Parteiübergreifender Eilantrag soll Verkehrsprobleme noch vor dem Sommer in Teilen lösen

Keine weiteren Zumutungen

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Luitpoldstraße, Mittwochnachmittag: Durch die Sperrung des Grenztunnels bekommen die Füssener schon jetzt einen Vorgeschmack auf die Sommermonate .

Füssen – Kommt nun endlich Bewegung in die seit Jahren währende Diskussion um eine Entlastung des innerstädtischen Verkehrs? Kurz vorm Start der Tourismussaison haben CSU, Freie Wähler sowie UBL/BfF einen fraktionsübergreifenden Eilantrag für ein Verkehrskonzept gestellt.

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) zeigte sich im Gespräch mit dem Kreisboten zuversichtlich, schon in absehbarer Zeit ein oder zwei Schritte weiterzukommen. Denn die Voraussetzungen dafür seien heuer besser als in der Vergangenheit. Mit einem parteiübergreifenden Eilantrag wollen CSU, FW und UBL/BfF noch vor den Sommermonaten erste Schritte zur Lösung des Verkehrsproblems in der Innenstadt machen. Basis des Papiers sind verschiedene Anträge zu diesem Thema aus den Jahren 2012 und 2013, die damals schon „abgestimmt bzw. positiv diskutiert“, aber eben nie umgesetzt wurden. Durch die Großbaustelle am Bahnhof und die dadurch zu erwartenden zusätzlichen Verkehrsbehinderungen bekomme das Thema aber eine neue Dimension. „Besonders wichtig erscheinen uns die Maßnahmen durch den zusätzlichen Baustellenverkehr beim Bahnhofsneubau“, schreiben die Antragsteller. „Hier muss bis zum Neubau des Bahnhofs und eines damit verbundenen Verkehrskonzepts eine probeweise Entlastung bereits noch vor dem Ferienverkehr greifen.“

Im Einzelnen fordern die Antragsteller folgendes:

Um den Luitpoldkreisel zu entlasten, soll die Bahnhofstraße in Richtung Westen für Busse und Taxis freigegeben werden. „Die vieldiskutierte Schranke steht seit Wochen offen, offensichtlich ohne dass Missbrauch getrieben wird und unbefugt Fahrzeuge durchfahren“, heißt es dazu.

Um die Augsburger Straße zu entlasten und den Verkehr zweispurig zum Kaiser-Maximilian-Platz bzw. in Richtung Schwangau führen zu können, soll die Anzahl der Parkplätze an der Ostseite der Augsburger Straße erheblich reduziert werden. Davon erhoffen sich die Fraktionen „vergrößerten Stauraum und zügigere(n) Abfluss, da Rechtsabbieger nicht behindert werden“.

Rechtsabbieger aus Richtung Norden zum Luitpoldkreisel sollen an der Ampel am Kaiser-Max-Platz auch fahren dürfen solange die Linksabbieger vom Luitpoldkreisel in die Augsburger Straße grün haben. „Dazu muss nur die Ampelschaltung verändert oder eventuell ein grüner Pfeil angebracht werden.“

Außerdem fordern die Stadträte die Umsetzung verschiedener Beschlüsse vom Sommer 2012. Dazu gehört, den Zebrastreifen am Übergang Hotel Luitpold zu entfernen und stattdessen durch eine Mittelinsel einige Meter weiter süd-östlich zu ersetzen. Außerdem soll der Gehweg schmaler gemacht werden. Im Gegenzug soll – möglicherweise nach der Saison – ein zusätzlicher Bypass gebaut werden. In einem späteren Schritt fordern die Antragsteller eine Verkleinerung des Kreisels, eine Verlängerung der Linksabbiegespur in Richtung Weidach ab dem Hotel Hirsch sowie eine Einbahnregelung in der Theresienstraße in Richtung Kaufbeuren.

„Die beantragten Maßnahmen können kurzfristig, ohne größere Kosten und zum großen Teil in Eigenregie der Stadt schnell realisiert werden“, werben die Antragsteller für ihren Vorstoß. „Es ist unseren Bürgern und Gästen kein weiterer Sommer zuzumuten, insbesondere mit einer Großbaustelle im Knotenpunkt Füssens, ohne wenigstens den Versuch zu unternehmen, den innerstädtischen Verkehr zu entzerren.“ Bürgermeister Paul Iacob zeigte sich auf Anfrage unserer Zeitung durchaus optimistisch, dass sich in dieser Causa noch vor dem Sommer etwas bewegen könnte. „Teile davon werden möglichst schnell umgesetzt werden“, sagte er. Denn durch die Änderung des Bebauungsplans W43 Ottostraße/Bahnhofstraße entstehe mehr Spielraum, beispielsweise für eine weitere Fahrspur aus Richtung Westen hin zum Kaiser-Max-Platz. „Wir sind dabei, den Plan in mehreren Schritten zu ändern“, so der Rathauschef. Bereits in der nächsten Stadtratssitzung soll der Eilantrag behandelt werden. Geld für dessen Umsetzung sei da, sagte der Bürgermeister. Endgültige Entscheidungen darüber müssten aber von den Ausschüssen und dem Stadtrat getroffen werden.

Matthias Matz


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