Zwei Investoren wollen jeweils eine Wasserski-Anlage am Forggensee bauen

Wer bekommt den Zuschlag?

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Was auf dem Inselsee bei Blaichach im Oberallgäu schon seit Jahren möglich ist, soll bald auch in Füssen angeboten werden – Wasserski- und Wakeboardfahren.

Füssen – Zwei Investoren, zwei Konzepte, ein Ziel: Am Westufer des Forggensees zwischen Ruderclub und Ehrwanger Hof wollen zwei Interessenten unabhängig voneinander eine Wasser-Ski- und Wakeboard-Anlage bauen.

Ihre Pläne haben beide Investoren dem Stadtrat bereits Ende Mai in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt. Nicht nur dort kamen die Ideen gut an. Womöglich bereits in der Sitzung am Dienstag, 26. Juli, soll das Stadtparlament darüber entscheiden, wer von den beiden den Zuschlag erhält.

Derzeit ist das Vorhaben aber noch in der Prüfungsphase. Füssens Tourismuschef Stefan Fredlmeier ist nicht bekannt als Freund großer Worte oder überschwänglicher Ausbrüche. Aber angesprochen auf die Idee, am Forggensee eine Wasserski-Anlage zu bauen, gerät er dann doch ein bisschen ins Schwärmen. Man dürfe nicht vergessen, „dass die Anlage auch für Einheimische ein schönes Freizeitangebot darstellen kann“, sagte er Anfang der Woche im Gespräch mit dem Kreisbote. Das sei „nicht minder wertvoll als der touristische Nutzen“, so Fredlmeier weiter.

Tatsächlich versprechen beide Investoren – einer aus Füssen, der andere aus Schwangau – mit einer Wasserski- und Wakeboard-Anlage mit Bar ein Projekt mit Anziehungseffekt weit über das südliche Ostallgäu hinaus. Denn Wasserski oder Wakeboard können Interessierte bisher im Allgäu nur auf dem Inselsee bei Blaichach bei Immenstadt (Oberallgäu) fahren.

Dabei gehen die Pläne des Füssener Investors über eine reine Wasserski-Anlage hinaus. Stattdessen ist die Rede von einem deutlichen Mehrwert vor allem auch für die einheimische Bevölkerung. Wer von den beiden Vorhaben den Zuschlag erhält, wird der Stadtrat womöglich schon in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 26. Juli entscheiden. Bei einer ersten Präsentation des Füssener Projekts im Marketing- und Wirtschaftsausschuss im August vergangenen Jahres soll es auf Zustimmung bei den Mitgliedern gestoßen sein.

Da im Februar die Schwangauer Investorin plötzlich eine ähnliche Idee vorlegte, durften beide ihre Pläne in der Mai-Sitzung des Stadtrates vorstellen und stießen durchaus auf Wohlwollen.

„Wir halten es für eine nicht schlechte Sache“, so Bürgermeister Paul Iacob gegenüber unserer Zeitung. Vor allem für junge Menschen sei eine solche Anlage sicherlich ein Gewinn. „Wir müssen Einrichtungen haben, die Jüngere begeistern“, betonte er. Schließlich werde Füssen immer wieder vorgeworfen, nichts für die Jungen zu bieten. „In Immenstadt funktioniert das ja auch.“ Aber auch für Ältere sei eine solche Anlage sicherlich eine tolle Sache.

Tourismuschef Fredlmeier steht der Sache wie bereits erwähnt ebenfalls aufgeschlossen gegenüber: „Aus touristischer Sicht beurteilen wir eine Wassersport-Anlage am Forggensee positiv“, sagte er. Die verschiedenen Gewässer in der Region seien profilbildend. „Insofern tragen Aktivitäten und Erlebnisse auf dem Wasser dazu bei, dieses Profil zu schärfen“, so der Chef von Füssen Tourismus- und Marketing (FTM).

Gespräche mit Behörden

Allerdings liegt das ins Auge gefasste Areal am Westufer zwischen dem Gelände des Ruderclubs und dem Ehrwalder Hof in einem Landschaftsschutzgebiet, wie Gudrun Hummel, Leiterin der Abteilung Bau und Umwelt am Landratsamt Ostallgäu in Marktoberdorf, erklärt. Sie bestätigte, dass beide Investoren ihre Pläne bereits der Behörde vorgestellt haben und weitere Gespräche folgen sollen. Darüber hinaus wollte sie sich jedoch nicht weiter zum Inhalt der Verhandlungen äußern.

Bürgermeister Iacob erklärte, dass dieses Problem über Ausgleichsflächen geregelt werden könnte. Fest stehe aber auch, dass die Landschaft und das Ufer sowie das Festspielhaus so wenig wie möglich beeinträchtigt werden sollten. „Es geht darum: Was ist am wenigsten schädlich“, erläuterte er. Da die Anlage aber im Wasser stehen wird, werde das Ufer wohl kaum beeinträchtigt.

Tourismuschef Fredlmeier wies gegenüber dem Kreisbote ebenfalls auf die Belange des Naturschutzes hin. „Dass bei der Errichtung solch einer Anlage die Interessen des Naturschutzes und sonstiger Betroffener geprüft und berücksichtigt werden müssen, versteht sich von selbst“, erläuterte er.

Deshalb sollen nun zunächst die Stellungnahmen des Landratsamtes und des Wasserwirtschaftsamtes abgewartet werden. „Es wird klare Stellungnahmen geben und danach werden wir uns dann richten“, so Bürgermeister Iacob. Ob das tatsächlich schon in der Juli- Sitzung der Fall sein werde, sei aber noch offen.

Matthias Matz

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