Füssen gibt dem Kleinen Kursaal einen neuen Namen

Der 15-jährige Kevin Huang darf bei der Namensänderung des Kleinen Kursaals den neuen Flügel einweihen. Foto: cf

Füssen – Mit einer „freudigen Trilogie" haben kürzlich die Stadt Füssen und die Sing- und Musikschule die„Namensänderung" des Kleinen Kursaals gefeiert. Der heißt ab sofort Musiksaal. 

„Wir haben ein gut geführtes Kurhaus in Hopfen. Der Begriff Kleiner Kursaal in Füssen ist überholt“, betonte Bürgermeister Paul Iacob. Der neue Namen signalisiere, worum es hier bei der Nutzung meist gehe: um Musik.   

Danach wurde ein neuer Konzertflügel vorgestellt. Damit war auch dank Kevin Huang an den Tasten schon Teil zwei der versprochenen Trilogie über die Bühne gegangen. Drittens ging es darum, den Musiksaal inklusive dem Treppenhaus als kleine Galerie für die zeitgenössische Kunst einzuweihen. 

Ihre Premiere mit zum Thema „Musik“ passenden Künstlerportraits feierte die 19-jährige Füssenerin Anna Schuer. Auf gefärbten Kartons hält sie mit Kreide und Kohlestift acht Konzert-Momente fest und lädt mit dem Zyklus nicht zuletzt zur Instrumentenkunde ein. Mit Judith Braselmann aus Füssen und Joanna Rietzler aus Seeg trug ein junges Flötenduo zum Programm bei. Saxofonist David Schaffer aus Rieden spielte – begleitet von Maul am Flügel – den Evergreen „Summertime“. Der 16-jährige Füssener Gitarrist und Sänger Raborne Gaißmayer erntete Beifall für einen Song von Johnny Cash. Das musikalische Intermezzo machte deutlich, worauf die kurzen Ansprachen von Iacob und Maul hingewiesen hatten: Die Musikschule ist im Umland gut verankert. So stand nicht zuletzt auch der dritte Bürgermeister von Schwangau, Peter Helmer, mitten im Publikum, als hier der Flügel erstmal erklang. 

Das schwarze Schimmel-Instrument ist einem Tauschgeschäft zu verdanken. Der noch aus Kurhaus-Zeiten stammende und inzwischen sehr marode Steinway-Flügel wurde „geopfert“, um im Gegenzug von einem Händler einen Flügel im Wert von rund 45.000 Euro entgegen zu nehmen. Warum dieses Tasteninstrument im Saal an eine Steckdose angeschlossen wurde, erklärte Musikschulleiter Maul mit einem Schmunzeln: „Wir spielen nicht Playback. Um mit dem Flügel wohl temperiert in die Zukunft gehen zu können, haben wir ein Klimasystem einbauen lassen.“

Was im Saal noch fehle, sei eine Bühne. Wie der KREISBOTE im Anschluss an die Feier erfuhr, will Janet Marie Chvatal, bekannt als die „Sisi“ im Füssener Ludwig-Musical, mit einem Benefiz-Liederabend dazu beitragen, dass die gewünschte Bühne angeschafft werden kann. Dabei fallen Gesamtkosten von 2000 Euro an.cf

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