Umsatz um 22 Prozent gesteigert

Vorstandsvorsitzender der Plansee-Gruppe, Dr. Michael Schwarzkopf, stellt der Presse unter anderem die Umsatzzahlen des vergangenen Geschäftsjahres vor. Foto: Knoll

Eine Umsatzsteigerung um 22 Prozent auf 1,52 Millionen hat Plansee im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnet, wie Dr. Michael Schwarzkopf, Vorstandsvorsitzender der Plansee-Gruppe bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag erklärte. Dabei zog er nicht nur aus dem vergangenen Geschäftsjahr Bilanz, sondern blickte auch in die Zukunft. So herrsche zur Zeit eine große Verunsicherung auf den Märkten. Deshalb erwarte das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr ein schwächeres Wachstum. Aber man sei dafür „gut gerüstet“, meinte Schwarzkopf zuversichtlich.

„Trotz der weltweiten Verunsicherung durch Staatsverschuldung, Euro- und Bankenkrise konnten wir unseren weltweiten Expansionskurs auch 2011 erfolgreich fortsetzen“, resümierte Schwarzkopf. Dabei verzeichnete das Unternehmen in allen Bereichen neue Erfolge und auch die Ertragslage, zu der er sich nicht näher äußern wollte, sei zufriedenstellend. Dass die Geschäftssituation „immer internationaler werde“ zeigen auch die Umsatzzahlen. So erwirtschaftete das Unternehmen 52 Prozent seines Umsatzes in Amerika und Asien, was „hoffentlich kein Indikator für die Endindustrialisierung Europas“ sei. Dabei habe man vor allem von der robusten Konjunktur der USA und der Exportstärke Deutschlands profitiert, wobei das Unternehmen auch starkes Wachstum in China und Indien erzielte. Führende Absatzbranchen seien hierbei der Maschinenbau, die Automobilindustrie und die Unterhaltungselektronik. Da es laut dem Vorstandsvorsitzenden das Ziel sei, in allen Bereichen Top-drei-Positionen einzunehmen, habe man sich unter anderem vom Sinterteilehersteller PMG getrennt. Dieser Verkauf sei auch dafür verantwortlich, dass die Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr von 6730 auf 6122 Mitarbeiter gesunken sei. PMG allein beschäftige nämlich weltweit 1150 Mitarbeiter. Im Standort Reutte sei hingegen die Zahl von 2121 Mitarbeiter auf 2.173 Mitarbeiter gestiegen. Der Fokus des Unternehmens liege, so Schwarzkopf, auf den Hochtechnologiewerkstoffen Molybdän und Wolfram und zwar von der Erzverarbeitung bis zum kundenspezifischen Endprodukt. „Hier wollen wir unsere Marktposition weltweit weiter ausbauen“, meint der Vorstandsvorsitzende. Einige Schritte auf diesem Weg hat das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr getan. So besitzt es jetzt eine zehn-prozentige Beteiligung am chilenischen Bergbauunternehmen Molymet, für die die Plansee-Gruppe rund 200 Millionen Euro bezahlt hat. Mit dieser Investition sicherte sich Plansee auch eine indirekte Beteiligung am nordamerikanischen Bergbauunternehmen Molycorp, was für Plansee ein „ganz wichtiges Element“ sei. Damit wolle man nämlich die Versorgung von Erzen und Molybdän absichern und sich so unabhängig von China und anderen Konfliktregionen machen, erklärte Schwarzkopf. Außerdem hat das Unternehmen rund 95 Millionen in zusätzliche Produktionskapa- zitäten investiert und seine weltweite Marktpositionierung durch das Joint-Venture mit dem Unternehmen CB Carbide in Taiwan/China und die Übernahme des koreanischen Unternehmens TCB verbessert. Zudem hat das Unternehmen laut Schwarzkopf 31 Millionen Euro für Produkt- und Prozessinnovationen ausgegeben. Auch im laufenden Geschäftsjahr soll, trotz der derzeitigen Unsicherheiten, kräftig investiert und die Expansion gefördert werden. So soll beispielsweise Ende dieses Jahres ein neues Werk im Bereich Hochleistungswerkstoffe im Großraum Shanghai in Betrieb gehen. Auch das neue Kaltwalzwerk in Reutte und die Produktionserweiterung im Bereich Ceratizit Austria GmbH soll fertig gestellt werden. Die Zielsetzung sei hierbei weiter zehn Prozent pro Jahr zu wachsen. Im Bezug auf die aufziehenden Gewitterwolken auf den Märkten, hoffe Schwarzkopf, dass es sich nur um ein leichtes Sommergewitter handle. Schon im vierten Quartal habe sich die Geschäftslage auf einem niedrigeren, aber dennoch „zufriedenstellenden Niveau“ einge- pendelt, da die Kunden vorsichtiger beim Bestellen seien. Deshalb gehe Plansee im laufenden Geschäftsjahr von einem schwächeren Wachstum aus. Aber man sei für potentielle Rückschläge gut gerüstet, meinte Schwarzkopf. Denn „wir sind liquide“, erklärte der der Vorstandsvorsitzende unter anderem zum Schluss, und die Eigenkapitalquote des Unternehmens betrage mehr als 55 Prozent.

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