Landratsamt ordnet Stallpflicht an

Vogelgrippe im Ostallgäu

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Die Vogelgrippe hat den Landkreis Ostallgäu erreicht. Das Landratsamt reagiert mit einer Stallpflicht im gesamten Landkreis.

Landkreis - Die Vogelgrippe hat das Ostallgäu erreicht: Wie das Landratsamt heute Nachmittag mitteilte, war der bei Kaufbeuren gefundene tote Schwan mit dem H5N8-Virus infiziert. Neben anderen  Schutzmaßnahmen hat die Kreisbehörde eine landkreisweite Stallpflicht für Geflügel angeordnet.

Nachdem das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz festgestellt hat, dass die aktuellen Befunde zur Geflügelpest („Vogelgrippe“) auf ein nicht nur lokal begrenztes Geschehen an den größeren südbayerischen Seen schließen lassen, hat auch das Landratsamt Ostallgäu eine landkreisweite Stallpflicht für Geflügel, zum Beispiel Hühner, Enten, Gänse angeordnet. Das teilte Behördensprecher Rainer Kunzmann am Nachmittag mit.

Geflügelhalter im Ostallgäu müssen demnach ihre Tiere bis auf weiteres in geschlossenen Ställen unterbringen. Bei dieser vorsorglichen Maßnahme geht es darum, einen Kontakt mit Wildvögeln und so ein Übergreifen der Geflügelpest auf gewerblich oder sonst gehaltenes Hausgeflügel zu verhindern.

Die entsprechende Allgemeinverfügung des Landratsamts beinhaltet auch die Regelungen der vom Bundeslandwirtschaftsministerium seit Montag in Kraft gesetzten „Verordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen“. So müssen auch Geflügelhalter mit weniger als 100 Tieren beispielsweise die pro Werktag verendeten Tiere in ihrem Bestandsregister erfassen und ihre Ställe gegen unbefugtes Betreten sichern, Schutzkleidung tragen, an den Ein- und Ausgängen Desinfektionswannen oder –matten vorsehen und Transportfahrzeuge nach jedem Transport reinigen und desinfizieren, teilte das Landratsamt in Marktoberdorf mit. 

Als Vorsorgemaßnahme werden auch alle Ausstellungen und Märkte mit Geflügel (zum Beispiel Hühner, Enten, Gänse und Fasane) oder Vögeln anderer Arten (zum Beispiel Tauben) untersagt.

Mit diesen konsequenten Maßnahmen will das Landratsamt die rund 36.000 Tiere der über 1000 gemeldeten Geflügelhalter im Landkreis vor der aktuellen Krankheitswelle schützen.

Anlass für die Schutzmaßnahmen war vor allem der Nachweis des hochpathogenen Subtyps H5N8 bei einem am Schlingener See zwischen Kaufbeuren und Bad Wörishofen gefundenen Schwan. Das Ergebnis des Friedrich-Löffler-Instituts (nationales Referenzlabor) ging heute im Landratsamt ein. Die im Umkreis des Fundorts gelegenen Geflügelhalter wurden vom Veterinäramt informiert und auf die notwendigen Schutzmaßnahmen hingewiesen.

Für Fragen zur Geflügelpest, insbesondere von Geflügelhaltern zur Stallpflicht, ist das Veterinäramt am Landratsamt unter der Telefonnummer 08342/91 12 13 erreichbar.

kb/mm

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