Start für "Allgäuer Moorallianz"

Schnürlregen, ein Minister in Gummistiefeln, protestierende Bauern gegen die zwangsweise Blauzungenimpfung und zwei zufriedene Landräte waren die äußeren Umstände, die die Übergabe des Förderbescheides für das Naturschutzgroßprojekt „Allgäuer Moorallianz" durch den bayerischen Umweltminister Dr. Markus Söder inmitten des Füssener Schorenmooses begleiteten.

Hochrangige Besucher und Inte- ressierte trafen sich mitten im „natürlichen“ Sumpf im Füssener Norden, um aus der Hand von Staatsminister Dr. Söder den ersten Förderbescheid in Höhe von 900000 Euro für die „Allgäuer Moorallianz“ im Ost- und Oberallgäu (wir berichteten) entgegenzunehmen. Mit dieser Summe sollen Moore, zu zwei Dritteln liegen sie im Ostallgäu und zu einem Drittel im Oberallgäu, erhalten bzw. renaturiert werden. Die Allianz hatte sich im Herbst 2007 im Rahmen des Wettbewerbs idee.natur, „infiziert vom fantastischen Zweck und der Zukunftswirkung“, so Landrat Johann Fleschhut, um Fördermittel beworben und erhielt unter 122 deutschlandweiten Projekten, zusammen mit vier anderen Bewerbern, den Zuschlag. Insgesamt fließen in das Projekt 9 Millionen Euro zum Erhalt der Moore und zum Ausbau der regionalen Entwicklung. Davon stammen aus Bundesmitteln 75, vom Land Bayern 15 Prozent. Zehn Prozent übernimmt der eigens zu diesem Zweck gegründete Zweckverband der beiden betroffenen Landkreise. „Ich war zunächst von der Idee überhaupt nicht überzeugt", outete sich der Ostallgäuer Landrat Fleschhut. Er habe aber bald „die wirklich gute Idee, die dahinter steckt, erkannt und gemeinsam mit seinem Kollegen aus dem Oberallgäu, Gebhard Kaiser, gehandelt und die Moorallianz gegründet". „Man darf nicht nur reden, sondern muss auch Anreize schaffen", stellte Staatsminister Dr. Söder fest und wies darauf hin, dass nur intakte Moore ihre vielfältigen Aufgaben erfüllen können. Sie gelten als natürliche Wasserrückhaltegebiete, entziehen der Atmosphäre Kohlendioxid und sind Heimat vieler stark bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Mit den Fördermitteln werde die Allgäuer Moorlandschaft beispielsweise durch Flächenankauf und Wiedervernässung entwässerter Moore dauerhaft ge- sichert. In seinen Ausführungen wies er weiter darauf hin, dass im Allgäuer Voralpenland mit über 2200 Hektar Hoch- und Übergangsmooren 15 Prozent des gesamten bayerischen Bestandes liegen. Hinzu kämen fast 1000 Hektar Niedermoore und Streuwiesen. Weitere Informationen zum Thema gibt es auf www.allgaeuer-moorallianz.de und www.kempten.bund-naturschutz.de .

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