Residenz Hopfensee möchte erweitern

Ein Kompromiss wird gesucht

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Um die Riviera des Allgäus zu erhalten, stellt die Stadt Füssen gerade einen Bebauungsplan für diesen Bereich auf. Doch gegen diese Vorgaben verstößt die Bauvoranfrage des Hotels „Residenz Hopfensee, weshalb die Stadtverwaltung jetzt Gespräche mit den Bauwerbern führen soll.

Füssen – Das Hotel „Residenz Hopfensee“ möchte erweitern: Neun Suiten, ein Wellnessbereich, und eine Tiefgarage mit acht Doppelparkern sollen angebaut werden. Doch von der Bauvoranfrage waren einige Stadträte am Dienstag im Bauausschuss alles andere als begeistert.

Denn die Stadt ist gerade dabei einen Bebauungsplan für dieses Gebiet aufzustellen – und laut diesen Vorgaben wäre die Erweiterung zu groß. Wenn die Räte trotzdem die Anfrage abnicken, „verkommt der Bauausschuss zur Quasselburg“, befürchtete Magnus Peresson (UBL).

Die Anfrage hat der Bauausschuss schon einmal diskutiert, und abgelehnt. Nun versuchte es der Bauwerber noch einmal. Das Problem an der Sache ist: Die Stadt Füssen stellt für diesen Bereich gerade einen Bebauungsplan auf. Und laut diesen Vorgaben, „wäre die Kubatur zu groß“, meinte Bürgermeister Paul Iacob (SPD).

Aber: Die Veränderungssperre ist für diesen Bereich bereits abgelaufen und der Bebauungsplan hat noch keine Rechtskraft, so Iacob. „Wir wollen die Arbeit von zwei Jahren nicht in den Wind schießen.“ Ob die Erweiterung zulässig ist, hänge von fünf Punkten ab, so die Stadtverwaltung: Ob sich die Art der Nutzung und das Ausmaß der Erweiterung in die Umgebung einfügen, ob genügend Stellplätze da sind und ob die Abstandsflächen eingehalten werden.

Nicht genug Stellplätze

Und mit dem Ausmaß und den Stellplätzen hat die Stadt Füssen so ihre Probleme. Der Umfang der Erweiterung füge sich „nicht mehr ganz“ in die Umgebung ein. „Das entspricht nicht unseren Vorstellungen“, so die Stadtverwaltung. Zwar werden Parkplätze nachgewiesen, aber „da ist die Entfernung soweit, dass es eigentlich nicht mehr akzeptabel ist“, sagte der Bürgermeister.

Zudem sei eine alte Dienstbarkeit aufgelöst worden, so dass diese Parkplätze nun fehlen. Und im Vergleich zu den alten Plänen wurde nur die Bezeichnung der Zimmer geändert: Aus den neun Suiten, für die jeweils ein Stellplatz nötig sei, wurden neun Zimmern. So würden nach Ansicht der Stadtverwaltung nun acht Stellplätze fehlen. „Nach unserem Stellplatzschlüssel geht das nicht“, erklärte Iacob. Der Antrag „steht und fällt mit der Stellplatzfrage.“

Kompromiss finden

Der Rathauschef machte allerdings auch klar, dass die Stadt eine Qualitätsverbesserung des Hotels befürworte, was durch diese Pläne der Fall wäre. „Aber wir wollen uns von den Vorgaben des Bebauungsplans nicht ganz verabschieden“, weshalb er sich für einen Kompromiss aussprach.

Plänen treu bleiben

Anders sah das Magnus Peresson: „Es ist legitim, dass der Besitzer, was probiert.“ Aber der Ausschuss sollte nicht gegen etwas verstoßen, was er im Bebauungsplan beschlossen hat. „Sonst verkommt der Bauausschuss zur Quasselburg.“

Ein Problem mit dem Verhalten des Bauherren hatte dagegen Bernhard Eggensberger (Füssen Land). „Das Problem mit den Stellplätzen haben wir schon angesprochen. Das ärgert mich“, dass die Anfrage ohne Änderungen erneut eingereicht werde. Und statt einer Stellungnahme liege ein Anwaltsschreiben bei. „Das ist keine Art und Weise“, so Eggensberger.

Gleicher Meinung war da Lothar Schaffrath (SPD). Der Bauwerber sollte die Kubatur ändern, damit sie mit den nachgewiesenen Parkplätzen übereinstimmen. „Alles andere werde ich nicht zustimmen“, so Schaffrath. Am Ende einigten sich die Füssener Stadträte mit einer Gegenstimme (Peresson) darauf mit dem Bauwerber noch einmal das Gespräch wegen der Kubatur und den Stellplätzen zu suchen.

Katharina Knoll

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