Nesselwanger Gemeinderat berät über die Umgestaltung des Kirchplatzes

"Es soll ein Hingucker werden"

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Der Platz vor der Pfarrkirche Sankt Andreas soll etwas ganz Besonderes werden.

Nesselwang – Dass der Platz vor der Pfarrkirche Sankt Andreas etwas besonderes werden soll, darin waren sich in der jüngsten Sitzung in der vergangenen Woche alle Marktgemeinderäte einig. „Es soll ein Hingucker werden in Nesselwang“, so Architekt Martin Hoffmann vom gleichnamigen Architekturbüro aus Irsee.

Vor der Sitzung war ein Großteil der Mitglieder des Marktgemeinderats mit dem Architekten bei einem Vor-Ort-Termin vor der Kirche, um sich ein besseres Bild von der Örtlichkeit machen zu können.

In der Sitzung ging es dann um die Planung und deren Umsetzung. „Wir haben eine Vielzahl von Problemen, die gelöst werden müssen“, leitete Nesselwangs Bürgermeister Franz Erhart das Thema ein. „Aber es muss ein Aha-Platz werden“, so der Rathauschef.

Er stellte die bisherige Planung zusammen mit dem Architekten vor. Der fast quadratische Platz wird an den vier Eckpunkten von mittelgroßen Bäumen – Akazien oder Bergahorn – flankiert. In der Achse zur Straße „An der Riese“ gibt es eine Treppe, die den Platz von oben her erschließt, auf der Bachseite in Richtung des „Willkommensplatzes“ ist eine Parktasche mit fünf Parkplätzen geplant. Drei weitere in der Mitte sollen durch das geplante Pflaster abgegrenzt werden.

Hier befürworten die Ratsmitglieder den Vorschlag von Jürgen Heckmeier (SPD) davon mindestens einen als Behindertenparkplatz auszuweisen, da dieser von beiden Seiten angefahren werden kann. Zudem gibt es im direkten Umfeld der Kirche keine solche Parkmöglichkeit.

Hochwertiger Granit

Der Platz unmittelbar vor der Kirche soll mit einem hochwertigen Granitpflaster ausgelegt werden, so dass er sich auch optisch zum restlichen Platz abgrenzt. Der Eingangsbereich zur Kirche wird überdies ebenfalls neu gestaltet und das Gotteshaus erhält einen behindertengerechten Zugang. Auch über den Pflasterbelag im Bereich des restlichen Platzes waren sich fast alle Räte einig – der Belag sollte im mittleren Preissegment der vorgestellten Möglichkeiten liegen.

Der Vorschlag von Bürgermeister Erhart, den gesamten Platz mit einer Schwarzdecke auszustatten fand indes keine Zustimmung. Ein von Architekt Hofmann angedachtes Kunstwerk im Bereich der Treppe wurde von den Marktgemeinderäten ebenfalls für entbehrlich gehalten.

Mehr Anklang fand der Vorschlag von Andrea Allgaier (CSU), einen Brunnen auf dem Platz zu installieren. „Wasser auf dem Platz spricht mich mehr an“, so Allgaier. „Der Platz soll auch zur Begegnung einladen“. Nesselwang sei nach ihrer Ansicht kein Ort, der für seine Kunstwerke im öffentlichen Raum bekannt ist.

Sitzsteine bleiben 

Der Bereich vor dem Portal der Kirche soll durch Poller vom Verkehr abgetrennt werden. Aber auch die derzeitigen Sitzsteine vor der Kirche sollen beibehalten werden. Architekt Martin Hoffmann sieht sie als belebendes Element und damit dem Zweck des Platzes als Ort der Begegnung förderlich. Die von den Denkmalschutzbehörden geforderte räumliche Ersatzkante für das ehemalige Hotel „Krone“ wird durch das Geländer, wie es derzeit im Bereich des Riesebaches ist, und durch die Bäume geschaffen.

Gemeinderat Gerhard Straubinger (CSU) sah die Möglichkeit, die geplanten fünf Stellplätze zu asphaltieren „als Entgegenkommen zum Kämmerer“, der die Kosten im Blick halten müsse. Der Rat beauftragte schließlich den Architekten mit der Aufgabe der Kostenermittlung für die gemachten Vorschläge. Angst vor Wildparkern Ebenfalls angesprochen wurden das nicht ausbleibende „wilde Parken“ auf dem gesamten Platz. „Es wird italienische Verhältnisse geben“, befürchtete Bürgermeister Erhart.

Alternativ wäre eine Gestattung für die Bestuhlung des Platzes unmittelbar vor der Bäckerei, die sich dann im Erdgeschoss des Gebäudes befindet. Diesem Vorschlag zeigte sich Bürgermeister Erhart nicht abgeneigt: „Da werden wir uns zu gegebener Zeit in der Verwaltung schon einig werden mit dem Antragssteller“.

Herbert Hoellisch

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