Städtische Bevormundung?

Größtenteils positiv beurteilte Vorsitzender Klaus Keller (links) die Arbeit und die Erfolge der Werbegemeinschaft Füssen im letzten Jahr. ed

Die erwartete Diskussion über das Dauerthema "Theresienhof" blieb vor kurzem bei der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Füssen im Gasthof Hechten aus. Umso heftiger wurde über die neue Werbeanlagen- und Sondernutzungssatzung debattiert, die vielen der anwesenden Mitglieder zu restriktiv, einseitig und kompromisslos erscheint. Ferner kündigte Vorsitzender Klaus Keller für die Wahlen 2013 seinen Rücktritt von der Arbeit in der Vorstandschaft der Werbegemeinschaft an.

In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr ließ Keller einige Erfolgen Revue passieren, nannte allerdings auch einen „Flop“, nämlich die Kultur- und Einkaufsnacht. Diese stand wetterbedingt unter keinem guten Stern. „Sie war sprichwörtlich ein Reinfall" meinte Keller und fügte hinzu, dass man, falls die Mehrheit der Werbegemeinschaft dafür ist, sie am 29. September 2012 erneut veranstalten möchte. Erregte Diskussionen gab es um die vor kurzem in Kraft getretene Sondernutzungssatzung bezüglich der Werbung rund um die Geschäfte in der Innenstadt. Manfred Wagner regte eine Überprüfung der Satzung auf ihre Rechtmäßigkeit an: „Als Jahrzehnte lange Geschäftstreibende in der Stadt haben wir es nicht nötig, uns immer wieder von der Verwaltung bevormunden zu lassen". Frieder Hanauer erklärte: „Eine Konfrontation hilft uns nicht weiter. Wir sollten uns einen eigenen Kodex auferlegen, mit dem wir der Stadt Paroli bieten können". Zuvor hatte Bürgermeister Paul Iacob wegen dieser Vorhaltungen auf die langen Verhandlungen über die Vorgehensweise bei der Sondernutzung mit allen Institutionen und Verbänden hingewiesen. „Heraus kam dabei, ich betone im Konsens, die nun vorliegende Satzung“, gab Iacob zu verstehen und fügte hinzu: „wie sich Füssen präsentiert ist nicht die Art, die wir uns für die Zukunft wünschen – ein Imagewandel ist dringend angesagt“. „Die positiven Auswirkungen der Allgäu weit beworbenen Markttage, angereichert durch verschiedene Attraktionen wie Flohmarkt oder Auftritt der Eichhorn-Combo, haben für Handel und Gastronomie sichtlich profitable Erfolge eingefahren" führte Keller aus. Auch die Gutscheine der Füssener Werbegemeinschaft hätten sich immer größerer Beliebtheit erfreut, innerhalb der letzten sechs Jahre wurden diese für rund 40.000 Euro ausgestellt. „Da der Beschenkte eine sehr große Auswahlmöglichkeit der Einlösung hat erhöhen sich auch die Chancen, Neukunden zu gewinnen“, erläuterte Klaus Keller. Im Rahmen der „Schlosstaler- Aktion" in der Adventszeit monierte der Vorsitzende die Tatsache, dass manche Firma durch eine zeitliche Begrenzung kontraproduktiv und negativ fürs Geschäft reagiert hätte. Den Nikolausmarkt soll die Werbegemeinschaft auch in Zukunft unterstützen, die Handhabung müsse jedoch mit Füssen Tourismus und Marketing und der Stadtverwaltung neu verhandelt werden. Ferner regte er zur Weihnachtszeit eine Krippenausstellung in den Schaufenstern des Handels als Anreiz für den Besuch von Füssen durch Gäste an. In seinem Schlusswort gab Keller zudem mit dem Argument „31 Jahre sind genug" bekannt, dass er bei den Neuwahlen der Vorstandschaft im nächsten Jahr nicht mehr zu Verfügung stehen wird.

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