Starker Druck

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Kein Major, aber dennoch ein hoher Gast am Bundeswehrstandort Füssen: Oberstleutnant André Wüstner (rechts) mit dem Standorttag-Organisator Stabsfeldwebel a. D. Franz Jung (links). Aus der Allgäu-Kaserne nehmen (v.l.) die Kommandeure Dr. Eric Offermann und Marc Paare am „Standorttag“ der „Allgäu Kaserne“ teil.

Füssen – Mehr Personal und höhere Investitionen sind nötig soll aus der Bundeswehr bis 2020 ein zuverlässiges sicherheitspolitisches Instrument werden, meint Oberstleutnant André Wüstner. In der Pflicht sieht der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes dabei die Politik, erklärte er jetzt.

Wüstner erklärte den etwa 150 Soldaten aus der „Allgäu Kaserne“ beim „Standorttag“ im „Haus der Gebirgsjäger“, „wo wir weiter Druck machen müssen“. Das gelte vor allem auch für den Bereich Personal „mit den erzielten Fortschritten“. Die Notwendigkeit der personellen Stärkung der Bundeswehr nach dem Stellenabbau sei erkannt. Wolle die Politik mit der Bundeswehr bis 2020, so Wüstner, über ein zuverlässiges sicherheitspolitisches Instrument verfügen, „muss sie weiter und mehr investieren“. Den Schwerpunkt sieht der Bundeswehrverband dabei im Personalwesen und nicht bei den Rüstungsgütern.

Die etwa 150 Soldaten und Soldaten aus der Allgäu Kaserne, denen der „Standorttag“ im „Haus der Gebirgsjäger“ unter Leitung von Stabsfeldwebel a. D. Franz Jung vom Bezirk Bairisch Schwaben die gute Gelegenheit für Gesprächrunden mit Wüstner bot, nutzten in den Nachmittagsstunden diese Chance. Der seit 2013 amtierende Vorsitzende mit Wurzeln in Unterfranken und mittlerweile Privatwohnsitz im Westerwald sagte mit Blick auf die inzwischen üblichen Standortwechsel eines Soldaten, dass es die Wahlmöglichkeit zwischen Trennungsgeld und Umzugskostenvergütung geben müsse.

Einsatz für Kameraden 

Der Deutsche Bundeswehrverband ist die Interessenvertretung von etwa 200 000 Mitgliedern. „Dabei ist die Kommunikation mit unseren Mitgliedern das A und O“, betonte Vorsitzender Wüstner, der eine freie Rede hielt. Über Auslandseinsätze der Bundeswehr sagte er: „Es gibt Absicherungen für den Fall, das einem etwas passiert. Wir setzen uns für die Kameraden ein, die nicht gesund von einem Einsatz zurückkommen.“

Hoffen auf Politik

Der Verbandsvorsitzende wies auf einen Soldaten hin, der in Afghanistan so stark verletzt wurde, dass er auf den Rollstuhl angewiesen ist – was sein soziales Engagement für „einsatzversehrte Kameraden“ stärker gemacht habe. Wüstner: „Die meisten Soldaten kommen aus einem Auslandeinsatz ohne Schäden zurück. Wenn aber doch etwas passiert ist, gibt es eine von uns als wesentlich betrachtete Regelung: das Einsatz-Weiter-Verwendungsgesetz.“ Um für die Interessen der Soldaten „starken Druck zu machen, ist es wichtig, dass wir im engen Kontakt mit den für uns besonders wichtigen Ansprechpartnern des Deutschen Bundestags stehen. Das sind die einzelnen Abgeordneten.“

Der „Standorttag“ im „Haus der Gebirgsjäger“ wurde von Jung moderiert. Er steht dem Bezirk Bairisch Schwaben im Landesverband Süddeutschland vor.

Chris Friedrich

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