Initiatoren stellen Pläne für Skateplatz vor

"Es wäre ein ganz toller Schritt"

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So schauen die ersten Planungen für den Skateplatz am Weidachsportplatz aus.

Füssen – Seit rund 20 Jahren kämpfen Füssens Baseballer und Skater um eigene Plätze in der Lechstadt. Doch so dicht dran wie jetzt waren sie noch nie: Die Grundstücksverhandlungen mit den Eigentümer der Wiesen neben der Sportanlage im Weidach laufen gut, informierte Bürgermeister Paul Iacob (SPD).

Zwei seien bereit ihre Flächen zu verkaufen, einer wolle sein Grundstück tauschen. Die Eigentümer prüfen derzeit die Angebote, so Iacob. Der Sportausschuss sprach sich am Dienstag dafür aus, die Verhandlungen zügig voranzutreiben.

In den vergangenen Jahren hat sich für die Jugend in Füssen einiges getan: Neben einem Beachvolleyballfeld gibt es seit kurzem auch einen Grillplatz am Forggensee. Mit einem Skateplatz würde die Stadt ein Projekt umsetzen, dass bei der Füssener Jugend ganz weit oben auf dem Wunschzettel steht, wie Stephan Splitgerber, Leiter des Jugendtreffs (Jufo) Füssen im Sportausschuss sagte. Zusammen mit Mitinitiator Thomas Scheibel und Projektleiter Gregor Podlesny von der Firma Schneestern stellte er das Projekt vor.

Gut für Entwicklung

Aus pädagogischer Sicht erklärte Splitgerber, fördere das Skaten die motorische und geistige Entwicklung von Teenagern. Neben Ausdauer, Kraft, Disziplin, Geschicklichkeit und Konzentration stärke diese Sportart auch die sozialen Kompetenzen. Durch das Abschauen und Ausprobieren neuer Tricks entwickeln sich Identitätsbilder, das Selbstwertgefühl steigt und die Jugendlichen lernen mit Niederlagen umzugehen, so Splitgerber. „Man fällt hin und steht wieder auf“, meinte Scheibel. Solche Fähigkeiten wie Willensstärke, Fleiß und Wetterfestigkeit seien auch auf dem Arbeitsmarkt gefragt, meinte Scheibel.

Fähigkeiten, die er als Geschäftsführer einer Baufirma heute bei einigen Azubis vermisse. Daneben verbinde diese Sportart Jugendliche aus unterschiedlichsten Cliquen oder Länder. „Man muss die Sprache nicht sprechen“, so Scheibel. Man könne einfach dazukommen und mitmachen. Dabei lernen sie Rücksicht aufeinander zu nehmen und im Team zu arbeiten, fügte Splitgerber an. „Das wäre echt ein ganz toller Schritt für Füssen“, wenn der Platz kommen würde, meinte der Jufo-Leiter.

100 Skater in Füssen

Bereits in den achtziger Jahren waren die ersten Skater in Füssen zu sehen. Ab 1995 konnten sie ihr Können an einer Mini-Rampe am Jufo ausprobieren. Von 2001 bis 2003 gab es sogar einen Skateplatz im Weidach. Dort gab es allerdings Probleme mit dem Lärm. Seitdem sind Pläne für andere Standorte im Sande verlaufen – die derzeit 100 Skater und 100 Longboarder vor Ort müssen sich Alternativen suchen. In seiner Jugend wich Scheibel zum Skaten beispielsweise an die Morisse oder die Post aus. Gelegentlich sei dann die Polizei vorbeigekommen und habe ihm das Board weggenommen. „Das ist das Schlimmste, was man einem 14-Jährigen antun kann“, so Scheibel. „Er versteht nicht, was er falsch gemacht hat.“

Anwohner solcher Plätze stört häufig der Lärm, den die Boards verursachen. „Das Problem ist so alt wie das Skaten selbst“, erklärte Podlesny. Doch heutzutage werden Betonrampen verwendet, die den Lärm eindämmen, so der Projektleiter. 12.000 Quadratmeter groß soll der neue Platz werden, damit neben Skatern auch BMX-Fahrer, Scooterfahrer, Rollerblader und Longboardfahrer den Platz nutzen können. Dieser sei jedoch „absolut erweiterbar“, so der Podlesny. Die Anlage wird außerdem mit einem Frostschutz und einem Drainagesystem versehen. Diese soll drei verschiedene Level und unterschiedliche Elemente bieten. Die Kosten für eine schlüsselfertige Anlage belaufen sich laut Podlesny auf rund 295.000 Euro. Darin seien aber Leistungen enthalten, auf die man verzichten könnte.

Kosten muss Stadt tragen

Die Kosten für diese öffentliche Anlage müsste die Stadt tragen. Doch zunächst will man Sponsoren suchen und sich weitere Finanzierungsmöglichkeiten überlegen. Dafür braucht es aber erst eine Grundsatzentscheidung des Ausschusses, wie Iacob erklärte. Dann könne man das Projekt „in Form gießen.“ Mit dieser Forderung rannte er bei seinen Kollegen offene Türen ein: Sie begrüßten das Projekt. In den vergangenen 14 Jahren hätte sich der Stadtrat blamiert und viel Geld versenkt, meinte Gabriel Guggemos (Füssen Land). „Wir sind der Jugend endlich mal schuldig, dass wir was bauen.“ Auch Wolfgang Bader (SPD) beurteilte die Anlage als „enorm wichtig für die Jugend“. Gleichzeitig wollte er aber auch wissen, wer hier haftet. Da es sich um eine öffentliche Anlage handle, sei jeder Nutzer für sich selbst verantwortlich, so Scheibel.

kk

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