Füssener trotzen dem Wetter

„Root Bootleg“ waren Teil einer Premiere am Wochenende: Sie spielten an der Lechbrücke, die erstmals in das Füssener Stadtfest miteinbezogen wurde. Foto: Lukaszewski

Füssen – Bläser, Tänze in Tracht, Pop- und Folkmusik und guter alter Rock & Roll sorgten beim Füssener Stadtfest für gute Unterhaltung auf sechs Schauplätzen in der Altstadt. Selbst kaltes und regnerisches Wetter am Samstag konnte zahllose Festgänger nicht von einem Besuch abhalten.

Sabina Riegger von der Werbegemeinschaft und Katja Kalbantner vom Tourismus- und Marketing-Team (FTM) haben ein zweitägiges Stadtfestprogramm organisiert, das positiv nachklingt. Am Samstag um 17 Uhr eröffneten die Organisatoren das Programm. Drei angenehm kurze Reden, schon ging am Stadtbrunnen die Party los. Der erste Act hier waren „Texas Dirndl“. Sofort fand Sängerin Cherokee Sampson, die in Pfronten lebt, mit Karen Benson am Piano sowie Horst Eichhorn an der Gitarre den Draht zu den Zuhörern. Zuvor reichten Rathauschef Paul Iacob (SPD) zwei präzise ausgeführte Schläge aus, um das Fass der König-Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg anzustechen. 

Füssen singt und tanzt

Zum Auftakt des Festwochenendes spielte das Trio im „Sonnengarten“ Folk aus Irland und erntete Beifall an den gut besetzten Tischen. Hier und andernorts hieß es bei allseits richtig guter Stimmung: „Später schauen wir weiter“. Beim Bummel zu den Plätzen, die für musikalische Vielfalt standen, wurde deutlich: die zusätzlichen Bierbänke sind praktisch so gut wie unbenutzt geblieben. Das Stadtfest Füssen hatte sich zur Stehparty entwickelt, was aber wohl vor allem an den kühlen und nassen Temperaturen lag. Getanzt wurde auch, vor allem an der Lechbrücke, wo „Root Bootleg“ großartig an die guten alten Zeiten des Rock & Roll erinnerte. 

Voller Schrannenplatz 

Gegen 21.30 Uhr näherte sich das Fest bereits dem Höhepunkt. Es war zu dieser Zeit nicht leicht, zum Schrannenplatz durchzukommen. Am Stadtbrunnen dagegen konnte „Chris Columbus“ aus dem Raum Rosenheim eine noch überschaubare Schar begeistern. Er zelebrierte seine gefühlvollen Lieder in dialektgefärbter Sprache. 

Wer am Sonntag früh aus den Federn kam, konnte am Kaiser-Maximilian-Platz schon ab 9 Uhr über den von Marieluise Prudlo organisierten Flohmarkt bummeln, anschließend gab es einen Frühschoppen. Lust auf Musik hatten ganze Familien dann am Mittag und Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein. Gegen Mittag packten die ersten Musiker ihre Instrumente aus und spielten unter Zelten, die als Regen- wie auch als Sonnenschutz aufgestellt worden waren. Die beiden Betagten, Walter Catulla & Helmut Winkelmaier, zeigten im Garten der „Sonne“, dass nicht nur die Stones in hohem Alter noch flott auf ihren Klampfen spielen. 

In der Reichenstraße schallten die Stimmen von „Texas Dirndl“ durch die Gassen, brachten „American-Country-Feeling“ in die altehrwürdige Stadt am Lech. Am Brotmarkt versank unterdessen der 13-jährige Jonas Huber aus Tirol entrückt in seine Musik und begeisterte mit seiner Virtuosität auf der Harmonika das Publikum. Beim Olivenbauer spielte die Münchner Skiffle Group „Black Bottom“ im Biergarten. Auf dem Schrannenplatz allerdings war am Nachmittag die Füssener Band „Timeless“ der Renner. Verstärkt mit einer zweiten Sängerin überzeugten sie das Publikum mit Pop-Songs aus den letzten Jahrzehnten bis zu den heute aktuellen. Kaum einen hielt es auf den Bänken, lieber tanzte und sang das Publikum mit. 

Gegen 19 Uhr war Band-Wechsel und das Wochenende ging in die letzte Runde: Auf dem Schrannenplatz trat „Sound Cocktail“ auf, die schon am Vortag im Biergarten des Bayrisch Pub gespielt hatten, nur spielten sie am Sonntagabend verdient vor vollem Platz: „Endlich spielt das Wetter mit“, so Alexander Pfanner, Gitarrist der Band. „Zwei Stunden Non-Stop vor begeistertem Publikum – das ist doch mal was!“ Im Biergarten der Sonne fanden die „Los Chicos“ ihre Fans: Salsa, Samba und viele lateinamerikanische Rhythmen ließen kaum einen Fuß noch still halten. jl/cf

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