Brisante Diskussion: Hubert Schmid soll angeblich städtischen Zuschuss für Neubau fordern

Steuerzahlergeld für neuen "Bahnhof"?

+
Bahnhof und kein Ende: Kurz vor der Stadtratssondersitzung stellt die Firma Hubert Schmid angeblich neue Forderungen. Sie soll einen städtischen Zuschuss fordern, heißt es.

Füssen – Nach den jüngst zwischen Arbeitskreis „Bahnhof“, Stadtrat und der Firma Hubert Schmid ausgehandelten Kompromissen schien die Erteilung des kommunalen Einvernehmens durch den Stadtrat für den Bahnhofsneubau am kommenden Dienstagabend nur noch eine Formsache zu sein.

Doch nach anscheinend neuen Forderungen des Marktoberdorfer Unternehmens ist eine Einigung noch längst keine ausgemachte Sache – nach Informationen des Kreisboten fordert die Firma eine erhebliche finanzielle Beteiligung der Stadt an dem Neubau. Einige Stadträte sind deshalb regelrecht wütend. 

Nachdem sich der Arbeitskreis „Bahnhof“, der Stadtrat und die Firma Hubert Schmid mit optischen Retuschen an der Bahnhofsfassade (Satteldach, Giebel), dem Bau einer Tiefgarage und dem Verzicht auf einige oberirdische Parkplätze zuletzt einem Kompromiss genähert zu haben schienen (der Kreisbote berichtete), kommt kurz vor der entscheidenden Sondersitzung des Stadtrates am kommenden Dienstagabend, 27. Januar, offenbar wohl doch noch einmal Spannung auf. 

Der Grund ist ein Schreiben des Marktoberdorfer Bauunternehmens, das zahlreiche Füssener Stadträte nach übereinstimmender Auskunft in dieser Woche erreicht haben soll. Ihnen zufolge soll Hubert Schmid anscheinend einen städtische Beteiligung in Höhe von 300.000 bis 400.000 Euro an dem Neubau fordern. 

Konkret verlange das Unternehmen öffentliche Zuschüsse für die geplante Wartehalle, die vorgesehenen Toiletten und den Vorplatz, da es sich dabei um öffentliche Bereiche handle. Auch die zunächst vereinbarte Streichung von etwa 20 oberirdischen Parkplätzen südlich des Bahnhofs steht nun offenbar wieder zur Disposition, heißt es dem Vernehmen nach, was schließlich doch einen (umstrittenen) Eingriff in den Freybergpark zur Folge hätte. 

Einige Stadträte sind nun regelrecht entsetzt angesichts der neuesten Entwicklung. Die Firma lasse sich ihr voraussichtlich profitables Geschäftshaus „mit Bahnhofsteil“ teilweise von öffentlichen Geldern finanzieren, lautet der Vorwurf. „Befremdet bis verärgert“, seien die Kollegen sagt einer hinter vorgehaltener Hand. Von „Frechheit und Katastrophe für Füssen“ sprechen andere und stellen das kommunale Einvernehmen für den Neubau durch das Gremium infrage. Wieder andere schimpfen über die „Salamitaktik“ von Bauherr und Stadtverwaltung.

Kritik kommt auch von Harald Vauk, Initiator der Bürgerbegehren, der nach eigenen Angaben derzeit eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Augsburg prüfen lässt. „Wenn aber alle erwähnten Punkte wirklich erfüllt werden und die Stadt Füssen nicht für Zuzahlungen und Kostenbeteiligungen in Höhe von 300.000 bis 400.000 Euro für die öffentlichen Verkehrsflächen des Geschäftshauses, die als Warteraum bezeichnet werden, verpflichtet wird, sehen wir von einer Klage ab“, so Vauk am Donnerstagnachmittag. 

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und Geschäftsführer Florian Schmid waren am Donnerstag bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Beginn der Sondersitzung ist am Dienstagabend, 27. Januar, um 17 Uhr. Wegen des zu erwartenden großen Andrangs findet die Sitzung im Haus Hopfensee statt.

Matthias Matz

Meistgelesene Artikel

Eine vorsichtige Kalkulation

Nesselwang – Weniger Einnaben, geringere Schlüsselzuweisungen und gestiegene Kosten: 2017 wird wohl ein nicht so gutes Wirtschaftsjahr für die …
Eine vorsichtige Kalkulation

1649 Stunden im Einsatz

Reutte – Viel zu tun hatte die Freiwillige Feuerwehr Reutte im vergangenen Jahr. Das wurde bei der Generalversammlung der Wehr im Hotel „Goldener …
1649 Stunden im Einsatz

Arbeiten am Comeback

Füssen – Die Freien Demokraten von der FDP wollen im September zurück in den Bundestag. Der Kemptener Stephan Thomae als erfahrener Kandidat und der …
Arbeiten am Comeback

Kommentare