Viel zu tun am Allgäu-Airport

Der Dienststellenleiter der Pfrontener Schleierfahndung, Siegmund Gast, stellte den Jahresbericht seiner Dienststelle vor. Darin verzeichnete er einen Rückgang der Straftaten. Foto: kk

„Nichts großartiges, aber einiges zum Schmunzeln“, gab es laut dem Dienststellenleiter der Schleierfahndung Pfronten, Siegmund Gast, im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Der erste Polizeihauptkommissar hat am Donnerstag den Jahresbericht der Schleierfahndung Pfronten vorgestellt. Dabei seien die Delikte im gesamten Präsidiumsbereich, vor allem aber im Bereich der Dienststelle Pfronten zurückgegangen. Eine immer größer werdende Belastung sei hingegen der Memminger Flughafen, bei dem die Pfrontener Fahnder im vergangenen Jahr rund 5000 Stunden im Einsatz waren.

Viel zu tun haben die Pfrontener Beamten und ihre Kollegen aus Lindau am Allgäu-Airport, denn allein kann die Memminger Polizei diese Aufgabe nicht stemmen. Rund 15.000 Stunden war die Schleierfahndung Lindau/Pfronten im vergangenen Jahr dort im Einsatz und hat die Grenzkontrollen der Non-Schengen-Flüge, also Flüge aus den Ländern, die sich nicht im Schengener Abkommen befinden, vorgenommen. Im Jahr 2007 waren es noch 562 Stunden. Denn während die Gesamtzahl der Flugreisenden von 911.609 (2010) auf rund 764.782 gesunken ist, mussten die Beamten im vergangenen Jahr rund 19.000 Passagiere mehr aus Non-Schengen-Flügen kontrollieren. Obwohl laut dem Polizeihauptkommissar Helmut Gessel bei „Urlaubsflieger nicht die kriminelle Energie vorhanden ist, wie am Grenztunnel“, haben die Beamten 57 Fahndungstreffer mehr erzielt als im Vorjahr. Zu verdanken sei das laut dem Dienststellenleiter einem neuen Gerät, dass Pässe genauer prüfen könne. Allgemein sei die Anzahl der Straftaten im Bereich der Pfrontener Fahnder von 614 auf 518 zurück gegangen, berichtete Gast. Sogar bei den Waffen- und Sprengstoffdelikten, die früher ein Schwerpunkt der Pfrontener Schleierfahndung waren, sind die Vergehen von 32 im Jahr 2010 auf 18 Delikte im vergangenen Jahr gesunken. Der Grund dürfte laut Gast das 2010 verschärfte Waffenrecht und die Liberalisierung der Pyrotechnik gewesen sein. Früher wurden vor allem zur Weihnachtszeit durchschnittlich zehn bis 20 Personen an der Grenze aufgegriffen, die versucht haben Feuerwerkskörper mit höherer Treibladung als in Deutschland erlaubt, aus Österreich in die Bundesrepublik zu schmuggeln. Seit die Treibladungen für Feuerwerkskörper auch in Deutschland größer sein dürfen, sei laut dem Dienststellenleiter die Zahl auf zwei bis drei Fälle gesunken. Auch die Rauschgiftvergehen seien von 175 Fällen 2010 auf 126 Delikten im vergangenen Jahr zurückgegangen. Dass auch die Urkundenvergehen von 66 auf 44 Fälle gesunken sind, liege unter anderem daran, dass die Fälscher „immer weniger Fehler machen“, so der erste Polizeihauptkommissar. Allerdings gebe es viele Möglichkeiten ein Vergehen festzustellen, die die Fälscher noch nicht alle im Griff haben, meinte Gast zuversichtlich. Zudem sind die Delikte, die unter das Ausländerrecht fallen, um 21 Prozent von 171 auf 134 Fälle gesunken. Manchmal gebe es aber auch Skurriles und einiges zum Schmunzeln, meinte Gast. So kontrollierten die Beamten im Dezember ein Auto mit schwedischer Zulassung, in dem vier Personen saßen. Der in Schweden lebende Afghane, der das Auto steuerte berichtete, dass er auf der Rückreise von einem Italienurlaub, in dem er und seine Frau Kanarienvögel kaufen und Kirchen besichtigen wollten, einen 18- und einen 21-jährigen Tramper aus Mitleid mit nach Deutschland genommen hätte. Es stellte sich jedoch heraus, dass die beiden afghanischen jungen Männer den gleichen Familiennamen wie der Autofahrer hatten. Manchmal gehe es an der Grenze auch tierisch zu. So trafen die Pfrontener Fahnder im März auf einen Italiener der neun Pythons, sechs Boas, 14 Eidechsen, vier Rotaugenfrösche, vier Blattsteigerfrösche sowie Kakerlaken und Mäuse nach Italien bringen wollte, aber nur für einen Teil der Schlangen und Frösche gültige Transportpapiere vorzeigen konnte. Insgesamt haben sich die Fahndungstreffer um elf Prozent von 338 auf 376 erhöht, resümierte der Dienststellenleiter abschließend.

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