Gemeindevertreter, Besitzer und Projektentwickler stellen Pläne für das Areal der Textilfabrik vor

Büros, Wohnungen und ein Kino

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Vor einem Modell des Riesenareals: Dionys L. Lehner (v.l.) von Linz Textil, Bürgermeister Alois Oberer, Thomas Oberhofer, „redserve“ Projektentwicklung, Ortsplaner Armin Walch, Michael Hold vom EWR, Manuel Geiger vom arcusbau und Klaus Schmitzer vom EWR.

Reutte – Ein neuer Ortsteil mit überregionaler Bedeutung soll auf dem Gelände der ehemaligen Textilfabrik in Reutte entstehen. Darin waren sich jetzt Vertreter der Ortsgemeinde und der Grundbesitzer, Investoren und Projektersteller einig, als sie das Projekt vorgestellt haben.

Nach dem Aus der Reuttener Textilwerke im Jahr 2008 lag das große Areal am Lech in guter Lage zum Ortszentrum plötzlich brach, harrte einer nachhaltigen Nutzung und bereitete Gemeinde und Besitzer einiges Kopfzerbrechen. Mit Gespür und ohne Hast machten sich die Beteiligten daran, das Beste daraus zu machen. 

Ein begleitendes Projekt liegt nun auf dem Tisch. Als die größte städtebauliche Herausforderung des Jahrhunderts bezeichnete Ortsplaner Armin Walch die Planung zur Verbauung des RTW-Areals. Nachdem Bagger und Baumaschinen die Altbestände der „Fabrik“ dem Erdboden gleichgemacht haben, erschließt sich dem Betrachter ein Riesenareal am Lech. Man ging daran das große Gelände einer zukünftigen, nachhaltigen Nutzung zuzuführen. Es soll ein komplett neuer Ortsteil entstehen, der über die Marktgemeinde hinaus von eminenter regionaler Wichtigkeit werden wird. 

Da waren sich bei der Vorstellung des Projektes alle Beteiligten einig. Zum einen die Grundbesitzer Linz Textil und Elektrizitäts-werke Reutte, die Marktgemeinde, die Projektersteller und die Investoren. Von einer selten genug herrschenden „harmonischen Situation“ sprach Dionys L. Lehner, der Vorstandsvorsitzende der Linz Textil, der sich seit Jahrzehnten mit der Marktgemeinde Reutte verbunden fühlt und nun nach der Schließung des Werkes 2008 mit Genugtuung „eine Vision mit realer Basis“ ortet. 

Arbeiten, Wohnen, Freizeitbeschäftigung, Gastronomie, Medizin und Verkauf soll auf dem Riesenareal, es handelt sich um 154.000 Quadratmeter, 26.000 davon im Besitz der EWR, möglich werden. „Größtes Augenmerk wurde bei den Planungen und künftigen Widmungen darauf gelegt, dass die Aktivitäten nicht unserer lange angestrebten Zentrumbelebung zuwiderlaufen“ , meinte Bürgermeister Alois Oberer und verwies auf die einstimmig gefassten Beschlüsse im Gemeinderat. 

Jugendtreff und Bowling 

Thomas Oberhofer von „redserve“ als Projektentwickler skizzierte das Großprojekt und verwies auf die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Im Kerngebiet um das ehemalige Einfahrtstor zur „Fabrik“ sollen Geschäfte und Büros entstehen. An den zum Wohngebiet im Osten und Süden grenzenden Flächen soll ein Wohnungsmix aus sozialem Wohnbau, Ein-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern das Reuttener Wohngebiet deutlich erweitern. Im Mischgebiet, zum Lech ausgerichtet, finden Gründer und Produktionsbetriebe ihren Platz. Dort ist auch ein Freizeitzentrum mit Jugendtreff, Kino, Bowling und Klettermöglichkeit angedacht.

Ein erster konkreter Schritt zur Realisierung der Visionen ist bereits gemacht. Auf einer „Sonderfläche Beherbergungs-großbetrieb“ wird schon bald ein „alp style hotel“ Gäste aufnehmen. Manuel Geiger, von der „arcusbau“, Kirchbichl, meinte dazu : „Unser ,designed Economy Hotel´ unterscheidet sich von den derzeit am Markt befindlichen Hotels durch seinen unverkennbaren alpinen Auftritt. “ Der Drei-Sterne-Betrieb soll Geschäftskunden und Urlauber gleichermaßen ansprechen. 

Ein entsprechendes Hotel in Dachau funktioniere bereits bestens und demnach sollte das Konzept auch für Reutte Gültigkeit haben, meinte der Investor zuversichtlich. Mit der Fertigstellung rechnet man im Jahr 2017. Als Ältester in der Runde meinte Lehner: „Aus der nachhaltigen Hinterlassenschaft der Textilwerke soll ein Zukunftsprojekt entstehen. Die Realisierung möchte ich gerne noch erleben.“ Textilindustrie in Reutte Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war Reutte ein Zentrum der Textilindustrie. Die „Fabrik“ am Westende des Außerferner Bezirkshauptortes bot vielen Arbeit und Brot. 

Unter der „Ära-Thyll“ war der Textilbetrieb auf dem Höhepunkt seiner Tuchproduktion. Bald nach dem Zweiten Weltkrieg galten die Textilwerke als eine der modernsten Produktionsanlagen Österreichs. Über einhundert der modernsten Webmaschinen standen in den Hallen, der Aufschwung war enorm. Über fünfhundert Mitarbeiter produzierten in der Hauptsache Cordsamt und Reifencord. Die weltweite Textilkrise in den achtziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts brachte stufenweise das Aus für den Traditionsbetrieb. Im Jahr 2008 strichen die Reuttener Textilwerke dann endgültig die Segel.

niko

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