Bebauung am Klosterhang: Magnus Peresson äußert sich zu Kritik

"Der Verein steht hinter mir"

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Magnus Peresson

Füssen – Der Streit um die Bebauung am Franziskanerkloster geht weiter: Vergangene Woche haben Grundstücksbesitzer Manfred Wagner und Bürgermeister Paul Iacob (SPD) dem Verein Alt Füssen und dessen Vorsitzenden Magnus Peresson schwere Vorwürfe gemacht. Im Kreisboten erklärt Peresson, wie er zu den Vorwürfen steht.

Enttäuscht und entrüstet darüber, dass sich der Verein vehement gegen das Projekt stellt, zeigten sich Wagner und Iacob anlässlich eines Pressegesprächs. Der Verein hätte ja schon früher das Gespräch suchen können, ist der Grundstücksbesitzer der Auffassung. Dass er erst jetzt interveniere, nachdem die Ämter das Projekt genehmigt hätten, sei „mehr als unverschämt“, so Wagner. Doch dem sei nicht so, erklärte Peresson. 2012 habe die Stadt den Verein um eine offizielle Stellungnahme zu dem Projekt gebeten. „Damals war mir nicht geläufig, dass sich jeder dazu äußern darf“, erklärte er. 

Auch die, die nicht direkt davon betroffen sind. Doch nachdem das geklärt gewesen sei, habe man die Stellungnahme sogar in der Publikation des Vereins veröffentlicht. Und damit sei der Verein einer seiner Aufgabe nachgekommen, die in seiner Satzung festgeschrieben sei: „Der denkmalpflegerischen Erhaltung und Gestaltung des Stadtbildes“. 

Auch unter Peressons Vorgänger habe der Verein nichts anderes getan, wie Bürgermeister Iacob vor Ort kritisiert hatte. „Wir können das Gegenteil belegen. Schon vor 40 Jahren haben wir uns für den Erhalt der Hanfwerkesiedlung eingesetzt“, erklärte Peresson – zum Ärger einiger. „Wir sind schon immer auf Kritik gestoßen. Wir haben schon immer Gegenwind erhalten, auch aus dem Stadtrat“, zeigte sich Peresson kaum überrascht von den Vorwürfen. 

Rückhalt des Vereins 

Dass laut Wagner viele nicht mit Peressons Führung einverstanden seien, könne er nicht bestätigen. „Herr Wagner ist kein aktives Mitglied. Er kriegt wohl nicht mit, was bei uns so los ist“, meinte Peresson. Zu der Ortsbesichtigung des Vereins seien 70 Interessierte gekommen, inklusive des harten Kerns von „Alt Füssen“. Und „darunter war keiner dabei, der für Wagner da war.“ Auch wenn er durch die Stadt gehe, bekomme er viel Zustimmung: „Jeder Zweite klopft mir auf die Schulter und sagt ,hart bleiben´“. 

Sein Fazit: „Der Verein steht schon hinter mir.“ 

Und dabei verzerre man auch keine Tatsachen, wie Wagner moniert hatte. Die jüngsten Stellungnahme der Bodendenkmalpflege, des Kreisbaumeisters und der Diözese seien eindeutig. „Wir sitzen in einem Boot mit den anderen. Wir stoßen alle an die gleichen Punkte. Da wird nichts verdreht“, unterstrich Peresson. Hier werde der Blick nach unten auf die jahrhundertelang gewachsene Dachlandschaft, an den man die soziale Struktur der Füssener Bevölkerung ablesen könne, „ohne Not zerstört“, ist Peresson überzeugt. 

Zwar soll das Gebäude kleiner werden als die maximale Referenzhöhe des Hauses in der Spitalgasse 34. Aber: das sei schon höher gebaut worden als eigentlich genehmigt. Und genau „das befürchte ich da. Es ist egal, was sie da für Höhen angeben. Sie wissen genau, was sie machen müssen, um zu bekommen, was sie wollen“, so Peresson. Zudem frage er sich, was der Bürgermeister bei so einem Termin von Planern und Investoren zu suchen habe. Er sollte eigentlich „Schaden von der Stadt abwenden”, meinte Peresson. 

Deshalb wolle Alt Füssen weiter gegen das Projekt vorgehen. Falls ein Anwohner klagt, werde dieser „absolut unterstützt“, versicherte Peresson.

Katharina Knoll

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