"Unbezahlbare soziale Rendite"

Für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit wurden Manfred Heimlich Andreas Brenner, in Vertretung ihres Vaters Manuela Ebner-Krüger sowie Kurt Niggl und geehrt. Darüber hinaus gab es auch Blumen für Uschi Langer, der guten Seele im Sparkassenhaus sowie Erika Wilcek, die den Neujahrsempfang organisiert.

Zum vierten Mal haben die Füssener Blaulichtorganisationen zum Neujahrsempfang ins Sparkassenhaus geladen. Was vor acht Jahren als praktische Idee begann, so Michael Wagner, sei nun eine gewachsene Gemeinschaft geworden. „Und wir freuen uns, dass sie sich Zeit genommen haben für uns“, so der stellvertretende Füssener Feuerwehrkommandant. Dabei ist der Empfang nicht nur Gelegenheit sich zu treffen und einander kennenzulernen, sondern auch aktuelle Probleme zu diskutieren.

Man sieht sie ja meist nur, „wenn’s brennt“, die Helfer von Polizei und Feuerwehr, vom THW und Rotem Kreuz, von Berg- und Wasserwacht, kurz die Blaulichter, wie sie sich mittlerweile selbst nennen. Dass die Zusammenarbeit stimmt, sogar sehr erfolgreich sei, so Manfred Kreisle als Hausherr von der Sparkasse, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Helfer selbst mit Problemen zu kämpfen haben. Auch wenn Bayern Ehrenamt-Land ist, wie der Marktoberdorfer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) meinte (mehr als 3,8 Millionen Bayern engagieren sich ehrenamtlich) der Wegfall der Wehrpflicht und damit des Zivildienstes treffe die Rettungsorganisationen doch empfindlich und man sei in Füssen vielleicht mit einem blauen Auge davon gekommen, so 3. Bürgermeister Andreas Ullrich (FW). Die „Blaulichter“ seien Garanten dafür, dass „wir nachts ruhig schlafen dürfen“ erinnerte er. Es sei eben nicht selbstverständlich, dass man auf ein solches Netzwerk der Hilfskräfte wie in Füssen zurückgreifen könne. Er regte eine Art sozialen Dienst als Ausgleich an. Darüber werde aktuell in Berlin beraten, so Stephan Stracke, der vor allem das Ehrenamt als „Heilmittel“ sieht. Immerhin erbrächten die Ehrenamtlichen mit ihrer Arbeit eine unbezahlbare soziale Rendite, so Stracke und nähmen eine zentrale Position bei der Gefahrenabwehr ein. Gerade auch für sie hatte der Bundespolitiker Nachrichten im Gepäck. So wird, auf Initiative Bayerns, über eine Sonderlösung für den Feuerwehrführerschein beraten. Auch investiert der Bund in den kommenden Jahren in neue Katastrophenschutzfahrzeuge. "Dürfen nicht sparen" Dass bei der Diskussion aber vor allem dafür gesorgt werden muss, dass es erst gar nicht zum Einsatzfall kommt, daran hatte der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut (FW) erinnert. Er habe immer ein mulmiges Gefühl, wenn er die Sirene höre. „Wir müssen die Voraussetzung schaffen, dass die Helfer keinen Einsatz haben“, dies beinhalte auch die Verpflichtung, in Sicherheitsfragen, bei der Ausrüstung wie dem präventiven Schutz an einem Strang zu ziehen. Angesichts dessen werde man bei der Finanzierung auch nicht nachlassen, „Wir dürfen weder bei Kindern noch Erwachsenen sparen“, so Fleschhut. Dabei kommt auf die Stadt Füssen wie auch den Landkreis jetzt einiges zu, wie Michael Wagner in seinen Zwischentönen erkennen ließ. Während Wagner seine Kinder in der Hoffnung auf lange Ferien zitierte, dürfte der fehlende oder unvollkommene Brandschutz an den Füssener Schulen noch für einiges Kopfzerbrechen sorgen.

Meistgelesene Artikel

Neue Ideen

Pfronten – Für frischen Wind beim diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde Pfronten im Pfarrheim St. Nikolaus sorgten jetzt die Geistlichen Andreas …
Neue Ideen

Die "Talschlampe" und der "Cousin"

Füssen – Ob Schweizer Militärfahrrad, XL-Mountainbike oder Bergabrad: Bei ihrer eintägigen Schau haben Hannes Zacherl und Albert Müller, Betreiber …
Die "Talschlampe" und der "Cousin"

"Es geht uns ums Prinzip"

Füssen/Landkreis – Der Tierschutzverein Füssen und Umgebung kommt nicht zur Ruhe.
"Es geht uns ums Prinzip"

Kommentare