Bankenfusion noch im ersten Halbjahr?

Helmut Mark (links) und Dr. Hermann Starnecker in der Füssener Filiale der VR Bank. Vor allem hier wurde die Überschneidung der beiden Bankhäuser offensichtlich, so die Vorstände. Foto: gau

Kaufbeuren – Ginge es nach den Vorständen, Helmut Mark und Dr. Hermann Starnecker, wäre die Fusion zwischen der VR Bank Kaufbeuren und der Raiba Füssen-Pfronten-Nesselwang vollzogen. Aber die Genossenschaftsvertreter müssen noch zustimmen. Dann könnten die Banken im ersten Halbjahr 2013 fusionieren.

Zur zweitgrößten Genossenschaftsbank in Schwaben soll die neue VR Bank Kaufbeuren Ostallgäu durch die Verschmelzung Raiffeisenbank mit der VR Bank aufsteigen. Davor allerdings müssen die rund 400 Vertreter der beiden Genossenschaftsbanken dem Deal, den Mark und Starnecker bereits vor einem Jahr angekündigt hatten, zustimmen. In der Bilanzpressekonferenz der VR-Bank hatte Starnecker das Thema Fusion nochmals angesprochen. Die hätte eigentlich schon Ende 2012 vollzogen sein sollen. So die Idee vor gut einem Jahr, als Mark und Starnecker damit an die Öffentlichkeit gegangen waren. Doch Ende 2012 zu fusionieren, wäre vor allem für die Kunden ungünstig gewesen, so Starnecker. 

Eine Annäherung der beiden Bankhäuser, die zusammen das gesamte Ostallgäu bis Buchloe und fast nach Kempten im Westen umfassen und zusammen auf eine Bilanzsumme von knapp 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2011 kamen, hatte es schon seit längerem gegeben, so Helmut Mark seinerzeit. Vor allem in Füssen waren beide Bankhäuser, historisch durch den Zusammenschluss der Volksbank Ostallgäu mit der Raiba Kaufbeuren, Marktoberdorf und Buchloe bedingt, doppelt vertreten. Unter anderem auch mit der Konsequenz, dass oftmals Kunden in die falsche Filiale gegangen waren. Aus Sicht vieler, so Dr. Starnecker, seien beide Bankhäuser ohnehin schon eines gewesen. „Was, ihr seid noch nicht zusammen“, sei oft genug zu hören gewesen. 

Angesichts der jüngsten Vorgaben aus Brüssel, etwa, dass Banken nun einen Compliance-Manager führen müssten, mache die Fusion doppelt Sinn, so Starnecker. Ob man diese Aufgabe für zwei Häuser, oder eines erledige, sei kein großer Unterschied. Man habe erkannt, dass diese Überschneidung der Kompetenzen, vor allem der Geschäftsfelder, langfristig keinen Sinn mache, so Mark. Auch unter den Mitarbeitern gebe es mittlerweile keine Bedenken mehr, die schon relative früh in die Pläne eingebunden worden waren. Verbesserungen versprechen sich beide Vorstände vor allem auf neuen Feldern, etwa den Social Media, wie beispielsweise Facebook, wo die Raiba mit nur rund 20.000 Kunden und 322 Millionen Euro Bilanzsumme einfach zu klein sei, so Mark. Die neue Bank wird in etwa doppelt so groß werden wie die Sparkasse Schongau und noch größer als die Sparkasse Kaufbeuren. 

 Geben die Vertreter dann im April und Mai bei den jeweiligen Vertreterversammlungen ihr okay, soll die Ehe rückwirkend zu 1. Januar 2013 vollzogen werden. Ändern wird sich vor allem für die Kunden der Raiffeisenbank einiges, so müssen teilweise neue Kontonummer ausgegeben werden, künftig gilt dann auch nur noch die Bankleitzahl der VR Bank. Geringe Veränderungen wird es bei den Mitarbeitern geben, um soziale Härten zu vermeiden. Ein Posten wird allerdings aufgegeben. Helmut Mark, bisheriger Vorstand in Füssen, wird im August in den Ruhestand gehen. gau

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