Über Demenz aufklären

Die Sozialwirtschaftsstudentinnen Isabel von Au (v.l.), Manuela Dabitsch, Nicola Kreft, Julia Pfeifer und Manuela Stender (auf dem Bild fehlt Saskia Hanauer) von der Hochschule Kempten hatten die Veranstaltung als Projektarbeit geplant. Links außen Referent Stephan Vogt und rechts Moderatorin Sandra Hefter von der Stadtteilarbeit Füssen-West rundeten den Abend ab. Foto: ed

Studentinnen des sechsten Semesters des Studiengangs Sozialwirtschaft an der Hochschule Kempten hatten im Rahmen einer Projektarbeit die Veranstaltung „Diagnose Demenz – wenn vergessen zur Krankheit wird!" organisiert, die kürzlich im Seniorenheim St. Michael in Füssen stattgefunden hat. Als Referent war Stephan Vogt eingeladen. Als Leiter der Demenzhilfe der Stadt Memmingen nahm er anhand von aktuellen Beispielen praxisnah zu diesem Thema Stellung. In der anschließenden Fragestunde und der damit verbundenen Podiums- diskussion konnten die knapp 80 Gäste wertvolle Tipps von Pflegekräften und unmittelbar Betroffenen mit nach Hause nehmen.

Mittlerweile sind in Deutschland über 1 Million Menschen an Demenz erkrankt, mit steigender Tendenz. „Ihnen fällt das eingestehen von Defiziten sehr schwer und sie sind oft großen Stimmungsschwankungen unterworfen" so Vogt. Der Verlauf sei schleichend und schreitet langsam fort, erklärte er weiter und die Ursachen sind meist unbekannt. Denn neben Alzheimer, Durchblutungs- oder Stoffwechselstörungen oder Morbus Parkinson gibt es über 100 mögliche andere Ursachen „Die betroffenen Menschen haben nach meiner Erfahrung eine andere Organisation ihrer selbst – sie haben ein anderes Lenk- und Koordinatensystem", betonte er. Für die Angehörigen eine schwierige Situation, denn der Radius der Betroffenen wird immer kleiner, sie wollen ihre Ruhe und möchten zwar Unterstützung aber trotzdem autonom bleiben. „Dies ist eine Gratwanderung für alle Beteiligten und ich rate Ihnen, nehmen Sie den Menschen, wie er ist. Er kann sein Verhalten nicht mehr ändern. Begegnen Sie ihm mit Wertschätzung und Respekt und vermeiden Sie unangemessene Reaktionen – die Betroffenen spüren das und schämen sich". In der anschließenden Podiumsdiskussion hatten die Gäste die Möglichkeit, nähere Informationen von unmittelbar Betroffenen, Pflegepersonal sowie Angehörigen einer Demenzkranken, zu bekommen. Diese Chance nutzten viele der Besucher ausgiebig und es wurde dabei deutlich, dass dieses Thema nicht nur „in" ist, sondern in der Gesellschaft auch viele Wissensdefizite vorhanden sind.

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