Tachos manipuliert?

Die Staatsanwaltschaft Kempten hat jetzt nach eigenen Angaben gegen insgesamt fünf Personen aus dem Ostallgäu und München erhoben. Der Vorwurf lautet unter anderem auf gemeinschaftlichen gewerbs-mäßigen Bandenbetrug. Sie sollen in einer Vielzahl von Fällen Gebrauchtwägen verkauft haben, an denen sie zuvor die Kilometerzähler zurückgesetzt hatten. Bereits im Januar war die Polizei der Verdächtigen auf die Schliche gekommen (der KREISBOTE berichtete). Der Schaden geht in den sechsstelligen Bereich.

Angeklagt wurden als mutmaßliche Köpfe der Bande ein 25-jähriger Spätaussiedler und dessen 52-jähriger Vater, die im Ostallgäu einen Gebrauchtwagenhandel betrieben. Ihnen liegt zur Last, in 72 Fällen Manipulationen am Tachostand von zumeist hochwertigen Fahrzeugen in Auftrag gegeben zu haben, um die Fahrzeuge dann deutlich über Wert an nichtsahnende Kunden zu verkaufen. Aufgrund der Menge der Fälle und des planmäßigen und organisierten Vorgehens müssen sich die beiden Haupttäter wegen banden- und gewerbsmäßig begangenen Betruges verantworten. Ferner sind ein 29-jähriger und ein 23-jähriger Ostallgäuer angeklagt, die den beiden geholfen haben sollen. Einem 33-jährigen Münchner wird vorgeworfen, im Auftrag der Bande die Tachos manipuliert zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Mindestschaden in Höhe von rund 250.000 Euro aus. Die manipulierten Fahrzeuge gingen zumeist an Kunden im Ausland. Im Januar wurden in einer großangelegten Durchsuchungsaktion in Füssen Unterlagen und 21 Fahrzeuge beschlagnahmt und vier Verdächtige zunächst festgenommen. Soweit noch nicht verkauft, sollen sie für den Staat eingezogen werden. Die mutmaßlichen Haupttäter, die bislang zu den Vorwürfen schweigen beziehungsweise diese abstreiten, befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Die drei übrigen Beteiligten sind geständig und auf freiem Fuß. kb

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