"Unverbesserliche Optimisten"

Proppevoll war der große Saal des Pfarrheims St. Andreas in Nesselwang, als dort jüngst der traditionelle Neujahrsempfang der Marktgemeinde Nesselwang über die Bühne ging. Und dies mit teils recht hochkarätigen Gästen, wie etwa der ehemalige Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel, der in seiner launigen Festrede alle Anwesenden dazu aufrief, „unverbesserliche Optimisten“ zu sein. Neben Waigels Worten stellte dann die Verleihung der „Goldenen Nessel“ an Willi Kovarik sowie Roland Miller durch Nesselwangs Bürgermeister Franz Erhard einen weiteren Höhepunkt der Veranstaltung dar.

Erhard lobte die beiden Männer dabei nicht nur „für ihr bürgerschaftliches Engagement“, sondern betonte auch, dass die Marktgemeinde mit der Verleihung der „Goldenen Nessel“ die „Bedeutung des Ehrenamtes hervorheben“ wolle. Einiges in seiner Rede hervorheben wollte denn auch Waigel an diesem vom Streichquartett „Vielsaitig“ musikalisch untermalten Vormittag. Nach seinen „Wünschen für eine gute Entwicklung in diesem Jahr und in der Zukunft für den Markt Nesselwang“ betonte er so, dass man trotz der jüngsten Wirtschaftskrise dennoch „optimistisch sein“ könne. Nichtsdestotrotz gebe es „Wolken am Himmel“ der „globalen Welt.“ Da aber in dieser „für uns andere Werte als beim amerikanischen Modell“ wichtig seien, unterstrich er unter anderem die wichtige Bedeutung von „Heimat und Nachbarschaft.“ Darüber hinaus appellierte der nach den Worten Erhards „außergewöhnliche Politiker im Fast-Ruhestand“, Waigel indirekt an jeden Zuhörer, seinen Beitrag für dieses Gemeinwesen zu leisten, bevor er im Hinblick auf die jüngste Finanzkrise auch erklärte: „Vertrauen, Tugenden und Nachhaltigkeit sind wichtiger als nur auf positive Quartalszahlen in der Zukunft zu achten.“ Eine gewisse Hoffnung, dass wohl nicht nur diese Begriffe mehr an Bedeutung gewinnen, sondern auf allgemeine Verbesserungen in der Welt „besteht darin, dass unter dem künftigen Präsidenten der USA, Barrack Obama, in der Politik einiges anders wird, als es in den vergangenen Jahren gelaufen ist.“ In ihrem Sinngehalt ähnelten anschließend auch die Grußworte der Vertreter der katholischen sowie der evangelischen Kirche, Herbert Stiegler und Thomas Weinmaier, großen Teilen der Rede Waigels. Schließlich merkten sie sinngemäß übereinstimmend an, dass die Macher in der Welt sich in Zukunft nicht so sehr auf die Wirtschaft konzentrieren sollten, sondern dass es wichtiger sei, „Gutes für die Menschen“ zu schaffen. lex

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