Stadtrat beschließt Ziele für den Regionalplan Allgäu

Langer Wunschzettel

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Ferienzeit heißt Stau in der Füssener Innenstadt. Ein altbekanntes Problem, für das nach wie vor keine Lösung in Sicht ist.

Füssen – Eine Entlastung vom Durchgangsverkehr, ein besseres Radwegenetz und eine Verbesserung der Zugverbindung zwischen Marktoberdorf und Füssen stehen aus verkehrsplanerischer Sicht ganz oben auf dem Wunschzettel der Füssener Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik.

Einstimmig hat der Stadtrat jetzt einer dementsprechenden Stellungnahme zur Fortschreibung des Regionalplans Allgäu zugestimmt. Ein Stadtrat reagierte dennoch verärgert.

Das stetig steigende Verkehrsaufkommen durch Pendler und Touristen führt zu neuen Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur im Allgäu. Darüber hinaus muss nach Ansicht von Fachleuten vor dem Hintergrund der aufgelösten Bundeswehrstandorte, die künftig zivil genutzt werden sollen, mit einer weiteren Zunahme des Personen- und Güterverkehrs auf den Allgäuer Straßen gerechnet werden.

Um diesen Verkehrsentwicklungen gerecht zu werden, hat der Regionale Planungsverband Allgäu (RPV) im vergangenen Jahr die Teilfortschreibung des Regionalplans beschlossen. Dem hat der Füssener Stadtrat nun einstimmig zugestimmt, insofern der RPV noch einige aus Sicht der Stadt Füssen wünschenswerte Ergänzungen mit aufnimmt.

Entlastung für die Innenstadt

Ganz oben auf der Wunschliste der Lechstadt steht dabei die Entlastung vom Durchgangsverkehr in Richtung Königsschlösser. Als Grundsatz soll nach Willen von Verwaltung und Stadtrat deshalb in den überarbeiteten Regionalplan aufgenommen werden, dass „im Mittelzentrum Füssen Verkehrsverbesserungen herbei geführt werden, die die Stadt vom tourismusbedingten Durchgangsverkehr entlasten“ sollen. Als Ziel soll daher die Weiterführung der B310 von der B16 zur B17 im Regionalplan festgeschrieben werden.

Hinsichtlich des Schienenverkehrs sprach sich das Stadtparlament auf Antrag der Verwaltung dafür aus, die Züge zwischen Marktoberdorf und Füssen „durch geeignete Maßnahmen wie insbesondere den Einsatz modernen Zugmaterials qualitativ aufzuwerten“. Außerdem soll die Leistungsfähigkeit der „König-Ludwig-Bahn“ zwischen Buchloe und Füssen durch mehr Haltestellen ausgebaut werden.

Darüber hinaus wird eine Weiterentwicklung und Verbesserung des Radwegenetzes gewünscht. Dabei liegt die Betonung tatsächlich auf wünschen. Denn ob die Anregungen aus Füssen auch tatsächlich in den überarbeiteten Regionalplan einfließen, liegt schlussendlich am RPV, wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD) auf Nachfrage von Herbert Dopfer (Füssen-Land) mitteilte.

Ärger bei Doser 

Verärgert äußerte sich hingegen Jürgen Doser von den Freien Wählern Füssen (FWF). „Den Radlern geht`s gut, den Fußgängern geht`s wohl auch ganz gut, nur den Autofahrern geht`s schlecht“, sagte Doser und spielte damit auf die nach wie vor ungelösten innerstädtischen Verkehrsprobleme vor allem im Sommer an. Statt mehr oder weniger erfüllbare Wünsche zu formulieren, sollte die Stadt endlich ihre Probleme selbst angehen.

 Denn noch immer, so Doser weiter, sei noch kein Büro mit der Ausarbeitung eines Verkehrskonzeptes beauftragt worden. „Seit acht Jahren schaffen wir`s nicht einmal, einen Zebrastreifen a bisserl nach links oder rechts zu bewegen“, schimpfte er. „Als Stadtrat kann ich damit nicht mehr leben.“ Förderung nicht riskieren Dass noch kein Büro mit einem Verkehrskonzept beauftragt worden sei, liege an den Anforderungen der Regierung von Schwaben in Augsburg, erläuterte Bauamtsleiter Armin Angeringer daraufhin.

Die an dem Auftrag interessierten Planungsbüros müssten noch verschiedene Punkte klären, ansonsten könnte die finanzielle Förderung gefährdet werden, so der Bauamtsleiter weiter.

Matthias Matz

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