"Unberührte Natur hinterlassen"

Für einen Nationalpark Ammergebirge setzt sich dieses Führungsteam des neu gegründeten Fördervereins ein Michael Käs (v. l.), Joachim Mark, Josef Rauwolf, Claudia Fenster-Waterloo, Roman Seider, Ilona Deckwerth, Andreas Eggensberger, Vorsitzender Hubert Endhardt, Dr. Ina Schicker, Dieter Schwarz und Hans Hack. Foto: cf

Die von Hans Hack geführte Arge Arbeitsgemeinschaft Nationalpark Ammergebirge haben die 37 Gründungsmitglieder kürzlich in einen gemeinnützigen Verein überführt. Außerdem konkretisierten sie in einer dreistündigen Sitzung ihr weiteres Vorgehen in zwölf Tagesordnungspunkten im Füssener Luitpoldpark Hotel.

Als Vorsitzender hat Hubert Endhardt drei Stellvertreter, nämlich Karl Wechselberger, Andreas Eggensberger und Hans Hack, die die Gründungsmitlgieder wie den auf zehn Sitze festgelegte Beirat des „Fördervereins Nationalpark Ammergebirge“ einstimmig gewählt haben. Der Arge-Vorsitzende Hack eröffnete die Versammlung und machte deutlich, dass noch Über- zeugungsarbeit zu leisten sei, weil die Gegner des Projekts auch „gute Argumente“ hätten. Danach legte Dr. Hans Ehrhardt mittels Luftaufnahmen den aktuellen Sachverhalt dar. Sein Konzept – in einer überarbeiteten Fassung – solle die gewünschte Zustimmung bringen. Im neuen Entwurf geht es mit einer Ausnahme – Eibsee bei Grainau – ausschließlich um Flächen, die in staatlicher Hand sind. Das Areal des geplanten Nationalparks reicht von Füssen bis Garmisch und vom Ammer- bis nah ans Wettersteingebirge. Ehrhardts Vortrag zum Ammergebirge zeigte die besondere Bedeutung des Gebiets und begründete damit die Nationalparkwürdigkeit unter dem Beifall der Vereinsmitglieder. Millionen Interessierte „Für Nationalparks interessieren sich jedes Jahr in Deutschland Millionen Besucher“, sagte Beiratsmitglied Dr. Ina Schicker aus Füssen dem Kreisbote, „insgesamt sind es etwa zehn Millionen. Hier in den Parks findet ein Tourismus statt, bei dem die Bedürfnisse der Menschen und der Natur miteinander in Einklang stehen“. Mit dem neuen Gremium will der Verein sich die Chance offen halten, auch verstärkt Mitstreiter ins Boot zu holen, die nicht im Altlandkreis daheim sind. Erfreut hatte der Versammlungsleiter und spätere Vorsitzende Endhardt Mitglieder aus anderen Orten des Freistaats begrüßt und betont, dass der Förderverein sowohl in Deutschland als auch über die Grenzen hinaus Anklang finden sollte. Einen guten Anfang macht Wechselberger: der Bürgermeister von Pinswang gehört dem Vorstand des neuen Vereins an. Gerechnet wird mit einer Eintrittswelle von 150 Mitgliedern. Pflegezone statt Wildnis Mit Erfolg wünschte sich Ilona Deckwerth, die ebenfalls im Beirat sitzt, einen ermäßigten Jahresbeitrag für Senioren ab 65 Jahren in Höhe von acht Euro. 12 Euro zahlen Einzelmitglieder, Familien 18 Euro. Die Fördermitglieder, die hier übrigens stimmberechtigt sind, sollten mindestens 24 Euro jährlich aufbringen. Die Vorstandschaft des Fördervereins, in dem Andreas Eggensberger aus Hopfen für den „Natur bewahrenden Tourismus“ steht, wird vom jetzt satzungsgemäß ernannten Fachbeirat unterstützt. Barbara Zach, Dr. Hans Ehrhardt und Walter Hundhammer bringen hier ihre Sachkenntnis ein. Das Führungsteam des Fördervereins Nationalpark Ammergebirge will keine „Wildnis“, in der sich Borkenkäfer und andere Schädlinge austoben, sondern ein Areal, das in einer Kern- und Pflegezone mit Puffer die Natur weitgehend Natur sein lässt und nicht mit Bauwerken und „Events“ für Touristen belastet. Zehn Jahre Zeit Den Zeitrahmen für das Projekt, für das in Info-Gesprächen immer mehr Kommunen gewonnen werden sollen, ist für rund zehn Jahre veranschlagt. Vorsitzender Endhardt, der demnächst mit Vorstandskollegen die nächsten Gespräche mit Bürgermeistern in der Region führt, freute sich, dass es „jetzt einen richtigen Anfang gibt“. Zuvor hatte Vorstandskollege Hack Beifall geerntet, als er sagte; „Wir sollten unseren Kindern nicht nur Schulden hinterlassen, sondern zumindest auch ein Fleckchen unberührte Natur.“

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