

In dieser Phase kamen Rosi Engelmann, Manuela Vogel und Christl Wildner hinzu. Sie sind als ehrenamtliche Moorführerinnen in Pfronten mit den Begriffen Natur – und Umweltschutz bestens vertraut. Und so entstand die Idee ein Naturerlebniszentrum für Schulkinder zu errichten. Dank des Geldes und Zeiselmeiers Kontakten wurde schnell ein Konzept für die konkrete Umsetzung gefunden.

Das Zentrum soll Kindern ein ungestörtes Erleben der heimischen Natur- und Tierwelt ermöglichen. Denn „leider sind die Kinder in unserer hektischen Zeit genauso von der Entfremdung von der Natur betroffen, wie wir Erwachsenen“, sagte Waldmann. „Die Milch kommt nun mal nicht aus der Tüte und eine Kuh ist auch nicht lila.“ „Leider leben unsere Kinder mittlerweile in ihrem täglichen Leben weit weg von der Natur“, meinte auch Zeiselmeier.

Um die Kinder wieder mit der Natur vertraut zu machen, wurde das Projekt ins Leben gerufen. Vorbild für andere Orte Der Stadl in Pfronten gilt dabei als Pilotprojekt, meinte Gerhard Schempp, Erster Vorsitzende der Bürgerstiftung Ostallgäu. Es sei angedacht, in den kommenden Jahren ähnliche Einrichtungen im ganzen Ostallgäu zu schaffen, so Schemp.

„Das Thema ist enorm wichtig. Wir sind dazu da, die Mittel für solche Projekte bereit zu stellen“, sagte Schempp über die Bürgerstiftung Ostallgäu. Schließlich habe nun mal nicht jede Gemeinde so einen Altbürgermeister wie Pfronten, der dafür sein Geburtstagsgeld hergebe, scherzte Schempp.

Da das Gelände im Achtal direkt am alten Grenzübergang liegt, können es Schulkinder mit dem Ortsbus gefahrlos erreichen. Hier können sie auf Entdeckungstour gehen ohne dabei auf den Straßenverkehr achten zu müssen. „Hier stört es auch absolut niemand, wenn es mal lauter zugeht als sonst üblich“, sagte einer der Anwesenden.

Ralph Finger

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