Einstimmiger Beschluss

"Brauchen das Programm"

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Eltern von Kindern, die an HIPPY teilnehmen, werden sich auch weiterhin treffen können. Der Stadtrat ist für eine weitere finanzielle Unterstützung des Projekts.

Füssen – Das Füssener Vorschul- und Sprachförderungsprogramm HIPPY geht im September in die dritte Runde. Einstimmig sprach sich der Stadtrat am Dienstagabend vergangener Woche dafür aus, das Projekt der AWO Füssen-Schwangau zunächst bis zum 31. August 2016 weiter finanziell zu fördern.

Allerdings soll auf Vorschlag von Dr. Anna Derday (FW) versucht werden, weitere Kostenträger mit ins Boot zu holen. Knapp 37.000 Euro wird die Stadt Füssen die Fortsetzung des Projekts in den kommenden drei Jahren voraussichtlich kosten (der Kreisbote berichtete). Weitere 15.900 Euro (30 Prozent er Gesamtkosten) will die AWO Füssen-Schwangau in den kommenden beiden Jahren dazu beisteuern. 

Doch HIPPY ist den Füssener Stadträten das Geld wert. „Wir investieren das Geld in ein wichtiges Gut, in unsere Kinder und unsere Zukunft“, warb SPD-Stadtrat und Lehrer Wolfgang Bader um die Zustimmung des Gremiums. In die gleiche Richtung argumentierte Dr. Martin Metzger (BfF), der sagte, dass Programm sei „ein ganz richtiger Schritt“. Schließlich beuge es dem zukünftig drohenden Fachkräftmangel vor. Wolfgang Bader ergänzte in diesem Zusammenhang: „Jede Therapie ist teurer als Prävention.“ 

Zuvor hatte Projektkoordinatorin Melanie Siegl bei den Stadträten eindringlich für das Frühförderprogramm geworben. Ziel des Programms ist, Kinder vor allem mit Sprachproblemen unter Einbeziehung der Eltern spielerisch auf die Schule vorzubereiten. „Die Übungen fördern die unterschiedlichen Entwicklungsbereiche“, erklärte Siegl. Seit 2010 hätten 28 Familien an HIPPY teilgenommen, allein im Schuljahr 2013/14 seien es 14, berichtete sie. Fast die Hälfte davon sei türkischer Abstammung. 

Das Projekt jedenfalls scheint bislang erfolgreich zu sein. Umfragen unter Füssener Lehrern hätten ergeben, so Siegl weiter, dass die Hälfte der an HIPPY teilnehmenden Kinder im oberen Leistungsbereich ihrer jeweiligen Klassen liegen würden. „Wir haben nur die Chance etwas zu verändern, wenn wir möglichst früh anfangen“, betonte Siegl.

 Sibylle Berktold, Leiterin des Kindergartens St. Gabriel, sprach sich ebenfalls für eine Fortsetzung des Projektes aus: „HIPPY ist fast aufsuchende Sozialarbeit“, sagte sie. Welche Auswirkungen die Teilnahme an HIPPY für die Kleinen in der Praxis hat, berichtete Irina Wojnarowske, eine betroffene Mutter. „Mit diesem Programm hat meine Tochter in einem dreiviertel Jahr Deutsch gesprochen“, schwärmte sie. Vor allem Kinder und Eltern mit ausländischen Wurzeln wie sie selbst „brauchen das Programm“, betonte die Frau. 

Die Stadträte zeigten sich ebenfalls überzeugt von dem Projekt und stimmten einer Verlängerung der finanziellen Unterstützung durch die Stadt für weitere zwei Jahre zu. Dr. Anna Derday von den FW schlug allerdings vor, wenn möglich weitere Kostenträger an der Finanzierung von HIPPY zu beteiligen. Bürgermeister Paul Iacob (SPD) sicherte zu, dass nach diesen gesucht werden soll.

Matthias Matz

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