Das 14. Festival "vielsaitig" ist eröffnet

Ein ausverkauftes Konzert zum Auftakt

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Das Verdi Quartett stimmt im Hof des Barockklosters St. Mang auf das Kammermusikfestival „vielsaitig” ein.

Füssen – Vom Empfang im Klosterhof mit Ansprachen und Musikbeiträgen ging es am Mittwoch direkt hinauf in den Kaisersaal, wo das erste Konzert des 14. Festivals „vielsaitig” zu genießen war. Das diesjährige Motto lautet „Zwischenräume“.

An klassischen und originellen Ideen fehlte es nicht, als sich die zahlreichen Freunde und Förderer des Füssener Festivals „vielsaitig“ im Klosterhof versammelten. Bis Samstag, 3. September, werden Musiker bei der hochkarätigen Kammermusik-Veranstaltung auftreten. 144 Sitzplätze stehen im prunkvollen Kaisersaal zur Verfügung.

Wie seit nunmehr schon 14 Jahren gestaltete das Verdi Quartett den ersten Abend der Kulturreihe. Es gelang den vier Instrumentalisten erneut ein wunderbar gelungener Auftakt. Das Konzert war ausverkauft, wie die Kulturamtsleiterin Karina Hager auf Nachfrage beim Empfang erklärte.

Wer noch keine Karte fürs Verdi Quartett mit dem Programm „Zwischen Räumen und Welten“ hatte, kam auf die Warteliste. Interessierte lernten daraus: Sich möglichst schnell einen Platz fürs Verdi Quartett am Dienstag, 30. August, zu reservieren, wenn auch der Pianist Hatem Nadim erneut am schwarzen Flügel Platz nimmt und zwei renommierte Streicher dazu stoßen werden: Geigerin Madeleine Przybyl und der Cellist Alban Gerhardt. Die beiden Künstler – große Namen auf der Musikszene – erweitern das Verdi Quartett zum, wie es im Programmheft heißt, „ schwelgerischen Streichsextett“.

Die Eröffnungsansprache von Bürgermeister Paul Iacob machte deutlich, dass es geradezu ein Auftrag für die Stadt Füssen als „Wiege des europäischen Geigenbaus“ sei, mit den regionalen Partnern in jedem Jahr zu einem solchen Kammermusikfestival von hoher Qualität einzuladen. Die Grußworte der Rednern, die im Namen der Sponsoren sprachen, unterstrichen dies noch. Wie Dr. Eckhard Derday, Erster Vorsitzender des vor vier Jahren gegründeten Vereins „vielsaitig“, sagte, sei es neben der finanziellen Unterstützung auch wichtig, das Festival im Erscheinungsbild der Stadt – beispielsweise durch Fahnen – „sichtbar zu machen“.

Gemeinsame Premiere 

Im Klosterhof ernteten Susanne Rabenschlag und Matthias Ellinger (beide Violine) mit den anderen Verdi-Quartett Mitgliedern, Zoltan Paulich (Violoncello) und Karin Wolf (Viola), ihren ersten Beifall des Abends. Als Duo mit Gitarrenmusik begeisterte Nicolas Kyriakou, der an der Füssener Musikschule unterrichtet, mit Professor Takeo Sato aus Augsburg, die danach ihre offizielle gemeinsame Premiere feierten. Das Verdi Quartett präsentierte beim großen Eröffnungskonzert zunächst einen Klassiker: die Ouvertüre für Streichquartett c-Moll. Dieses Frühwerk von Franz Schubert ist fünf Minuten kurz. Mutig ging es auf der Bühne mit 15 Minuten weiter, die Philipp Glass, Jahrgang 1937, vorstellten. Dessen vierteiliges Streichquartett – präzise gespielt – endet abrupt.

Polka als Zugabe 

Für den zweiten Programmteil wurde Beethovens Streichquartett Nr. 15, a-Moll, op. 132 angekündigt. Karin Wolf erläuterte kurz die Auswahl der drei Werke, die dem diesjährigen Festivalmotto „Zwischenräume“ entsprechen sollte. Mit langem gewaltigen Applaus dankte die Zuhörerschar für die Aufführung der späten Komposition aus der Feder von Beethoven. Dieser Beifall fiel möglicherweise auch so stark aus, weil das Publikum im Nachhinein für den überraschenderweise nur 20 Minuten dauernden ersten Konzerteil danken wollte. Die konzentrierte Interpretation der Werke des blutjungen Schubert und des Minimalisten Glass war einfach ein Genuss. Mit der Zugabe – einer Polka von Schostakowitsch – klang nach schwerer Kost der Kaisersaal-Abend heiter aus.

Mehr Informationen zum Festival „vielsaitig“ finden Interessierte im Internet unter www.festival-vielsaitig.fuessen.de

Chris Friedrich

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