Die Pfrontener Viehscheid steuert auf einen neuen Besucherrekord zu

"Die schönste Viehscheid"

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An die 600 Tiere bringen die Treiber am Samstagmorgen von den sieben Pfrontener Alpen auf den Viehscheid-Platz.

Pfronten – „So viele waren es ja noch nie“, staunte ein für die Verkehrssicherung zuständiges Mitglied der Pfrontener Feuerwehr. Tatsächlich kamen nach ersten Schätzungen am Samstag wohl noch einmal mehr Besucher zur traditionellen Viehscheid als im vergangenen Jahr.

Bei herrlichem Frühherbstwetter fand am vergangenen Wochenende in Pfronten der Höhepunkt der Viehscheid-Däg, die traditionelle Viehscheid am Samstagmorgen, statt. Dabei passte alles zusammen, hieß es immer wieder von den Zuschauern, die dicht gedrängt die Straßen säumten, wo sie auf das Eintreffen des Jungviehs aus dem Vils- und Achtal warteten.

Pünktlich gegen 9 Uhr trafen die Rinder aus dem Vilstal ein und wurden vorbei an den zahllosen Besuchern zum Viehscheid-Platz getrieben. Gegen 9.30 Uhr erreichten schließlich die Tiere aus dem etwas weiter entfernten Achtal das Dorf und wurden ebenfalls zum großen Scheideplatz getrieben. Insgesamt waren es dieses Jahr rund 600 Tiere von sieben Pfrontener Alpen.

Das Vieh kommt ins Tal

Heuer hatten sich allerdings ein paar Jungbauern aus der Gegend von Augsburg einen besonderen Gag einfallen lassen: Sie imitierten ein Kranzrind samt Gefolge und gingen vor der hinter ihnen marschierenden Harmonie-Musik her. Dies skurrile Bild löste bei allen Zuschauern enormes Gelächter aus. Mit so etwas hatte nun wirklich keiner gerechnet.

Seit 15 Jahren dabei

Auf dem Festplatz vor der Mittelschule verteilten sich die Menschenmassen schnell. Die einen gingen links zum Bierzelt, die anderen rechts zum traditionellen Viehscheid-Markt, auf dem es wieder viele bäuerliche Gebrauchswaren, Leckereien, Süßigkeiten und vieles mehr gab. Ein Ehepaar aus der Nähe von Berlin, das seit 15 Jahren zu jeder Viehscheid nach Pfronten kommt, brachte nach der Veranstaltung die Meinung vieler Gäste an diesem Tag auf den Punkt: „Das war die schönste Viehscheid, die wir bis jetzt miterleben durften!“

Bereits am Freitagabend fand ein großer Festumzug verschiedener Musikkapellen durch Pfrontens Zentrum statt. Dabei war heuer zum ersten Mal auch ein Spielmanszug aus dem Rheinland mit von der Partie. Alle Pfrontener Geschäfte und Gaststätten hatten am diesem Abend extra lang geöffnet und die vielen Besucher flanierten bis weit nach Mitternacht von Gaststätte zu Gaststätte. Der herrliche laue Septemberabend war allerdings auch wie geschaffen dafür.

Ausgelassene Stimmung

Eine Neuerung seitens des Veranstalters, der Gemeinde Pfronten, gab es dieses Jahr ebenfalls. So wurden erstmals veranstaltungsnah Behinderten-Parkplätze geschaffen, um auch gehbehinderten Personen den Zugang zur Veranstaltung zu erleichtern. Dies wurde insbesondere von den Betroffenen ganz besonders begrüßt. „Endlich hat auch mal einer an uns gedacht,“ so ein gehbehinderter Rollstuhlfahrer. „Das ist sonst kein Spaß, wenn man mit dem Rollstuhl erst mal einen Kilometer zum Veranstaltungsort rollen muss.“

Ein nicht Behinderter könne kaum nachvollziehen, wie anstrengend das ist. „Da kommt man schon verschwitzt bei der Veranstaltung an“. Am Abend sorgte schließlich die Partyband „Herz-Ass“ mit ihrem Programm für ausgelassene Partystimmung bis spät in die Nacht im proppevollen Pfrontener Festzelt.

Ralph Finger

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