Gemeinderat will keinen Sendemast im Wohngebiet

Raus in die Natur

+
Für den Sendemast in der Tiroler Straße sucht die Telekom eine Alternative. Doch dagegen formiert sich Widerstand.

Pfronten – Raus aus dem Wohngebiet. Das ist das Ziel des Gemeinderats mit Blick auf den geplanten neuen Mobilfunkmasten in Steinach. Dort will die Telekom in der Tiroler Straße 112 einen Masten für GSM, UMTS und LTE 1800 errichten.

Dagegen hat sich aber heftiger Widerstand formiert: In der Gemeinderatssitzung wurden mehrere hundert Unterschriften dagegen übergeben. Nun will die Gemeinde Alternativstandorte suchen. Nachdem in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats von besorgten Bürgern weitere mehrere hundert Unterschriften gegen die neue Sendeanlage übergeben wurden, war sich das Gremium einig: Die Sorge der Menschen sei real und nachvollziehbar, das Credo müsse nun eben lauten, raus aus dem Wohngebiet. 

Bereits im März waren von der Belegschaft von Deckel Maho, unmittelbarer Anlieger an der Tiroler Straße, 400 Unterschriften gegen die Anlage überreicht worden. So verblieb das Gremium damit, dass sich die Gemeindeverwaltung auf die Suche nach einem alternativen Standort, fernab der Wohnbebauung, mache und Vorschläge erarbeite, die auch funktionieren. 

Dabei wurde auch angedeutet, dass die Telekom, die das Grundstück bereits angepachtet habe, auf der Suche nach weiteren Standorten – etwa in Weißbach oder Kreuzegg – sei, das allerdings abhängig von der Nachfrage. Für einen Funkmast für den digitalen Behördenfunk deutet sich dagegen ein konkreter Standort an – auf dem Manzengrat oberhalb von Meilingen. Man habe gut ein halbes Dutzend Standortvorschläge geprüft und sich mehrfach mit dem Thema im Gemeinderat befasst, so Pfrontens Hauptamtsleiter Richard Nöß. 

Optisch nicht sichtbar 

Seitens des Bayerischen Innenministeriums sei der Standort Manzengrat vorgeschlagen worden, da „dieser Standort sowohl funktaktisch, als auch funktechnisch gut geeignet wäre und als Einmastlösung zur Versorgung des gesamten Ortsgebietes ausreichen würde“, wie es in einem Schreiben heißt. „Die Erschließung des Standortes würde über private Grundstücke erfolgen“, so Nöß weiter, und könnte durch den Freistaat gesichert werden. 

Damit wäre der Aufbau des digitalen Funknetzes und die Teilnahme am erweiterten Probebetrieb in diesem Jahr gesichert und könnte erfolgen. „Optisch ist der Standort nicht sichtbar“, erklärte Nöß. Außerdem käme man mit nur einem Standort für den BOS-Funk für das gesamte Gemeindegebiet aus. Entstehen solle „ein 37,25 Meter hoher Mast mit Blitzfangstange sowie einem Technikcontainer und einer zwei Meter hohen Einzäunung“, die vom Ort aus nicht zu sehen sein werde. 

Froh sind die Beteiligten in der Verwaltung, dass der Freistaat das Einvernehmen mit den Grundstückseignern hergestellt habe, über deren Grund die Zufahrt gebaut werden muss. Man hoffe, dass damit das Thema nun vom Tisch sei, so Nöß abschließend.

gau

Meistgelesene Artikel

"Ein Segen für unser Land"

Füssen – Gegen persönlichen Egoismus und zunehmende Respektlosigkeit setzen die „Blaulichtorganisationen“ in Füssen und im Umland weiterhin ein …
"Ein Segen für unser Land"

1649 Stunden im Einsatz

Reutte – Viel zu tun hatte die Freiwillige Feuerwehr Reutte im vergangenen Jahr. Das wurde bei der Generalversammlung der Wehr im Hotel „Goldener …
1649 Stunden im Einsatz

Arbeiten am Comeback

Füssen – Die Freien Demokraten von der FDP wollen im September zurück in den Bundestag. Der Kemptener Stephan Thomae als erfahrener Kandidat und der …
Arbeiten am Comeback

Kommentare