Weg vom "Turboabi"

Dr. Paul Wengert Foto: Archiv

Eine Wahlmöglichkeit zwischen acht- und neunstufigem Gymnasium fordert jetzt der Ostallgäuer Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert (SPD). Nach baden-württembergischen Vorbild sollten Schüler beziehungsweise Eltern zwischen G8 und G9 wählen können, so Wengert in einer Pressemitteilung. Er bekräftigt gleichzeitig die Notwendigkeit eines Gymnasiums in Buchloe. Denn die schlechte Erreichbarkeit der Gymnasien im Ostallgäu sei Schuld daran, dass viele Eltern ihre Kinder lieber auf die Realschule schicken, argumentiert er.

Bereits häufig wurde die Bayerische Staatsregierung für die überstürzte Einführung des achtstufigen Gymnasiums (G8) kritisiert, nun einmal mehr von Dr. Paul Wengert. „Der erhebliche Unterrichtsausfall ist kein Ruhmesblatt und die hohen Durchfallquoten beim G8 sind trotz aller Beteuerungen des Herrn Kultusministers Spaenle ein Armutszeugnis für die Reform“, poltert der Landtagsabgeordnete. Nach seinem Willen sollte es eine Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 geben, so wie sie in Baden-Württemberg bereits existiere. Dort sei das G8 wenig beliebt, „Der Trend geht eindeutig weg vom ,Turboabitur'“, gibt er an. Unzufrieden ist Wengert zudem mit den Übertrittsquoten von der Grundschule aufs Gymnasium im Ostallgäu und in Kaufbeuren. Die liege nämlich 7,7 Prozent unter dem bayerischen Durchschnitt. 7,9 Prozent mehr als im restlichen Freistaat treten hingegen von der Grund- auf die Realschule über. Diese Zahlen habe er auf Anfrage vom Kultusministerium erhalten. Wengert macht für diesen Trend die schlechte Erreichbarkeit der Gymnasien verantwortlich, „viele Eltern schicken laut Statistik die Jugendlichen trotz guter Eignung fürs Gymnasium an die Realschule“, erklärt er. Das Gymnasium in Buchloe fülle hier zwar eine wichtige Lücke, aber grundsätzlich müsse das Bildungsangebot im Bereich der Gymnasien noch verbessert werden.

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