Deckwerth will Landrätin werden

Ilona Deckwerth (4. v.r., roter Pulli) ist die Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Ostallgäu. Sie wurde von den Delegierten jetzt einstimmig dafür nominiert, im März um den Landratsposten zu kandidieren. Foto: cf

Füssen – Bei der Wahl zum Ostallgäuer Landrat tritt Ilona Deckwerth für die SPD an. Die 52-Jährige wurde vor kurzem einstimmig bei der SPD-Aufstellungskonferenz im Hotel Luitpoldpark ins Rennen geschickt. Mit dabei war auch einer von Deckwerths Gegenkandidaten – Hubert Endhardt von den Grünen.

Endhardt – derzeit Stellvertreter des amtierenden Landrats Johann Fleschhut (FW) – unterstrich bei der Versammlung als Gast beim Grußwort: Eine Zusammenarbeit mit den Genossinnen und Genossen werde er, vor allem bei Umweltfragen unterstützen. Unter Beifall wurde in der Versammlung die lange Liste der SPD für den nächsten Kreistag bestätigt, auf der insgesamt 60 Kandidaten stehen. Der Frauen- und Männeranteil auf dieser Kreistagsliste beträgt jeweils 50 Prozent. 

„Ausgewogen wurde darauf geachtet, dass unsere Kandidatinnen und Kandidaten aus den Ostallgäu-Regionen Süden, Mitte und Norden kommen“, erklärte der Leiter der Versammlung, Josef Fleschutz. Es gab ein Raunen im Saal, als Johannes Füssel von den Jusos beanspruchte, von Platz 26 auf Platz 14 vorrücken zu können. Mit diesem Vorstoß konnte er sich aber nicht durchsetzen. Sein von Sven Karwath unterstützter Antrag fand mit 5:18 Stimmen keine Mehrheit. 

Kandidatin Deckwerth freute sich über das klare Votum der Delegierten aus sieben von neun Ortsvereinen im Unterbezirk für ihre Kandidatur, die den Landratsposten zum Ziel hat. Sie sagte: „Unseren Wahlkampf machen wir genau so erfolgreich weiter.“ Ihre politische Vorstellung bezogen auf den Landkreis sei „dass ein Lebensraum für alle“ zu gestalten wäre, „unabhängig vom Lebensalter, persönlichen Finanzen und dem Gesundheitszustand“. Wichtig sei, dass die Möglichkeit bestehe, „am gesellschaftlichen Leben in unserer Kulturregion aktiv teilzunehmen“, betonte Deckwerth. Darüber hinaus gelte ihr Augenmerk den Familien, „die es alle gerne sähen, wenn die Schule im Dorf bleibt“.

Die SPD sei „Anwalt der Kommunen“, so Landtagsabgeordneter Dr. Paul Wengert in der Aussprache. Wirtschaftspolitisch will sich Deckwerth nicht von der im Ostallgäu herrschenden „Vollbeschäftigung“ blenden lassen. Zwar gebe es viele Arbeitsplätze, jedoch auch häufig Lohndumping. Ziel müsse sein, hier für gerechte Löhne zu kämpfen. Ein „gutes Schienen- und Straßennetz“ sei für die „unbedingt notwendige Ansiedlung von Unternehmen „ebenso wichtig wie der Breitbandausbau“. Den Firmen müsse im Ostallgäu selbstverständlich „ein schnelles Internet“ zur Verfügung stehen. 

Deckwerth kommentierte auf Nachfrage des Kreisbote wie folgt die Kreistagsliste: „Wir haben hier im Unterbezirk viele gute Leute, die ganz unterschiedliche Berufe ausüben.“ Daraus ergebe sich „ein buntes Bild an Kompetenz“. Die SPD strebe, wie nicht nur Deckwerth abschließend unterstrich, „mehr als sechs Räte an“. cf

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